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Neuer Anlauf: Kurkarte als Bahn- und Bus-Ticket

Zinnowitz/Heringsdorf Neuer Anlauf: Kurkarte als Bahn- und Bus-Ticket

Dehoga-Regionalverband schreibt an Bürgermeister, Kurdirektoren und Gemeinden / Viele Vorteile für Umwelt und Urlauber

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Hochbetrieb auf dem UBB-Bahnhof Zinnowitz in der Saison. Bahnchef Boße ist pro Kurkarte als Bahn- und Busticket. Allerdings gelte es auch zu prüfen, ob die Kapazitäten genügen, damit eine weit größere Fahrgastzahl zu befördern.

Quelle: Foto: Hannes Ewert

Zinnowitz/Heringsdorf. Für eine Usedomer Kurkarte mit nachhaltigem Mehrwert für die Gäste der Insel gehen die Hoteliers und Gastronomen jetzt in die Offensive. In einem Brief an die Bürgermeister, Gemeindevertreter und Kurdirektoren von der Insel regt der Regionalverband Ostvorpommern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) an, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kurkarte künftig zum Bus- und Bahn-Ticket wird. Das Schreiben trägt die Unterschrift des neu gewählten Regionalverbandsvorsitzenden, Krister Hennige, und ist bei einem Wirtefrühstück im Zinnowitzer „Asgard“ am Dienstag dieser Woche auf ungeteilte Zustimmung gestoßen.

 

OZ-Bild

„Die Beschwerden über Staus häufen sich in vielen Hotels und bei vielen Vermietern. Wir dürfen das nicht länger ignorieren, müssen aktiv etwas tun, den Verkehrskollaps wirksam zu verhindern.“ Krister Hennige, Dehoga

Sowohl Petra Bensemann vom Hotel „Das Ahlbeck“, das wie einige weitere Häuser bereits seit längerem eine enge Kooperation zum gegenseitigen Vorteil mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) pflegt, als auch Axel Bellinger (Usedom-Rad) und Volker Brautzsch, Chef des Hotelverbandes der Insel, begrüßten die Initiative.

Dem Vorstoß zugrunde liegen dürfte unter anderem auch eine Beratung der Kurdirektoren/Leiter Eigenbetriebe mit Jörgen Boße, Chef der UBB, vor etwa anderthalb Monaten. Dabei wurde besprochen, dass der Verkehrsbetrieb eine Machbarkeitsstudie in Sachen Kurkarte als Bahn- und Bus-Ticket in Auftrag gegeben hat. Ein externer Consulter, der in der gleichen Sache bereits vor Jahren für den Insel-Tourismusverband tätig gewesen ist, stellte die ersten Ergebnisse vor und weitere in Aussicht. Deshalb sei, so Boße gestern auf Nachfrage, noch nicht genau zu sagen, was diese Neuerung für den einzelnen Kurkartenkäufer kosten würde. Man darf aber davon ausgehen, dass ein Euro pro Tag und Gast für die Bahn und womöglich weitere 50 Cent für die Nutzung der Busse anfallen können. Das würde heißen: Ein Insel-Urlauber, der zehn Tage hier ist, kann für insgesamt zehn Euro mehr Kurtaxe jeden Tag beliebig oft und lange mit der Bäderbahn unterwegs sein.

UBB-Chef Boße: „Erfahrungen aus anderen Regionen wie dem Allgäu und dem Schwarzwald, aus Mittel-Thüringen und dem Harz zeigen, dass knapp die Hälfte der Urlauber eine solche Kurkarte auch tatsächlich als Fahrausweis nutzen.“ Vor Augen haben er und die Hoteliers sowie Touristiker jedoch vor allem den Aspekt, dass gegen den drohenden Verkehrskollaps auf der Insel endlich etwas getan werden musss.

„Die Beschwerden über Staus häufen sich“, hört man allerorten. Als Vorteile nennt Hennige vor allem: Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, Entlastung der Straßen und Stauabbau, Umweltfreundlichkeit sowie Mehrwert der Kurkarte durch ÖPNV-Nutzung. Zudem ermögliche die Zweckbindung der Kurkarte als Bahnticket auch die ganzjährige Kurtaxerhebung. „Nun müssen sich die Verantwortlichen in den Seebädern darüber verständigen, ob man auf diesem Wege die Insel miteinander voranbringen will.“

Da die Bahn dem Ansinnen offenbar prinzipiell positiv gegenübersteht, hält der Dehoga-Verband die Chancen für günstig. UBB-Chef Bosse merkt jedoch an, dass es nötig und fair sei, die DB Regio, die ab 2019 in der Region (Mit-)Verantwortung trägt, in die Gespräche von Anfang an einzubeziehen. Insofern sei nichts zu überstürzen, aber andererseits wegen des Dauerstaus auf Usedom auch konzentriertes Handeln gefragt. Einmal verloren gegangenes Publikum sei nur ganz schwer zurück zu gewinnen.

Für den Absender des Briefes bleibt zunächst offen, wie sich jede einzelne Gemeinde diesem Vorschlag gegenüber verhält. Hennige weiß allerdings auch: „Sicher wäre ein einheitliches Vorgehen aller das stärkste Signal und damit wünschenswert.“ Sowohl der Umwelt und der Natur als auch der Attraktivität der Insel als Feriendestination und auch als Wohnort für viele engagierte Gastgeber würde damit viel Gutes getan. Vorgespräche mit Vertretern der Ämter Usedom-Süd und -Nord machen ihn optimistisch.

Steffen Adler

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