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Usedom Ortsumgehung Zirchow: Planung soll 2019 beginnen
Vorpommern Usedom Ortsumgehung Zirchow: Planung soll 2019 beginnen
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00:00 11.09.2018
Zirchow

Von Tempo 50 auf 30 km/h – seit Mitte Juli müssen die Kraftfahrer ihre Geschwindigkeit drosseln, wenn sie die Ortsdurchfahrt Zirchow passieren. Das war ein Teilerfolg der Arbeitsgruppe „Ortsumgehung Zirchow“ und der Einwohner, die seit Jahren den unhaltbaren Zustand der viel zu schmalen und gefährlichen Bundesstraße 110 anprangern und dagegen Sturm laufen.

Aufgrund des Umfangs des Vorhabens muss eine EU-weite Aus- schreibung erfolgen.Renate Gundlach, Sprecherin Verkehrsministerium Quelle: Foto: U. Driest

„Wir machen weiter“, kündigt Diana Genz, Mitglied der Arbeitsgruppe, an. Nach Protestaktionen in Schwerin, Wutbriefen an Landes- und Bundespolitiker sollen nun erneut Schreiben aus Zirchow verschickt werden. Die Adressaten sind Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Landesinfrastrukturminister Christian Pegel (SPD). „Wir fordern, die Planungen für die Ortsumgehung zügig voranzutreiben.

Und wollen weiter Fakten sammeln, die für eine großräumige Ortsumfahrung sprechen, die wirtschaftlich sinnvoller ist und den Flughafen anbindet“, sagt Diana Genz.

Bewegung ist inzwischen auf Landes- und Bundesebene in das Projekt „Ortsumgehung Zirchow“ gekommen. Mitte Juli hatte das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur dem Landes-Verkehrsministerium mitgeteilt, dass es die Planungen für eine Ortsumgehung Zirchow aufnehmen kann, obwohl die Straße weder im Bundesverkehrswegeplan noch im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen geführt wird. Grund des Umdenkens ist die erwartete Verkehrszunahme im Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Swinetunnels im polnischen Swinemünde. „Der Bund hat die Auswirkungen auf das grenznahe Straßennetz bewertet und die Wirtschaftlichkeit bestätigt“, heißt es von Ministeriumssprecherin Renate Gundlach.

Planung wird EU-weit ausgeschrieben

Das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz habe inzwischen die Unterlagen zur „Ortsumgehung Zirchow“ der Projektgruppe „Großprojekte“ in der Landesstraßenbauverwaltung übergeben. „Diese wird nach Sichtung der Akten die Ausschreibung der Planungsleistung vorbereiten, die aufgrund des Umfangs des Vorhabens EU-weit erfolgen muss. Ziel ist, dass im kommenden Jahr ein Planungsbüro gebunden werden kann und die Planung dann beginnt. Diese wird einige Jahre andauern, um sicher durch das anschließende Baurechtsverfahren zu kommen“, so die Sprecherin. Auf welcher Route das Dorf umfahren werden könnte, soll im ersten Schritt ein Vergleich verschiedener Varianten bringen. „Wir gehen ergebnisoffen an die Planung, um allen Belangen möglichst optimal gerecht werden zu können“, sagt Renate Gundlach.

Die kleine Variante einer Ortsumgehung lehnen die Zirchower ab. „Sie würde am Friedhof vorbeiführen und Kutzow sowie Zirchow zerschneiden. Auch Kutzow soll entlastet werden“, betont Diana Genz, die bei einer großen Lösung mit Anbindung an den Flughafen auf die vielen Unternehmen am Airport verweist, die davon profitieren würden.

Die Vorzugsvariante der Zirchower ist unverändert: Vor Kutzow könnte die Ausweichstraße parallel zur B 110 auf dem alten Bahndamm verlaufen und hinter Zirchow in Richtung Norden vor Ulrichshorst wieder auf die L 266 treffen.

Der Verlauf einer möglichen Ortsumfahrung ist auch Thema des nächsten Treffens der Arbeitsgruppe Mitte Oktober. Dann sollen Vertreter der Kirche eingeladen werden. „Wir wollen hören, wie sie dazu stehen, wenn es am Friedhof vorbeigeht. Und ob es Bedenken hinsichtlich der Störung der Totenruhe gibt“, so Diana Genz.

Henrik Nitzsche

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