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Stadtrat streitet um Gestaltung des Grenzstreifens in der Düne

Swinemünde Stadtrat streitet um Gestaltung des Grenzstreifens in der Düne

Nachdem die Gemeinde Heringsdorf bereits eine Absichtserklärung abgab, ist nun auch die Stadt Swinemünde zur Zusammenarbeit bereit – allerdings unter Bedingungen

Swinemünde. Vier Stunden dauerte die Diskussion der Stadträte von Swinemünde über die Absicht einer Kooperation mit der Gemeinde Heringsdorf auf dem Grenzstreifens zwischen Ahlbeck und Swinemünde. Ein ähnlicher Beschluss wurde schon im Juni von den deutschen Selbstverwaltungsvertretern gefasst. Die Stadträte von Swinemünde hatten jedoch noch viele Zweifel.

 

OZ-Bild

Der Grenzstreifen in der Düne zwischen Ahlbeck und Swinemünde. Der Platz birgt hohes Entwicklungspotenzial, die Neunutzung wird vor allem im Stadtrat aber kontrovers diskutiert.

Quelle: Radek Jagielski

Heute erfüllt uns der Anblick dieses Gelände nicht mit Stolz. In Kooperation mit der deut-

schen Seite und mit Förderung der EU könnten wir das ändern“, Janusz Zmurkiewicz, Stadtpräsident

Was soll auf dem Grenzstreifen entstehen? Dafür gibt es viele Ideen: ein Campingplatz, ein Zeltplatz, ein Veranstaltungsort für junge Leute – noch ist nichts beschlossen. „Das ist ein Beschluss mit Absichtscharakter, der noch nichts festlegt. Bis zum Ziel ist noch ein weiter Weg. Heute ist es noch ein unbewirtschaftetes Gelände, das uns nicht mit Stolz erfüllt. In Kooperation mit der deutschen Seite und mit Förderung der EU könnten wir das ändern.“, ist Janusz Zmurkiewicz, Stadtpräsident von Swinemünde, überzeugt.

Im ähnlichen Ton äußerte sich Lars Petersen, der Bürgermeister von Heringsdorf. Er sagte, noch sei keine Entscheidung getroffen worden, was auf dem Gelände entstehen sollte – ein Campingplatz, ein Erinnerungsort oder ein anderes Projekt. „Das wollen wir gemeinsam überlegen und den Beschluss gemeinschaftlich fassen. Es wird sich zeigen, was entsteht – die Zustimmung der höheren Instanzen vorausgesetzt“, sagte Petersen in der Sitzung des Stadtrates.

Die in der Sitzung anwesenden deutschen Selbstverwaltungsvertreter betonten, dass das Gelände an der Grenze nicht kommerziell genutzt werden würde. Die Objekte, die dort entstehen sollten, sollen allen voran der jungen Generation dienen.

Ein Teil der Stadträte hatte jedoch Zweifel. Dabei ging es weniger um den Willen zu einer Kooperation als um die Reihenfolge der vorgenommen Maßnahmen und das, was dort entstehen sollte. Der Stadtrat Andrzej Staszynski von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sprach von Befürchtungen, auf dem Grenzstreifen würde ein Aufenthaltsort für Flüchtlinge entstehen. Andrzej Mrozek (auch PiS) wies darauf hin, dass auf den Visualisierungen bereits konkrete Objekte wie z.B. Konzertmuschel und Pavillons, gezeigt worden seien. „Es gibt also bereits konkrete Absichten im Hinblick auf das Gelände, aber nun hören wir, dass man noch nicht wüsste, was dort entstehen sollte“, wunderte sich Mrozek.

Die Vorsitzende des Stadtrates Joanna Agatowska (Bündnis der Demokratischen Linken) erklärte, die Prozeduren würden auf der polnischen Seite anders aussehen. „Ihr sagt, dass ihr auf der Grundlage dieses Beschlusses die höheren Instanzen Fragen zu möglichen Standortentscheidungen stellen könnt. Aber nach welcher Art der Tätigkeit wollt ihr denn in diesem Fall fragen?“, sagte Agatowska.

Nach einer langen und zeitweise sehr emotionalen Diskussion schlug Stanislaw Bartkowiak, Vorsitzender des Klubs der Stadträte vom Bündnis der Demokratischen Linken vor, dem Beschluss einen zusätzlichen Paragraphen anzufügen; mit dem Wortlaut: „Unter der Annahme, dass der wesentliche Teil der Fläche des Grenzstreifens auf dem Gebiet der Stadt Swinemünde liegt, wird der Stadtpräsident von Swinemünde einen vorläufigen Vorschlag der Bewirtschaftung des Geländes vorbereiten und dafür die Zustimmung des Stadtrates einholen. Er wird ferner der Gegenstand weiterer Abstimmungen und gemeinsamen Handlungen mit der Gemeinde Heringsdorf sein – mit dem Ziel, den Grenzstreifen zu bewirtschaften.“

Diese Änderung wurde dem Beschluss hinzugefügt, und er wurde einstimmig gefasst.

Radek Jagielski

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