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Händler und Kutscher sollen weg

Swinemünde Händler und Kutscher sollen weg

Die Straße von der Grenze in die Stadt soll 2018 saniert werden/ Betroffene protestieren

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Markttreiben an der „Wojska Polskiego“: Mit der Sanierung sollen viele der 250 Handelspavillons verschwinden.

Swinemünde. Ab 2018 soll die Haupteinfallstraße von der deutsch-polnischen Grenze in die Stadt Swinemünde umfassend saniert werden. Das Kopfsteinpflaster der „Wojska Polskiego“, so ihr Name, stammt noch aus der Vorkriegszeit. Für die Bauarbeiten hat die Stadt EU-Fördermittel beantragt. Es geht um 10 Millionen Zloty (mehr als zwei Millionen Euro). Sie machen mehr als 80 Prozent der Straßensanierungskosten aus.

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Die Straße von der Grenze in die Stadt soll 2018 saniert werden/ Betroffene protestieren

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Noch ist der Vertrag über die europäische Co-Finanzierung nicht unterzeichnet. Weshalb die Stadt auch die Bauleistungen noch nicht ausgeschrieben hat. Derweil zeichnet sich eine Auseinandersetzung mit den Händlern ab, die entlang der Straße viele Marktstände betreiben. Die Stadt möchte den Markt nach Abschluss der Straßensanierung nicht mehr in der jetzigen Ausdehnung haben. Auch die Kutscher, die die „Wojska Polskiego“ rege nutzen und deutsche Besucher von der Grenze in die Stadt bringen, sollen verschwinden.

Noch verhandelt die Kommune mit den Betroffenen. Aber eine Vereinbarung ist fraglich und lange nicht in Sicht. Vor kurzem gab es ein Treffen der Vizestadtpräsidentin Barbara Michalska mit den Eigentümern der Handelspavillons. Michalska stellte vorläufige Szenarien der Straßenbewirtschaftung vor. Jedes der Szenarien setzt voraus, dass die Zahl der Handelspavillons reduziert wird. Zurzeit stehen entlang der Straße etwa 200 Pavillons auf Privatgrundstücken, weitere 50 befinden sich auf kommunalem Grund und Boden. Nach der Straßensanierung sollen nur noch maximal 100 Handelspavillons erhalten bleiben. Eine andere Alternative wäre der Bau einer Markthalle in der Straße „Baltycka“. Die Händler aber möchten den bisherigen Standort behalten.

„Gibt es überhaupt eine Chance, dass die Hälfte der Händler ihre Arbeit nicht verliert?“ fragten die Swinemünder Geschäftsleute beim Treffen mit der Vizestadtpräsidentin. Barbara Michalska bemühte sich, die Leute zu beruhigen. Es handle sich erst um erste Vorschläge. Der Weg bis hin zur endgültigen Konzeptfindung für den Markt sei noch weit. „Wir wollen in kleinen Schritten eine Einigung erzielen. Ein Kompromiss wird aber auf jeden Fall erforderlich sein", sagte Michalska. Die bisherigen Markt-Szenarien der Stadt sehen vor, dass an der Straße „Wojska Polskiego“ vier räumlich getrennte Handelsabschnitte mit optisch attraktiven und überdachten Pavillons entstehen.

Die Händler haben grundsätzlich nichts gegen die Modernisierung ihrer Verkaufsstände, stehen einer Markthalle in der Straße Baltycka aber skeptisch gegenüber. Sie fürchten um ihre Kunden und wollen deshalb keinen anderen Standort. „Ich verkaufe hier schon seit einigen Jahren. Ich bezahle immer die Marktgebühr und bekomme nun zu hören, dass ich den Marktplatz verlassen muss, weil jemandem sein Aussehen nicht gefällt. Wie soll ich denn hier investieren, wenn ich keine Sicherheit darüber habe, ob der Handel nicht aufgelöst wird“, klagt einer der Betroffenen, der gerne anonym bleiben möchte.

Ein ähnliches Dilemma haben auch die Kutscher. Sie sind besorgt, dass die Stadt ihnen die Straße sperren will und ihnen dadurch die Kunden aus Deutschland wegfallen.

Die „ Wojska Polskiego“ in Swinemünde soll von der deutsch-polnischen Staatsgrenze bis zur Kreuzung mit der Straße Lesmiana erneuert werden. Dabei sollen sämtliche Kreuzungen umgebaut sowie neue Entwässerung und Straßenbeleuchtung gebaut werden. Entlang der Straße will man auch die Grünflächen neu gestalten. Das Investitionsprojekt wird im Rahmen einer deutsch-polnischen Vereinbarung realisiert. Der Abschluss der Straßenmodernisierung ist derzeit für Ende 2018 geplant.

Bis dahin will die Stadtverwaltung eine Einigung mit Händlern und Kutschern erzielt haben. Die Auflösung aller Verkaufsstände an der Straße ist wohl nicht möglich, da die teilweise auf privaten Grundstücken platziert sind und man gegen diese nicht vorgehen kann. Die einzige Lösung des Problems, darauf deutet vieles hin, wird ein Kompromiss sein.

Radek Jagielski

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