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Usedom Tourismus: Keine Struktur in der neuen Struktur
Vorpommern Usedom Tourismus: Keine Struktur in der neuen Struktur
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00:00 29.03.2014
Wir müssen erst die Fakten prüfen.“Lars Petersen

Wer soll sich künftig um den Tourismus in den Kaiserbädern kümmern? Wie gehabt, ein Kurdirektor? Oder der Geschäftsführer einer Tourismus-Gesellschaft? Das war eine der Fragen, auf die die Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung keine Antwort fanden.

Und das, obwohl das kleine Parlament Hilfe von einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei in Anspruch nahm. Das lang erwartete Gutachten trudelte nun in Heringsdorf ein. Die Rechtsexperten stellen darin drei Möglichkeiten vor, wie der Tourismus in Zukunft strukturiert werden könnte. Die Fachleute aus den Ausschüssen empfehlen Variante drei. Das würde unter anderem bedeuten, dass die Kaiserbäder die Tourismuswirtschaft in die Hände eines Geschäftsführers legen. Doch der Vorschlag aus der Strukturkommission stimmte kaum einen Gemeindevertreter froh.

Vielleicht, weil die Rechtsanwälte mehr als 40 000 Euro für ihr Gutachten verlangen. Und das obwohl die Gemeindevertreter im Vorfeld einen maximalen Rechnungsbetrag von 20 000 Euro festgelegt hatten.

Doch auch inhaltlich gab es viel zu nörgeln. Steuerliche, rechtliche und finanzielle Vor- und Nachteile wurden in der sogenannten Analyse nicht berücksichtigt. „So lange wir diese Auswirkungen nicht kennen, dürfen wir so eine Veränderung nicht beschließen“, sagte Frank Lettner (BI/ Linke).

Hans-Jürgen Merkle (Usedomer Ring) empfand den Bericht als Hohn. „Das hätte ein Jurastudent im zweiten Semester besser gekonnt. Variante drei würde bedeuten, dass der Tourismus nicht mehr öffentliches Thema ist, sondern nur noch in einem Aufsichtsrat besprochen wird.“

Joachim Schulz (BI/ Linke) brachte es auf den Punkt. „Da krieg‘ ich meine Hand nicht für hoch.“ Sie beschlossen mit zehn Ja- und acht Gegenstimmen, die Vorschläge zur Strukturveränderung zurück in die Ausschüsse zu verweisen. Dort sollen sie noch einmal genau geprüft werden.

Bürgermeister Lars Petersen (parteilos) betonte, dass er Veränderungen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber steht. „Wir wehren uns nicht dagegen, aber wir müssen die Variante genau analysieren.“

Sonst könnte das eintreten, was Frank Lettner prophezeit: „Wir können nicht mit Vollgas losfahren und dann nach zwei Jahren merken, dass es die falsche Richtung war.“ Lars Petersen merkte weiter an:

„Die meisten Geschäftsführer wollen mehr Gehalt als Kurdirektoren. Gute Männer verlangen durchaus bis zu 200 000 Euro im Jahr.“ Eine Summe, die sich die Gemeinde, die noch immer keinen Haushalt beschlossen hat, nicht leisten könne.

Nun ziehen die Abgeordneten aber erst einmal vor Gericht. Sie wollen die Berliner Kanzlei verklagen, weil sie sich nicht an den vereinbarten Rechnungsbetrag gehalten habe. Ob das eine gute Idee ist, bezweifelt der Bürgermeister: „Eine renommierte Kanzlei verklagen — das sollte man sich wirklich gut überlegen.“

Drei Möglichkeiten: So könnte die Tourismuswirtschaft künftig strukturiert sein
Variante 1
Es bleibt bei den jetzigen Strukturen.

Die Aufgaben werden zwischen Eigenbetrieb, Kaiserbäder Tourismus Service GmbH (KTS) und Usedom Tourismus GmbH (UTG) verteilt.



Variante 2
Stärkung des Eigenbetriebes durch Rückführung von Aufgaben, wie Zimmervermittlung und Event-Organisation, von der KTS an den Eigenbetrieb. Ostseetherme und Dienstleistungszentrum gehören weiter zur KTS. Arbeitsrechtliche Auswirkungen gibt es nicht.



Variante 3
Stärkung der KTS durch Übernahme folgender Aufgaben: Allgemeine Verwaltung, Strand- und Promenadenbewirtschaftung, Kultur- und Veranstaltungsorganisation. Dass den hoheitlichen Aufgaben zugeordnete Personal wird in die Gemeinde überführt. Das verbleibende Personal in die KTS integriert. Empfohlen wird, den Eigenbetrieb mittelfristig als Hülle zu erhalten.



Carolin Riemer

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