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Usedom Planfeststellung für Wolgaster Ortsumgehung beginnt
Vorpommern Usedom Planfeststellung für Wolgaster Ortsumgehung beginnt
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05:00 06.10.2018
Die Planfeststellung für die neue Wolgaster Ortsumgehung beginnt. Ein neue Brücke über den Peenestrom bildet das Kernstück. Quelle: Architekurbüro Dorsch
Wolgast

Viele Wolgaster haben schon nicht mehr daran geglaubt, dass die Stadt eine neue Ortsumgehung erhält. Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) gehörte nicht dazu. „Die Ortsumgehung mit einer neuen Querung über die Peene ist ein Muss. Es ist das letzte Vorhaben aus dem Programm ’Deutsche Einheit’ von 1990, das dort zwar festgeschrieben, aber immer noch nicht umgesetzt wurde“, sagt er. Doch nun wird’s ernst. Das Planfeststellungsverfahren beginnt!

18 dicke Aktenordner liegen aus

Was keiner für möglich hielt: Der Bund, der das millionenschwere Verkehrsprojekt mit einer großen und fünf kleinen Brücken sowie sechs Kilometer Straße umsetzt, hat in dieser Woche der Stadtverwaltung den Beginn des Verfahrens mitgeteilt. Im Klartext heißt das, in der Stadtverwaltung liegen vier Wochen lang die kompletten Planungsunterlagen aus und sind für jedermann zugänglich. Die Auslegefrist wurde für den Zeitraum vom 29. Oktober bis 28. November dieses Jahres festgelegt. 18 dicke Aktenordner mit tausenden Seiten umfassen die Planungsunterlagen. „Allein der Umweltbericht, in dem unter anderem die im Baubereich vorkommenden Tierarten aufgelistet sind und der Bestand gezählt wurde, umfassen 1700 Seiten“, berichtet Weigler.

Einwände können vorgebracht werden

Bürger, Verbände und Einrichtungen haben in diesen vier Wochen Zeit, die Dokumente – die Planungsunterlagen samt Zeichnungen und Erläuterungen sowie die ergänzenden Unterlagen – im Fachdienst Bauen des Amtes Am Peenestrom in Wolgast, Burgstraße 6 im Flur der 5. Etage zu studieren und gegebenenfalls mögliche Einwände gegen das Verkehrsprojekt schriftlich vorzubringen. Ob es viele Einwände geben wird, kann das Stadtoberhaupt nicht einschätzen. „Fakt ist, dass man immer erst mal schauen sollte, ob der mögliche Einwand nicht doch schon auf einer der vielen Seiten beleuchtet wurde“, meint er.

Baustart könnte 2020 sein

Und wie geht es nach der öffentlichen Auslegung weiter? „Wenn es einigermaßen komplikationslos verläuft, ist das Verfahren nach etwa einem Jahr beendet und der Plan endgültig festgestellt. Nach den dann erforderlichen Ausschreibungen samt Fristen kann der Bau im Jahr 2020 beginnen. Weigler sagt dazu: „Der Bund hat uns als Stadt gegenüber deutlich gemacht, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder die Unterlagen erhalten nach Ende des Planfeststellungsverfahrens einen grünen Genehmigt-Stempel. Dann wird sofort gebaut. Oder es gibt einen roten Nicht genehmigt-Stempel.“ Dann werde wohl nie gebaut. „Aber ich gehe vom grünen Stempel aus. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dann zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit im Jahr 2020 der erste Spatenstich für die Ortsumgehung erfolgen könnte“, so Weigler.

Bauzeit von fünf Jahren

Da die Bauzeit mit vier bis fünf Jahren angesetzt ist, wäre es doch ein tolles Zeichen, wenn fünf Jahre später – am 3. Oktober 2025 zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit – diese letzte Projekt aus dem Einheitsvertrag realisiert ist und die Übergabe erfolgen würde. In der Stadtverwaltung hätten nach dem Bekanntwerden des Beginns der Planfeststellung etliche Mitarbeiter mit der Bemerkung „Und das soll stimmen?“ reagiert. Um so mehr freue man sich nun, dass es tatsächlich losgeht und Wolgast die dringend benötigte Ortsumgehung bekommen soll.

Unterlagen von Montag bis Freitag einsehbar

Einsicht in die Planungsunterlagen ist zu folgenden Zeiten möglich: montags 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, dienstags 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, mittwochs 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, donnerstags 8 bis 12 und 14 Uhr bis 16 Uhr und freitags 8 bis 12 Uhr.

Meerkatz Cornelia

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