Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Ückeritz steuert in ruhigeres Fahrwasser

Ückeritz Ückeritz steuert in ruhigeres Fahrwasser

Lösung für Dauerbrenner der Gemeindepolitik gefunden / Am 29. Januar wird ein neuer Bürgermeister gewählt

Voriger Artikel
Kaiserbäder-CDU kritisiert Kreis-Chef Liskow
Nächster Artikel
Bürgermeisterwahl im Seebad: Noch kein Kandidat

Ich freue mich, dass wir die Probleme glatt ziehen konnten.“Franz Wöllner, Bürgermeister

Ückeritz. Ein rudimentäres Gemeindeparlament in seltener Einigkeit – das war es, was die rund 80 Ückeritzer erlebten, die am Donnerstag zur 27. Gemeindevertretersitzung kamen.

Rudimentär, weil es nach den Rücktritten des ersten und zweiten Bürgermeisters, Gerd Gamradt und Enrico Krohn (beide CDU), und nach dem Ausscheiden von Andreas Rolletschke mit Maik Pohl lediglich einen Nachrücker gab. Zudem fehlten Marco Biedenweg und anfangs auch Hartmut Wolf.

Ganz offensichtlich sind die verbleibenden Gemeindevertreter aber willens, ihre Meinungsverschiedenheiten in neuer Kultur auszutragen. Dazu hatte offensichtlich eine nach den Rücktritten vom amtierenden Bürgermeister Franz Wöllner einberufene interne Beratung beigetragen. Wie berichtet, führt der bisherige zweite Bürgermeisterstellvertreter bis zur Neuwahl die Amtsgeschäfte.

Auch wenn sich Wöllner bemühte, insbesondere das Wirken Gerd Gamradts zu würdigen, deutet vieles darauf hin, dass dessen Ausscheiden in wichtigen Gemeindeangelegenheiten eine Kehrtwende bringt. Indiz dafür ist nicht nur die bis dahin nicht bekannte Demut und Freundlichkeit, mit der Wöllner die Versammlung führte.

So ging es im geschlossenen Teil der Sitzung um Themen, die die Vertretung bislang spalteten. Dass die Personalangelegenheiten den Eigenbetrieb betreffen würden, deren Leiterin seit Juni aus Krankheitsgründen fehlt, liegt auf der Hand. Auf Anfrage unserer Zeitung wollte Franz Wöllner zwar nicht bestätigen, dass das Vertrauensverhältnis der Gemeinde zu Ulrike Förster gestört sei, lud aber für die nächste Woche zu einem Pressegespräch ein, bei dem der frühere Kurdirektor Reno Reifert zugegen sein würde. Reifert war nach seiner Abstufung zum Assistenten seiner Nachfolgerin im Juli 2015 gekündigt worden. Anlass sollen angebliche Äußerungen Reiferts gewesen sein, die das Vertrauensverhältnis zu seiner damaligen Chefin zerstört hätten. Reifert hatte gegen die Entlassung geklagt. Auf die Frage, ob er eine reale Chance auf Wiedereinstellung im Eigenbetrieb habe, antwortete Wöllner gestern mit einem klaren ’Ja’: „Die Angelegenheit läuft auf eine gute Lösung hinaus.“

Geradezu erfreut verkündete Wöllner noch eine Wende in einer weiteren Angelegenheit, deren Entscheidung die Ückeritzer zuletzt spaltete. Hintergrund: Für den Dauerliegeplatz für das Fahrgastschiff „Jessica“der Reederei von Gemeindevertreter Hartmut Wolf im Stagnießer Hafen hatte das Wirtschaftsministerium eine den Förderrichtlinien für Wasserwanderrastplätze konforme Vertragsregelung angemahnt. „Wir werden jetzt einen Erbbauvertrag auf 33 Jahre anbieten. Auf dieser Basis kann die Unternehmensnachfolge vorbereitet werden. Allerdings ist die Gemeinde jetzt in der Pflicht, 64

000 Euro Fördermittel zurückzuzahlen“, sagt Wöllner: „Ich freue mich, dass wir dieses Problem glatt ziehen konnten. Dass ich in dieser Frage als ,Brandstifter’ galt, hat mein persönliches Verhältnis zu Hartmut Wolf sehr belastet.“

Unaufgeregt verlief am Donnerstagabend auch die Neubesetzung der durch die Rücktritte frei gewordenen Mandate. Wöllners Eigenvorschlag zum Aufrücken als erster stellvertretenden Bürgermeisters fand ebenso eine Mehrheit, wie die Besetzung des zweiten Stellevertreters durch Carmen Bergmann.

Im Amtsausschuss vertritt neben dem neu zu wählenden Bürgermeister künftig Wöllner die Ückeritzer Interessen. Marco Biedenweg rückt in den Hauptausschuss auf und Robert Bergmann in den Sozialausschuss nach. Lediglich der Bauausschuss bleibt vorerst führungslos. Die Neubesetzung des durch Rolletschkes Rücktritt frei gewordenen Sitzes wurde verschoben.

Fest steht jetzt auch, dass die Ückeritzer am 29. Januar 2017 einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin wählen. Die Bewerbungszeit der Kandidaten endet am 15. November um 16 Uhr.

Wer wird seinen Hut in den Ring werfen? Die Spekulationen um Gamradts Nachfolge haben begonnen. Zu wünschen ist, dass das Klima der Donnerstagssitzung einen wirklichen Neuanfang mit besserem Miteinander signalisiert. Ückeritz braucht eine kreative Regierung, um schwierige Probleme zu lösen. Und dass die Gemeindevertreter, wie Wöllner es Maik Pohl wünschte, anders als bisher auch noch Spaß an ihrer Arbeit haben, kann ja nicht wirklich schaden.

Angelika Gutsche

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Trump-Team: «Liegen hinten»

In zwei Wochen wird gewählt: Der US-Wahlkampf 2016 geht in seine letzte Phase. Hillary Clinton liegt in Umfragen klar vor Donald Trump.

mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.