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Polen schließt sonntags die Supermärkte

Swinemünde Polen schließt sonntags die Supermärkte

Das neue Gesetz wird in drei Schritten umgesetzt. Marktstände dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Viele Swine- münder finden die neue Regel gut.

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Das große Einkaufszentrum Corso in Swinemünde darf sonntags bald nicht mehr öffnen. FOTOS (5): RADEK JAGIELSKI

Swinemünde. Mal fix am Sonntag zum Shoppen rüber nach Swinemünde? Wem der Markt gleich hinter der Grenze ausreicht, kann das auch künftig problemlos tun. Wer jedoch die Einkaufszentren und Supermärkte bevorzugt, steht schon bald vor geschlossenen Türen. Nach einem neuen Gesetz dürfen in Polen von März 2018 an große Geschäfte nur noch am ersten und letzten Sonntag des Monats öffnen. Im Jahr 2019 wird es nur noch einen verkaufsoffenen Sonntag im Monat geben. Von 2020 gilt das Handelsverbot dann an allen Sonntagen.

OZ-Bild

Das neue Gesetz wird in drei Schritten umgesetzt. Marktstände dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Viele Swine- münder finden die neue Regel gut.

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Die katholische Kirche begrüßt das neue Gesetz im Grundsatz. Allerdings geht es ihr nicht weit genug. Einige Swinemünder finden es aber auch schade, an ihrem freien Tag nicht mehr durch die Geschäfte schlendern zu können. Arkadiusz, der in einer Metzgerei arbeitet, sagt: „Einerseits ist es gut, wenn der Sonntag als Ruhetag betrachtet wird. Andererseits gehe ich selbst schon sehr gerne an diesem Tag einkaufen, weil ich die ganze Woche arbeite. Aber ich denke, dass sich die Mitarbeiter der Kaufhäuser über die neuen Vorschriften sehr freuen werden.“

Das Handelsverbot soll übrigens auch nach 2020 an sieben Sonntagen nicht gelten. Die letzten Sonntage im Januar, April, Juni und August dürfen für Saison-Schlussverkäufe genutzt werden. Hinzu kommen drei Sonntage vor gesetzlichen Feiertagen. Öffnen dürfen auch kleine Geschäfte, aber nur unter der ausdrücklichen Bedingung, dass der Eigentümer selbst an der Kasse steht.

Betroffen von dem neuen Gesetz sind in Swinemünde vor allem das Einkaufszentrum Corso und die Supermärkte der großen Lebensmittelketten wie Lidl, Kaufland und Biedronka sowie die Baumärkte. Dem Kleinhandel auf Marktplätzen und der Promenaden wird dagegen nichts im Wege stehen.

Bozena Szczepanowicz ist Verkäuferin und findet das Gesetz gut: „Junge Menschen werden mehr Zeit für ihre Kinder haben. Meine Tochter arbeitet im Handel und ich sehe, wie überarbeitet sie ist. Das Handelsverbot sollte nicht nur für alle Sonntage gelten, sondern auch für Samstage. Früher waren die Geschäfte sonntags auch geschlossen, und alles war gut.“

Auch Markthändler Mieczyslaw Herman ist dafür, dass die Mitarbeiter im Handel sonntags frei haben. „Wenn ein Kunde etwas kaufen möchte, wird er es bis Freitag wohl schaffen. Wenn aber ein Geschäftsinhaber meint, unbedingt öffnen zu müssen, dann kann er sich ja selber hinter die Kasse stellen. Jeder braucht seine Erholung und die Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen. Früher habe ich meinen Stand auch am Sonntag geöffnet, jetzt nicht mehr. Es mag einen Monat lang Verwirrung geben, aber später werden sich alle daran gewöhnen, dass die Geschäfte geschlossen sind.“

Der Fahrradwerkstattleiter Mieczyslaw Kostrzewski meint, dass die Mitarbeiter sich nach einer ganzen Arbeitswoche ausruhen müssen. „Ich glaube aber, es würde ausreichen, den Verkauf an zwei Sonntagen im Monat zu verbieten.“

Sonntags geschlossen

An diesen Sonntagen bleiben die großen Einkaufszentren, Kaufhäuser und Supermärkte in diesem Jahr in Swinemünde geschlossen:

11.und 18. März

1. (Ostern), 8., 15. und 22. April

13. und 20. Mai

10. und 17. Juni

15. und 22. Juli

12. und 19. August

9., 16. und 23. September

14. und 21. Oktober

11. und 18. November

9. Dezember.

Radek Jagielski

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