Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Parksünder lassen über 350 000 Euro auf Usedom
Vorpommern Usedom Parksünder lassen über 350 000 Euro auf Usedom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:23 15.01.2015
Parken ohne Ticket am Ahlbecker Rathaus: Von Enrico Knüppel (36) vom Ordnungsdienst gibt es dafür ein Knöllchen. Fotos (4): Henrik Nitzsche

Heringsdorf — Über 350 000 Euro spülten Parksünder im vergangenen Jahr in die Usedomer Kassen. In den Ämtern Nord und Süd sowie in der Gemeinde Heringsdorf wurden insgesamt rund 26 000 Strafzettel an Falschparker verteilt. Zum Vergleich: 2013 waren es noch über 27 000.

Allein im Nordamt waren es 2000 Knöllchen weniger als noch im Vorjahr. Bernd Meyer, Leiter des Ordnungsamtes, führt den Rückgang allerdings nicht auf die Einsicht der Parker zurück, den notwendigen Parkschein zu ziehen, sondern auf die personelle Notlage im Sommer.

Fälle wie diese sind zum Glück selten: „Ein frustrierter Kraftfahrer fuhr einer unserer Politessen über den Fuß und beging Fahrerflucht. Sie fiel zwei Monate aus, gegen den Fahrer wird noch ermittelt“, sagt Meyer. Die Einnahmen von rund 115 000 Euro würden sich zum Vorjahr fast decken, „da 2014 ein neuer Bußgeldkatalog herauskam und die Sätze teilweise angehoben wurden.“

Mit 4500 Knöllchen schaffte es Zinnowitz erneut an die Spitze im Inselnorden. „Viele Gäste nehmen mittlerweile den Strafzettel in Kauf, nur um möglichst dicht am Strand zu parken“, sagt Meyer.

Genügend Parkplätze gebe es in Zinnowitz. Und weitere könnten zur neuen Saison dazu kommen. „Zwischen der Grundschule und dem Sportplatz soll im Dannweg ein neuer kostenpflichtiger Parkplatz mit rund 150 Stellflächen entstehen“, kündigt der Ordnungsamtsleiter an. Auch in Peenemünde wird zur kommenden Saison aufgerüstet — am Hafen sollen zusätzlich 100 Parkplätze geschaffen werden.

Mit insgesamt 12 405 Ordnungswidrigkeiten bewegt sich das Kaiserbad auf dem Vorjahresniveau, wie Marcus Strömich, stellvertretender Heringsdorfer Bürgermeister, betont. Mit 176 500 Euro brachten die Verstöße der Autofahrer über 20 000 Euro mehr in die klamme Haushaltskasse. Strömich begründet den Anstieg mit dem neuen Bußgeldkatalog und den längeren Arbeitszeiten der Kontrolleure. Statt bislang 18 waren sie im Sommer bis 21 Uhr unterwegs.

61 Mal mit Haft gedroht Das Ignorieren des Parkscheinautomaten, die Überschreitung der Parkzeit und Parken im Halteverbot seien die häufigsten Delikte, so Strömich. Unbefriedigend sei noch immer die Handhabe bei polnischen Kraftfahrern, denn das Eintreiben der Gelder gestalte sich schwierig. „Erst ab 50 Euro schaltet sich das Bundesamt für Justiz ein. Die Bußgelder liegen aber maximal bei 35 Euro.“

Hartnäckigen Falschparkern kann es aber dennoch an den Kragen gehen. „In der Bansiner Bergstraße parkte permanent ein Fahrzeug mit polnischem Kennzeichen. Wahrscheinlich ein Arbeitnehmer. Wir ließen den Wagen dann abschleppen. Der Kraftfahrer musste beim Abholen seines Wagens bezahlen“, nennt Strömich ein Beispiel. 61 Mal habe die Gemeinde sogar mit Erzwingungshaft gedroht — in allen Fällen zahlten die Parksünder statt ins Gefängnis zu gehen.

Zu solch drastischen Mitteln wurde im Südamt nicht gegriffen, wie Tobias Menge vom Ordnungsamt mitteilt. Knapp 6000 Knöllchen hefteten die Süd-Kontrolleure unter die Scheibenwischer der Fahrzeuge. „Die Schwerpunkte liegen in den Seebädern, besonders aber in Ückeritz“, so Menge. Rund 65 000 Euro habe das Südamt eingenommen. Als besonders ergiebig entpuppte sich laut Menge der Töpfermarkt in Morgenitz. „Trotz ausgewiesener Parkmöglichkeiten stellen sich viele Kraftfahrer immer wieder an den Straßenrand.“

Die Diskussion um den Parkscheinautomaten vor dem Mellenthiner Schloss dürfte auch in diesem Jahr weitergehen. „Für die Gemeinde hat sich der Automat gerechnet. Für 2015 soll der Vertrag verlängert werden“, sagt Menge. Gegen die Erhebung von Parkgebühren hatte sich Schlossherr Jan Fidora ausgesprochen. Er warf der Gemeinde „Abzocke“ vor und initiierte eine Unterschriftensammlung.

Bußgelder und Einnahmen
Auszug aus dem Bußgeldkatalog:

— Unzulässiges Parken in verkehrsberuhigten Zonen: 10 Euro  

— Parken im 5-Meter-Bereich von Kreuzungen und Einmündungen: 10 Euro
— Parken an abgelaufener Parkuhr ohne Parkschein oder ohne Parkscheibe —   bis zu 30 Minuten: 10 Euro
bis zu 3 Stunden:   25 Euro
— Parken auf Schwerbehinder-
ten-Parkplatz: 35 Euro

176 500 Euro hat die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf im vergangenen Jahr durch Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr eingenommen. 2013 waren es noch knapp 154 000 Euro.
445 Mal musste der Gerichtsvollzieher vollstrecken, weil Kraftfahrer ihre Strafzettel in Heringsdorf nicht bezahlten. 2013 waren es im Kaiserbad noch 533 Fälle für den Gerichtsvollzieher.

5984 Knöllchen wurden im Amt Usedom-Süd verteilt. Einnahmen: 65 000 Euro. Neben den Seebädern mussten die vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch Verstöße an Parkscheinautomaten in Kamminke, Korswandt und Mellenthin ahnden.
115 000 Euro an Bußgeldern wurden im Nordamt eingenommen.



Henrik Nitzsche

Der erster Nachwende-Bürgermeister des Ostseebades Ahlbeck wird im Januar 90 Jahre alt.

15.01.2015

Dr. Uwe Bastian aus Papendorf bei Lassan will nicht mehr Mitglied der Piratenpartei Deutschland sein. Nachdem der Landesverband MV der Piraten am 8.

15.01.2015

Die Künstler für die 21. Ausgabe von „Kunst:Offen“ 2015 in Vorpommern stehen fest. 249 Kunstschaffende haben angemeldet, in der Zeit vom 23.

15.01.2015
Anzeige