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Orientalischer Badespaß bei klirrender Kälte

Trassenheide Orientalischer Badespaß bei klirrender Kälte

Eisbade-Spektakel in Trassenheide mit fremdländischer Note

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Sorgten für Stimmung: Die Wrietzener Eisbären. Laut Schätzung der Kurverwaltung verfolgten 2500 Zuschauer das Geschehen.

Quelle: Foto: Tom Schröter

Trassenheide. Es ist die Faszination des scheinbaren Gegensatzes von klirrender Kälte und gelebtem Badevergnügen, die die Leute im Winter an Usedoms Küste lockt. Die Trassenheider trieben das Spiel am Sonnabend auf die Spitze, indem sie die hartgesottene Schar der Eisbader in orientalischem Ambiente in die bitterkalte Ostsee schickte. Neben der Bühne, von der aus die knapp 100 mutigen Hauptakteure, einen Catwalk passierend, erwartungsvoll der aufgewühlten See zustrebten, thronten Palmen, die der eisige Nordostwind tüchtig durchschüttelte. Und: Passend zum ausgerufenen Motto: „Fußballzeit im Zauber des Orients“, beobachtete, ebenso wie die bibbernden Zaungäste, sogar ein riesiges Stoffkamel die schaurig-schöne Szenerie.

OZ-Bild

Eisbade-Spektakel in Trassenheide mit fremdländischer Note

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Viele der genauso tapferen wie selbstbewussten Winterfrischler, die aus Ueckermünde, Wrietzen, Rostock, Berlin, Stendal und sogar aus München, Oldenburg und Plauen angereist waren, hatten sich in Roben aus 1001 Nacht gehüllt. Unter dem Beifall der fröstelnden Zuschauer und bei zwei Grad Lufttemperatur stürzten sie sich am Hauptstrand in die Fluten. Auch regionale Akteure waren mit von der Partie, so zum Beispiel die 77-jährige Zinnowitzerin Karin Pietler. „Ich gehe seit 20 Jahren jeden Morgen in die Ostsee“, erklärte die Seniorin. „Erkältungen kenne ich nicht. Wenn ich mal einen Schnupfen hab’, ist der ratzfatz wieder weg.“ Auch Lilly Kruschinski aus Zinnowitz meldete sich im Zelt der Kurverwaltung an. „Ich gehe manchmal mit meiner Mama im Winter in der Ostsee baden. Das tut gut“, meinte die Zehnjährige, die am Sonnabend zu den jüngsten Teilnehmern gehörte.

Angeführt wurde der Zug der Eisbader von Trassenheides Kurdirektor Mario Aldehoff. „Für mich ist es das erste Mal. Ich muss verrückt sein, aber ich ziehe das durch. Es wird schon alles gut“, hoffte der 38-Jährige, der seit September 2017 für den touristischen Part des Ostseebades zuständig ist. Ein bekanntes Gesicht beim Eisbaden am winterlichen Ostseestrand ist Christian Höhn, Vorsteher des Amtes Usedom Nord. „Ich mache das seit 1994 immer sonntags, weil ich in der Woche nicht dazu komme“, schilderte der 61-Jährige. „Ich hatte seitdem keine Erkältung und trage das ganze Jahr über nur kurzärmelige Hemden.“ Sechs Minuten verbrachte Höhn am Sonnabend in der drei Grad kalten See. „Schön kalt“, kommentierte er das Erfrischungsbad.

Karsten Köhler aus Trassenheide wurde für das beste Kostüm ausgezeichnet, gefolgt von Lilly Kruschinski aus Zinnowitz und Ina Peters von den Wrietzener Eisbären. Stefanie Pflock von der Kurverwaltung freute sich über den regen Zuspruch, den auch das 5. Trassenheider Eisbadespektakel erfuhr. „Es ist das dritte Mal, dass wir zwei individuelle Themen miteinander kombiniert haben“, sagte sie. Im Jahr der Fußball-WM sollte dabei unbedingt auch das runde Leder im Mittelpunkt stehen. Am breiten Ostseeufer war daher ein Spielfeld aufgebaut, in dem Kicker des Greifswalder FC und des Vereins Baltica aus Swinemünde Fußball spielten und schon mal Lust auf die nahe Weltmeisterschaft in Russland machten. Im Anschluss waren die Gäste eingeladen, sich beim Dribbeln aufzuwärmen.

Tom Schröter

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