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Pfingst-Kleinkunstfestival mit Gästen aus 21 Nationen

Heringsdorf Pfingst-Kleinkunstfestival mit Gästen aus 21 Nationen

Veranstalter versprechen riesige Vielfalt an vertretenen Genres / Gestandener Comedian moderiert das Varieté im Kaiserbädersaal

Heringsdorf. So multikulturell besetzt wie am kommenden Pfingstwochenende war das Internationale Kleinkunstfestival Insel Usedom noch nie in seiner 17-jährigen Geschichte. 29 Künstlergruppen aus 21 Ländern werden vom 13. bis 16. Mai Spiel- und Lebensfreude auf die Promenaden und Konzertplätze der Insel-Seebäder bringen.

Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Deutschland, Italien, Frankreich und Italien. Viele stammen aber auch aus fernen Ländern wie Kirgistan, Israel, USA, Kanada, Guatemala, Uruguay, Chile, Argentinien, Brasilien oder Japan.

„Wir hatten über 200 Bewerbungen aus aller Welt. Letztes Jahr waren es 170, davor 180“, sagt Kersten Fubel vom Förderverein „Kleinkunst Insel Usedom“. Für ihn und die anderen Mitglieder der Auswahljury ist es alljährlich eine Riesenherausforderung, die richtige Mischung für das spartenoffene Festival zu finden. Offene Türen hingegen rennen die Macher des Internationalen Kleinkunstfestivals bei der Suche für die Moderation des „Varieté am Meer“ ein.

„Bei der Moderation im Varieté haben wir mittlerweile einen sehr hohen Standard erreicht. Da haben wir Anfragen für die nächsten Jahre“, unterstreicht Georg Kurze, der für den Eigenbetrieb Kaiserbäder in die Festivalorganisation eingebunden ist. In diesem Jahr wird der Kölner Kabarettist Marius Jung durch das Programm am Pfingstsamstag im Kaiserbädersaal führen. „Marius Jung ist ein gestandener Comedian, der weiß genau, was er macht. Da freu ich mich drauf“, so Kurze weiter.

Der dunkelhäutige Rheinländer kokettiert auf der Bühne gerne mit seiner Hautfarbe und bezeichnet sich selbst als „Maximalpigmentierten unter weißen Deutschen“. Die Teilnehmer für das „Varieté am Meer“ stehen bereits fest. Allerdings wissen nur die Festivalorganisatoren und Regisseur Urs Jäckle vom Krystallpalast Varieté Leipzig, wer die Auserwählten sind. Die Künstler selbst erfahren ihr Glück erst nach ihrer Ankunft auf Usedom, das geschätzte Publikum erst wenn sich der rote Vorhang im Kaiserbädersaal hebt.

Für die Veranstaltung wurden bislang rund 100 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Noch gibt es also genügend Restkarten in allen Kategorien für dieses Festival-Highlight am 14. Mai. Das wird auf der Hauptbühne auf dem Heringsdorfer Konzertplatz mit Musik der Berliner Formation „Monsieur Pompadur“ begleitet — für alle, die keine Varieté-Karten abbekommen sollten. Im Anschluss an die Saal-Veranstaltung sorgt die Japanerin Meriko vor dem Forum Usedom für eine Kombination von Tanz und Feuer auf dem Chinesischen Mast.

Der persönliche Favorit von Georg Kurze ist der Portugiese Rui Paixão vom „Duo d´Orfeu AC e Cão à Chuva“. Der Clown verspreche einen schrägen Auftritt. Eine Neuheit beim Festival wird die ungarische Compagnie Bandart präsentieren, die mit Lichtprojektion und „Dancing Graffiti“ das Publikum faszinieren will.

Das Festivalprogramm mit rund 20 Wertungsauftritten wird wieder sehr bunt und vielfältig ausfallen. Es gibt Reifenakrobatik, Hula Hoop, Breakdance, Zauberei, Kunstradakrobatik, Tanz, Trapez- und Trampolinartistik, Papierkunst, Jonglage sowie Feuershow zu bewundern. Und nach langen Jahren ist mit dem Straßenmusiker Galiró aus Italien wieder ein Künstler vertreten, der als One-Man-Band die Wiege der Kleinkunst repräsentiert, so Kurze.

Wie in den Vorjahren spielt sich das Hauptgeschehen an sechs Spielorten rund um die Heringsdorfer Seebrücke ab. Dort ist auch eine Infohütte zu finden, wo unter anderem Geld gewechselt werden kann, das nach den Vorstellungen der Verantwortlichen reichlich in die Hüte der Künstler wandern sollte. Denn das Hutgeld ist die einzige Gage, die sie neben einer begrenzten Fahrtkostenerstattung seitens der Veranstalter bekommen.

In der Hütte an der Promenade gibt es auch Tickets für das „Varieté am Meer“ sowie für das „Varieté am Morgen“, das Pfingstsonntag um 11 Uhr im Theaterzelt Chapeau Rouge stattfindet. Dort werden vier Künstlergruppen für ein anderthalbstündiges Familien-Programm sorgen, durch das der Berliner Künstler Reinhard Reim führt. Gastspiele gibt es an allen vier Tagen in insgesamt sieben Insel-Seebädern, darunter auch Swinemünde.

Von Dietmar Pühler

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