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Usedom Patientin erbost: Hundestrand vor Ahlbecker Reha-Klinik
Vorpommern Usedom Patientin erbost: Hundestrand vor Ahlbecker Reha-Klinik
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00:00 21.07.2016
Das alte Schild verweist auf den Hundestrand an der Grenze.

Erholung am Strand zwischen vielen Hunden – wenn Erltrud Vogel nur daran denkt, gerät sie in Brass. „Erst war ich geschockt, dann empört und jetzt fassungslos“, sagt die 65-Jährige. Denn ausgerechnet vor der Rehabilitationsklinik Seebad Ahlbeck (Kieferngrund) hat die Gemeinde einen Hundestrand eingerichtet – ein etwa 150 Meter langer Abschnitt in Richtung Grenze. „Von den Abgängen 1F bis 1E“, sagt Erltrud Vogel, die Patientin in der Klinik ist. Sie hat Brustkrebs. „Ich bin bereits das dritte Mal in der Klinik, weil es hier sehr gut ist. Ich mag den Strand wegen der salzigen Luft. Ich gehe vier Mal am Tag in der Ostsee baden. In einer Nacht- und Nebelaktion haben sie vor ein paar Tagen die Schilder aufgestellt“, so die Frau aus dem niedersächsischen Gifhorn. „Und jetzt muss ich befürchten, in Hundekacke zu treten oder auf eine Stelle im Sand, wo Hunde hingepinkelt haben. Was hat sich die Gemeinde bloß dabei gedacht, uns hier einen Hundestrand vor die Nase zu setzen?“.

Kurdirektor begründet neuen Abschnitt mit der Zunahme von Gästen mit Vierbeinern

„Ich kann den Ärger verstehen, nicht jeder mag Hunde. Die Entscheidung, einen weiteren Hundestrand in Ahlbeck einzurichten, ist durch alle politischen Gremien gegangen. Ende Juni hat das die Gemeindevertretung beschlossen“, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann. Die Zahl der Hundebesitzer, die in den Kaiserbädern Urlaub machen, hätte zugenommen. Deshalb wurde nun ein weiterer Abschnitt freigegeben. „Wir haben Hundestrände an der Grenze, an der Bansiner Steilküste und am Heringsdorfer Sackkanal. Für Gäste, die zwischen Heringsdorf und Ahlbeck in den Hotels und Ferienzimmern wohnen, hatten wir bislang noch nichts. Der Hundestrand befindet sich vom Klinikabgang rechts, links ist alles frei“, betont der Kurdirektor und begründet das Aufstellen der Schilder.

Dabei gibt es an dem Strandaufgang bereits ein Schild: Dort steht „1300 Meter Hundestrand“ mit einem Pfeil in Richtung Grenze. „Die Schilder sind alt. Nach der Saison werden sie verschwinden“, sagt Heilmann.

Erltrud Vogel hat für vier Wochen in dem Abschnitt einen Strandkorb gemietet. „Ich fühle mich jetzt hier eingeschränkt. Ich sehe das Patientenwohl gefährdet. Wegen meiner Immunschwäche muss ich regelmäßig ins Wasser, plötzlich kommt mir nun ein Hund entgegen. Das geht gar nicht“, so die Patientin, die sich inzwischen bei der Klinikleitung beschwert hat.

„Es ist nicht gerade berauschend für uns“, sagt Klinik-Geschäftsführer Reinhard Dengg auf Nachfrage. Er habe inzwischen mit dem Bürgermeister und dem Kurdirektor gesprochen. „Wir wollen mal die Saison abwarten und gegebenenfalls dann reagieren. Ich verstehe natürlich auch die Bedürfnisse von den Hundebesitzern.“

Henrik Nitzsche

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