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Ansturm auf Dahlemanns Vorpommern-Fonds

Anklam Ansturm auf Dahlemanns Vorpommern-Fonds

Rund 100 Anträge an den Staatssekretär – Mecklenburg geht leer aus.

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Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (28, SPD) darf in diesem Jahr zwei Millionen Euro an Kommunen verteilen.

Quelle: Norbert Fellechner

Anklam. Reichlich Arbeit hat derzeit Patrick Dahlemann (SPD), Vorpommern-Staatssekretär der Landesregierung. Rund 100 Anträge von Kommunen auf Zuschüsse aus dem Vorpommern-Fonds liegen ihm derzeit vor. Schon jetzt ist klar, dass das Geld nicht reichen wird. Kriterien für die Verteilung von zwei Millionen Euro in diesem Jahr gibt es nicht. Dahlemann wägt ab. Städte und Gemeinden in Mecklenburg gehen leer aus. Kritik bleibt laut.

Als „bestbezahlten Briefträger der Welt“ hat die AfD Dahlemann spöttisch bezeichnet. Weil er Förderbescheide überbringe, aber sonst wenig für Vorpommen leiste. Die Linke hält den Posten des Vorpommern-Staatssekretärs mit Stellvertreter und Stab nach wie vor für überflüssig. Dahlemann selbst kontert: Er sei viel unterwegs, versuche, einen Überblick über das Notwendige zu erhalten.

Im Anklamer Büro Dahlemanns stapeln sich nach Bekanntgabe des Fonds vor gut einer Woche bereits die Anträge. Hinzu kämen viele Anfragen aus Gesprächen. Manchmal auch per SMS. „Ich bitte dann um eine E-Mail“, so Dahlemann. Wer Chancen auf Zuschuss hat, erhalte dann ein Antragsformular. In Abstimmung mit der neu geschaffenen Lenkungsgruppe der Regierung, in der alle Staatssekretäre der Ministerien vertreten sind, werde entschieden.

„Der Vorpommern-Fonds ist jetzt scharf“, sagt Dahlemann. Dabei sei ihm wichtig, dass die Projekte regionale Verbundenheit fördern. Es dürften auch keine anderen Förderinstrumente infrage kommen. Gute Aussichten räumt er einer Reihe von Projekten ein. So habe die Stadt Lassan 3000 Euro für ein Hafenfest beantragt, Lühmannsdorf 5000 Euro für ein gebrauchtes Feuerwehrauto. Das Racing-Team der Hochschule Stralsund möchte Ersatzteile für ein wasserstoffbetriebenes Rennauto kaufen, die Gemeinde Heinrichsruh bei Torgelow eine Feuerwehr-Garage für 40 000 Euro bauen. „Sie haben gute Chancen“, deutet Dahlemann an. Gefallen hat er auch an einem Bienen-Haus gefunden, das die Gemeinde Stolpe an der Peene einrichten möchte. Erhoffter Zuschuss: 12 000 Euro.

Reichen werde das Geld womöglich nicht für alle Wünsche, räumt Dahlemann ein. In diesem Jahr sind zwei, in den kommenden jeweils drei Millionen Euro zu verteilen. Und nicht alle haben etwas davon. Kommunen in Not in Mecklenburg bleiben außen vor. Dahlemann bestätigt: Für ein identisches Projekt würde die Stadt Demmin gefördert, Teterow, 30 Kilometer westlich, dagegen nicht. „Ich bin für Vorpommern zuständig“, sagt er. Nicht für den Rest. Im Osten des Landes gebe es vieles aufzuholen. „Wir müssen die Menschen mitnehmen und die Wirtschaft stärken.“

Die Linke im Landtag moniert ein „planloses Handeln nach Gutsherrenart“, so Fraktionschefin Simone Oldenburg. „Wir brauchen keine Beruhigungspille, sondern ein 50-Millionen-Regionalbudget.“ Die große Anzahl der Anfragen in kurzer Zeit beweise die Nöte der Kommunen. „Wären sie ausreichend ausgestattet, müssten sie nicht ,Kleingeld’ hinterherlaufen.“

Kritik an seiner Arbeit lächelt Dahlemann selbstbewusst weg. Er stecke tief in der Region, sagt er. Montags, donnerstags und freitags sei er in Vorpommern unterwegs, dazu bei vielen Terminen am Wochenende. Dienstags treffe er sich in Schwerin mit Vertretern von Regierung und SPD-Fraktion, mittwochs die Runde der Staatssekretäre. Nachmittage und Abende gehörten dann wieder dem östlichen Landesteil. Da besuche er Bürgermeister, Unternehmer oder Vereine. Manchmal bleibt er auch stecken, wie gerade bei einer Autopanne Richtung Rügen. Doch selbst dann erfährt die Welt, was der Staatssekretär treibt. Aus dem Auto auf dem Abschlepper teilte er per Facebook-Video mit: Er müsse in die Werkstatt nach Greifswald.

Frank Pubantz

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