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Usedom Ossis haben keine große Klappe
Vorpommern Usedom Ossis haben keine große Klappe
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00:05 21.04.2017

Jens Krafczyk (56), Modehändler aus Greifswald: „Die Wendezeit habe ich in Ostberlin erlebt, doch nach einem halben Jahr habe ich mich wieder verdrückt. Ich konnte es schwer ertragen, wie die Leute aus dem Westteil der Stadt im Ostteil teilweise auf die Kacke hauten. Sie tauschten 20 DM in 100 Ostmark um und spielten sich auf wie die großen Reichen von drüben.

Im Mai 1990 bin ich wieder in meine Heimatstadt Greifswald gegangen und habe sehr erfolgreich Grünpflanzen auf dem Mark verkauft. 1991 wurden die HO-Geschäfte privatisiert. Von der Treuhand erhielt ich den Zuschlag für eine kleinen dunklen 50 qm großen Laden: „Alles für den Herren“. Ich musste den Laden samt Personal, Ausstattung und Ware übernehmen. Dann habe ich mich informiert in Sachen Klamotten, fand das spannend und habe zugeschlagen. 1993 konnte ich als Ossi auch das komplette Haus erwerben. 1994 wurde die Ruine saniert (Gründerzeitstimmung). Es kamen immer wieder Textilvertreter zu mir in den Laden, die mir ihre Waren verkaufen wollten. Die haben mich oft gefragt, von wo ich ursprünglich komme. „Sie sind doch auch von uns drüben“, hieß es. Sie waren dann recht verwundert, dass ich Ossi bin. Vermutlich, weil ich eine große Klappe habe und selbstbewusst rüberkomme. Da kann man kein Ossi sein, dachten sie damals wohl.

Ich habe viele Freunde aus Westdeutschland. Die Freundschaften sind in der Wendezeit entstanden und halten bis heute. Die Generation, die die lange Teilung erlebt hat, wird den Speicher nie ganz löschen können. Aber der neuen Generation ist das Ost-West-Ding total egal.“

OZ

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