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Physik von Theaterkulisse umrahmt

Peenemünde Physik von Theaterkulisse umrahmt

Knapp 70 000 Besucher strömten in diesem Jahr in die Phänomenta. Von November bis Februar ist Winterpause. In dieser Zeit soll die Ausstellung weiter aufgepeppt werden.

Peenemünde. „Wo ist der Trabi?“, schreit einer der Jungen in den Raum. „Da, hinter dem Pendel“, ruft ein anderer. Die rote Rennpappe zählt zu den Höhepunkten der Phänomenta in Peenemünde. Trotz kleinerer Lackschäden und der lockeren Halterung am Dach hat der Trabant bislang die unzähligen Auf und Ab's am langen Hebel gut verkraftet. Andere Geräte nicht. Die werden sich ab November einer Generalüberholung unterziehen. Wie Ausstellungsleiter Rudolf Seifert gestern informierte, geht die Schau in Winterpause. „Von Ende Oktober bis Ende Februar schließen wir.“ Das heißt aber nicht, dass in der Ausstellung Ruhe einkehrt. Denn umfangreiche Baumaßnahmen stehen an. So soll der Haupteingang an die Stirnseite der Turnhalle gegenüber dem HTI verlegt werden. Außerdem wird eine neue Heizung eingebaut, denn im nächsten Jahr will die Phänomenta „durchmachen“. Zudem dürfen sich die Besucher auf neue Kulissen in der alten Turnhalle freuen. In Zusammenarbeit mit dem Theater Vorpommern will Seifert im großen Ausstellungsteil „für neues Flair sorgen“. Gespannt sein dürfen auch die Jüngsten. Ab März soll es einen Raum für Geburtstagskinder geben. Auf einem nachgebauten Schiffsvorderdeck können sich die kleinen Jubilare mit ihrer „Mannschaft“ austoben. Anmeldungen liegen bereits vor.

Seifert verspricht nach der Pause den Aufbau von rund 40 neuen Experimenten. Auf der weit über 3000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche können sich die Besucher dann an über 200 Experimenten versuchen. Allein in diesem Jahr passierten knapp 70 000 Gäste die Eingangstür. Für Seifert, der mit der Gemeinde für das Gebäude einen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen hat, ein Erfolg. Hauptsächlich durch Mundpropaganda oder Prospekten in Hotels und Pensionen seien die Gäste auf die Schau aufmerksam geworden. Das hat eine Befragung unter den Besuchern ergeben.

Der gebürtige Oldenburger will aber auch weiter seinem Steckenpferd dem Export treu bleiben. In Stettin hat Seifert einen Uni-Professor für die Idee einer Phänomenta in Polen begeistern können. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie gestalte sich schwierig. „Die Villa des Dichters Kleist war zu groß. Jetzt suchen wir ein leer stehendes Fabrikgebäude.“

Außerdem will Seifert in zwei bis drei Jahren eine Phänomenta im Ausland eröffnen. Nicht zufällig führte ihn deshalb die letzte Dienstreise vor einigen Tagen in eine 1001-Nacht-Atmosphäre. Es ging in die Arabischen Emirate, genauer nach Dubai. „Es ist ein phantastischer Ort“, schwärmte er vom Ausflug an den Persischen Golf. Doch bis es dort soweit ist, bleibt am Peenestrom für Seifert und seine Crew noch einiges zu tun.



HENRIK NITZSCHE

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