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Usedom Paddel-Spaß auf der Warnow
Vorpommern Usedom Paddel-Spaß auf der Warnow
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00:00 25.07.2016
Den Dreh mit dem Doppelpaddel hat Anja Koffmane aus Rostock schnell heraus. Quelle: Ann-Christin Schneider

Anja Koffmane kommt ins Schwitzen. Sie taucht das Paddel rechts von ihrem orangefarbenen Kajak ins Wasser. Es spritzt. Das Boot zieht zur Seite. Zwei, drei kräftige Schläge sorgen für Vortrieb. Jetzt muss die 23-Jährige den Kopf einziehen.

Kanutouren im Warnow-Durchbruchstal starten am Campingplatz in Sternberg

Kontakt & Infos

Adresse:

Camping Sternberger Seenland

Maikamp 11

19406 Sternberg

Kontakt: ☎ 03847 / 2534

Öffnungszeiten: 8.00 bis 18.00 Uhr

Preise:

Tagestour: je nach Größe des Bootes zwischen 25 und 80 Euro

Mehrtagestour: 75 bis 155 Euro

(inklusive Transport)

• Internet: www.kanu-warnow.de

Geschafft. Sie hat den umgestürzten Baum, der wenige Zentimeter über der Warnow ragt, umfahren. „Das war aufregend“, sagt die Rostockerin. „Meine Armmuskeln brennen.“

Die Freizeitsportlerin ist auf einer Kanutour im Warnow-Durchbruchstal. Nördlich von Sternberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat sich der Fluss bis zu 30 Meter tief in die Erde gegraben und eine einzigartige Landschaft geschaffen. „Bei Wasserwanderern ist die Region deshalb sehr beliebt“, sagt Heiko Thomä, Besitzer des Campingplatzes „Sternberger Seenland“.

Von ihm hat sich die Paddelanfängerin ihr Boot geliehen. Urlauber und Einheimische können am Campingplatz unter 40 Canadiern und Kajaks für Tages- oder Mehrtagestouren wählen. Schwimmwesten liegen bereit. „Paddeln kann jeder“, sagt der 55-jährige Campingplatzbesitzer. Ruhige Abschnitte im Durchbruchstal sind ideal für Anfänger oder Familien mit Kindern. Fortgeschrittene sowie Abenteuerlustige können sich hingegen auf Stromschnellen ausprobieren. Dank Transferservice geht es zu den jeweiligen Startpunkten.

Anja Koffmane hat die Strecke zwischen Sternberger Burg und Eickhof gewählt. Sie will die acht Kilometer lange Tour auf der Mildenitz und Warnow bewältigen. Die studierte Ökonomin sitzt zum ersten Mal in einem Kajak – und das bequem mit ausgestreckten Beinen. Ihre Devise lautet: „Bloß nicht umkippen!“

Das Wasser hinter Sternberger Burg ist ruhig und flach. Nur 50 bis 60 Zentimeter ist die Mildenitz hier durchschnittlich tief. Am Ufer wachsen gelbe Lilien. Blaue und graue Libellen scheinen über der Wasseroberfläche zu schweben. Nach dem Übergang in die Warnow müssen immer wieder Steine und Bäume im Wasser umfahren werden. „Ich bin überrascht, wie schnell ich den Bogen mit dem Doppelpaddel raushabe“, sagt die gebürtige Sachsen-Anhalterin.

Das zahlt sich zum Beispiel auf der Hälfte der Strecke – bei Groß Görnow – aus. Eine Holzbrücke darf nur zwischen großen, roten Pfeilen durchfahren werden. Das Wasser an der Stromschnelle rauscht.

Die Rostockerin manövriert ihr 30 Kilogramm schweres Kajak im richtigen Winkel unter dem Hindernis hindurch. „So ein Mist“, ruft sie, als sie trotzdem an einem der Steine aufsetzt. Dann aber lacht sie. Nichts passiert. Mit kräftigen Paddelschlägen kann sie sich von dem Brocken lösen.

„Für mich ist das Paddeln Sport und Erholung gleichzeitig“, sagt die 23-Jährige. „Hier kann ich vom Alltag abschalten.“ Die Fließgeschwindigkeit hat sich zwischen Klein Raden und Eickhof wieder verringert. Die Kajakfahrerin lässt sich mit dem Strom treiben. Fischotter, Biber, Seeadler, Graureiher, Kormorane, Mandarinenenten und Eisvögel fühlen sich hier wohl.

Vor den Stromschnellen am Wasserwanderrastplatz Eickhof endet die Tour. In einer kleinen Bucht stegt die junge Frau aus und zieht ihr Gefährt an Land. „Das hat Spaß gemacht. Ich komme wieder, um weitere Strecken zu erkunden“, betont sie.

Ann-Christin Schneider

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