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„Kranker Typ“ – Mail aus Innenministerium sorgt für Empörung

Schwerin/Wolgast „Kranker Typ“ – Mail aus Innenministerium sorgt für Empörung

In einer fehlgeleiteten Mail aus dem Innenministerium wird ein Bürger als „kranker Typ“ bezeichnet. Die Mail landet versehentlich bei dem betroffenen Bürger. Nicht nur er ist geschockt.

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Lorenz Caffier (CDU) hat Ärger wegen einer fehlgeleiteten Mail aus dem Innenministerium. (Archivfoto)

Quelle: Stefan Sauer / Dpa

Schwerin/Wolgast. Eine offensichtlich beleidigende Mail aus dem Innenministerium, die versehentlich bei dem betroffenen Bürger gelandet ist, sorgt für Empörung. Linksfraktions-Chefin Simone Oldenburg forderte am Sonntag Innenminister Lorenz Caffier (CDU) auf, sich zu entschuldigen. In der Mail aus dem Ministerium ist ein Wolgaster, der Ende Januar bei Caffier um Unterstützung für seine ehrenamtliche Arbeit in einer Selbsthilfegruppe gebeten hatte, als „kranker Typ“ bezeichnet worden. Der Nordkurier hatte am Samstag zuerst über den Vorfall berichtet.

Die Mail war von dem Mitarbeiter des Innenministeriums versehentlich an den betroffenen Bürger Jens-Uwe Kasowski geschickt worden. Darin schreibt der Ministeriumsmitarbeiter erkennbar genervt von den Anfragen Kasowskis: „Am We [Wochenende] fahre ich mal nach Wolgast und therapiere den kranken Typen auf meine Weise.“ Kasowski bestätigte den Vorgang. Ich bin enttäuscht und geschockt über diese Mail“, sagte Kasowski, der vor Jahren mit Caffier zusammen studiert hatte.

Seit 20 Jahren Engagement gegen Depressionen

Seit 20 Jahren engagiert sich Kasowski, der selbst von depressiven Schüben betroffen ist, in der Selbsthilfearbeit für Menschen mit Angst und Depressionen. In dem Schreiben an Caffier bat er um Hilfe auf der Suche nach einem Träger, der die Arbeit unterstützen solle. Das Innenministerium hatte Kasowski an das Sozialministerium verwiesen. Als dieser aber nicht locker ließ und deutlich machte, dass er sich an Caffier als Vize-Ministerpräsidenten gewandt habe, kam es zu der besagten Mail.

Der betroffene Ministeriumsmitarbeiter hat sich inzwischen in zwei Mails bei Kasowski entschuldigt - in einer ersten Mail am 8. Februar für das versehentliche Versenden der Mail an die falsche Adresse. In einer weiteren Mail am 10. Februar dann für den Inhalt des Schreibens. Es sei nicht seine Absicht gewesen, „Sie in irgendeiner Art und Weise zu verunglimpfen oder in der Persönlichkeit herabzusetzen.“ Die gesamte Geschichte sei ihm eine große Lehre.

Oldenburg (Linke) fordert Entschuldigung

Linksfraktionschefin Oldenburg verurteilte am Sonntag die Arbeitsweise des Ministeriums. „Bei der großen Koalition herrscht weiterhin die Arroganz der Macht“, sagte sie. Wer vom Elfenbeinturm aus regiere, der müsse sich über verloren gegangenes Vertrauen nicht wundern. „Meine Fraktion erwartet von Innenminister Lorenz Caffier, dass er nach Wolgast fährt und sich persönlich bei Herrn Kasowski entschuldigt.“

Caffier distanzierte sich von der Arbeitsweise seines Mitarbeiters. „Eine solche Mail ist nicht zu rechtfertigen“, sagte er dpa. An wen die Mail, die versehentlich bei Kasowski landete, ursprünglich gerichtet war, sagte Caffier nicht. Ob der Vorfall disziplinarrechtliche Folgen haben wird, werde geprüft.

Caffier stellte aber klar, dass er dem Wunsch der Linken nach einer persönlichen Entschuldigung nicht nachkommen werde. Er bitte aber Herrn Kasowski, die Entschuldigung seines Mitarbeiters anzunehmen. „Dieser Mitarbeiter ist noch ein junger Mensch und wird aus seinen Fehlern lernen.“

Martina Radke / Dpa

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