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Paukenschlag im Karlshagener Schulstreit: Leiterin geht

Karlshagen Paukenschlag im Karlshagener Schulstreit: Leiterin geht

Antje Seber hat beim Schulamt um ihre sofortige Abberufung gebeten / Notwendige Unterschriften für Bürgerbegehren zusammen

Karlshagen. Der Streit um den Erhalt der Eigenständigkeit der Grundschule Karlshagen hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Schulleiterin der Grundschule, Antje Seber, hat beim Staatlichen Schulamt in Greifswald mit sofortiger Wirkung um ihre Abberufung gebeten. Darüber informierte gestern Bürgermeister Christian Höhn (WIK). Da es in der Grundschule gegenwärtig auch keine Stellvertreterin gibt, hat die Leiterin der Karlshagener Heine-Schule, Marlies Schönberg, kommissarisch die Führung übernommen, so Höhn weiter. Die Eltern der Grundschüler seien darüber informiert worden. Zu den Gründen des Rückzugs der Grundschulleiterin konnte der Bürgermeister gestern nichts sagen. Auch Antje Seber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der Zeitpunkt des Rücktritts ist denkbar ungünstig. Erst Mitte März dieses Jahres war Antje Seber durch das Schulamt als Leiterin der Grundschule bestellt worden. Mit ihr an der Spitze sollte die Grundschule weiter eigenständig bleiben.

Doch es kam anders: Im August beschloss die Karlshagener Gemeindevertretung mehrheitlich eine neue Schulstruktur in der Gemeinde. Zum Schuljahr 2017/18 soll es eine Regionale Schule mit Grundschulteil geben. Der Elternprotest im Vorfeld war erfolglos.

Die Kritiker des Gemeinde-Beschlusses wollen mit einem Bürgerbegehren die Entscheidung wieder rückgängig machen. Mitte September hatte die Initiativgruppe dem Bürgermeister eine Mappe mit exakt 958 Unterschriften übergeben. „300 Unterschriften wurden im Amt geprüft. Die notwendigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sind da. Nun wird sich die Untere Rechtsaufsichtsbehörde damit beschäftigen“, kündigte Höhn gestern eine Prüfung durch den Landkreis an. „Wir haben nun zwei Optionen. Die erste ist, dass sich die Gemeindevertretung damit noch einmal beschäftigt und den Beschluss zurücknimmt, die andere wäre ein Bürgerentscheid im Januar 2017“, so Höhn.

Henrik Nitzsche

OZ

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