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Usedom Sie holte Millionen Euro auf die Insel
Vorpommern Usedom Sie holte Millionen Euro auf die Insel
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00:04 17.01.2015
Zinnowitz

Die Frau wäre Multimillionärin! Wenn ihr das Geld gehören würde, was sie in über 20 Jahren in den Inselnorden geholt hat. „Über 100 Millionen Euro werden es wohl schon sein“, sagt Kerstin Teske. Seit Januar 2013 ist sie die Verwaltungschefin des Amtes Usedom-Nord.

Doch für viele bleibt sie eben die Kämmerin — die Frau, die mit den Zahlen jongliert. Fördermittel, Haushaltsplanungen, Steuern und Abschreibungen — für die 50-Jährige war das 22 Jahre Berufsalltag.

1989 begann sie in der Gemeinde Karlshagen, 1991 wechselte sie ins damalige Amt an der Peenemündung. Bis 2013 blieb sie in der Kämmerei, ehe sie ins wohl größte Büro der Verwaltung in der Zinnowitzer Möwenstraße zog. „Anfangs war es riesig, doch ich habe hier ja auch einen großen Beratungstisch“, sagt Kerstin Teske fast bescheiden.

Doch bescheiden muss sie nicht sein, schließlich bekam sie jetzt eine wichtige Urkunde. Sie ist Beamtin auf Lebenszeit mit dem Datum 15.1.15. Das passt doch zu einer Zahlen-Expertin!

Sehr früh sei ihr klar gewesen, dass sie etwas mit Finanzen machen will. Ihre Schwester war schließlich Buchhalterin und in Mathematik war Kerstin Teske gar nicht so schlecht. Und so begann sie vor der Wende eine Ausbildung als Finanzkauffrau beim ehemaligen Landkreis Rügen in Bergen. 1000 Mark gab es monatlich — „das war sehr viel für mich.“ Zuvor studierte sie Betriebswirtschaft in einem Fernstudium in Rostock.

Sie hatte ihren Traumberuf bekommen und wurde in einer Zeit des Aufbruchs ins kalte Wasser geschmissen. „Ich musste per Hand die Buchführung machen, Kontoauszüge buchen. Von unserem Partneramt aus Treene in Nordfriesland haben wir uns einen Haushaltsplan schicken lassen, um zu sehen, wie das aussieht“, blickt die Trassenheiderin auf die Anfänge zurück. An Doppik, der doppelten Buchführung in Konten, war da noch nicht zu denken.

Aber: „Ich konnte endlich mitgestalten. Zu DDR-Zeiten bekamen wir ja alles vorgegeben.“ Und gestalten hieß nun für Kerstin Teske, Fördermittel auf die Insel zu holen. Ihr erster großer Coup war die Sanierung des Karlshagener Hafens. „Das waren die ersten Millionen.“ Weitere folgten, wenn sie an die Campingplätze, Strandvorplätze, Haus des Gastes, Promenaden, Schulsanierungen oder Radwege denkt.

Allein in Peenemünde wurden in den vergangenen Jahren Investitionen im zweistelligen Millionenbereich umgesetzt. „Dafür bin ich den Leuten in Schwerin immer wieder auf die Nerven gegangen“, sagt sie.

Der Lohn: Viele Vorhaben wurden mit der Höchstförderung von 90 Prozent finanziert.

Noch heute wurmt sie allerdings, dass es in all den Jahren nicht gelungen ist, den Zecheriner Hafen auszubauen. Und künftig könnte es noch schwieriger werden, denn die finanzielle Ausstattung der Kommunen bezeichnet Kerstin Teske als „bedrohlich. Da ist Gestaltung kaum noch möglich. Wir müssen künftig stärker auf den Erhalt setzen.“ Doch dafür gibt es ja nun einen Kämmerer im Amt — Marco Biedenweg, ihr Nachfolger. „Er hat sich gut eingearbeitet“, gibt es Lob von der Chefin, die auch von ihrem Vorgänger profitierte. „Die Zusammenarbeit mit Siegfried Krause war sehr gut.“

Das gilt übrigens auch für die Bürgermeister, die Kerstin Teske in den vielen Jahren hat kommen und gehen gesehen. Und deshalb nimmt sie es dem Peenemünder Gemeindeoberhaupt Rainer Barthelmes auch gar nicht übel, wenn er sie mitunter noch immer als „Kämmerin“ begrüßt.



Henrik Nitzsche

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