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„Sie sind für den Ort eine tickende Zeitbombe“

Trassenheide „Sie sind für den Ort eine tickende Zeitbombe“

Trassenheider Tourismusausschuss aufgelöst / Generalabrechnung mit Gemeindevertreter Wagenbreth / Betroffener fühlt sich verletzt

Trassenheide. „Die Versammlung finde ich für unseren Ort peinlich.“ So kommentierte Einwohnerin Heike Bäring am Mittwochabend die Gemeindevertretersitzung, die zu einer Generalabrechnung mit dem Abgeordneten Wolf Wagenbreth (Bürger im Zentrum/BiZ), Betreiber der Internetseite „possenheide.de“, wurde. Jörg Stahlberg, sachkundiger Einwohner im Tourismusausschuss, bezeichnete diese als „Schmierfinkseite. Dort werden Leute denunziert und gegeneinander aufgehetzt“, sagte er.

 

OZ-Bild

„„Keiner will mit Herrn Wagenbreth zusammenarbeiten.“ Adelheid Splieth, Vize-Bürgermeisterin Trassenheide

Der Tourismusausschuss ist seit Mittwochabend Geschichte, denn mehrheitlich wurde eine neue Hauptsatzung beschlossen. Diese legt fest, dass es in Trassenheide lediglich noch einen Bauausschuss und einen Hauptausschuss gibt. Wagenbreth hatte vergeblich versucht, dies zu verhindern. Mit seinem Antrag, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, blieb er jedoch allein. „Keiner wollte den Vorsitz übernehmen“, begründete Bürgermeister Horst Freese (Bündnis für Trassenheide/BfT) den Schritt zur Auflösung des Ausschusses, der „jederzeit wieder aktiviert werden kann“.

Die Vorgeschichte: Hotelier Frank Römer (AfT) hatte im Oktober 2016 die Leitung des Tourismusausschusses wegen seines Wegzugs aus Trassenheide beendet. Einen Nachfolger gab es nicht, auch der erste Stellvertreter, Karsten Lucht (AfT), trat von seinem Amt zurück.

Den Grund dafür brachte die erste Stellvertreterin des Bürgermeisters Adelheid Splieth (Aktionsbündnis für Trassenheide) auf den Punkt: „Niemand ist mehr bereit, noch länger mit Herrn Wagenbreth in diesem Ausschuss zusammenzuarbeiten.“ Andere Ausschussmitglieder legten nach: „Herr Wagenbreth steht für einen bösartigen Ton und für lancierte Verleumdungen“, so Heinz-Dieter Hückstädt (AfT).

Öffentlich wurde eine Mail von Wagenbreth an Hückstädt verlesen. Darin zweifelt Wagenbreth an, dass Hückstädt in der Lage wäre, den Tourismusausschuss zu leiten, und zieht über andere Gemeindevertreter her. Der BiZ-Abgeordnete kündigt dort an, seine potenziellen politischen Feinde bekämpfen zu wollen. „Das hat mit respektvollem Umgang nichts zu tun“, kommentierte das Jörg Stahlberg. Gemeindevertreter Karsten Lucht (AfT) riet Wagenbreth gar, „mal einen Psychiater aufzusuchen. Dieser Mensch ist für den Ort eine tickende Zeitbombe.“

Seit einigen Jahren begleitet Wagenbreth kritisch die Gemeindearbeit und ist im Clinch mit Abgeordneten, Bürgermeister und Kurdirektor. Anfangs als Einwohner, seit 2014 sitzt er in der Gemeindevertretung. 2013 zog Dirk Schwarze, ehemaliger Trassenheider Bürgermeister, vor Gericht, weil ihn Wagenbreth auf verschiedenen Internetforen öffentlich angegriffen und beleidigt haben soll.

Wagenbreth nahm die Kritik am Mittwochabend scheinbar gelassen hin, sprach gestern gegenüber der OZ allerdings pikanterweise von einer „Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte“. Schon während der Sitzung am Abend zuvor hatte er die geballte Kritik so kommentiert: „Was hier läuft, ist ein Tribunal.“

Auch Kurdirektorin Teresa Dieske schloss sich der Kritik an und bewertete den an ihren Betrieb gerichteten Fragenkatalog von Wagenbreth – es sollen 70 Fragen sein – als „altaufgewärmten Kram“, den sie nicht beantworten werde. Sie warf ihm vor, im Zusammenhang mit der Vergabe des Sportstrandes mögliche Betreiber eingeschüchtert zu haben. Wagenbreth, selbst Wassersportanbieter, verteidigte sein Tun so: „Ich wollte vor fehlenden Unterlagen warnen und Schaden von der Gemeinde abwenden.“

Auf die Frage aus dem Publikum – rund 30 Trassenheider waren dabei –, ob Wagenbreth an Rücktritt denke, antwortete dieser: „Ich bin für 112 Wähler verantwortlich, die kann ich nicht enttäuschen.“

Henrik Nitzsche

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