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Wahl-Unterlegene: Nicht aufgeben!

Wolgast Wahl-Unterlegene: Nicht aufgeben!

Schröder (CDU), Beitz (SPD) und Bergemann (Linke) wollen für die Region das Miteinander suchen

Wolgast. Es ist wohl kein Zufall, dass besonders viele Menschen im strukturschwachen Osten des Landes die Alternative für Deutschland (AfD) gewählt haben. Sie ist das Auffangbecken der Protestwähler, jener Leute, die sich abgehängt fühlen und von den etablierten Parteien nicht vertreten. Die Schließung der Geburtshilfe und Kinderabteilung im Kreiskrankenhaus Wolgast ist für den Wahlsieger Ralph Weber (AfD/55) das beste Beispiel dafür, wie die Regierung an den Bedürfnissen der Menschen vorbei entscheidet. Der Greifswalder Juraprofessor will die Schließung rückgängig machen, hat im Wahlkampf vehement Stimmung gemacht und dafür 35,3 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 30 erhalten. Damit erreichte er eines der besten Erststimmenergebnisse im gesamten Land. „Wir werden Druck durch die Wahlbevölkerung auf die Regierenden ausüben“, so Weber. Es könne nicht sein, dass Schwangere von der Insel bis nach Anklam oder Greifswald fahren müssen. Er will die Landesregierung zwingen, bestimmte Beschlüsse zu revidieren.

Obwohl dies auch die erklärten Ziele der Unterlegenen waren, bekamen Weber und die AfD die meisten Stimmen. „Wohl auch, weil sich viele Menschen von den Politikern in Schwerin weder mit- noch ernst genommen fühlen“, sagt Landrätin Barbara Syrbe (Linke). Ewig verschobene Infrastrukturvorhaben wie die Wolgaster Ortsumgehung sei genau so ein Indiz dafür wie vor allem die unselige Kreisgebiets- und die Justizstrukturreform. Alles dies sei ohne und zum Teil gegen die Bürger und Kommunen vor Ort durchgedrückt worden. Das Resultat lieferten nun die Wähler am jüngsten Sonntag, ist sich die Verwaltungschefin sicher. Und auch die Unsitte, vor Urnengängen mit Fördermittelgeschenken durch die Lande zu reisen, sei längst durchschaut. Für den Insel-Tourismusverband wirft das Wahlergebnis „Betroffenheit und Nachdenklichkeit“ auf. „Es steht einer Destination, die weltoffen und tolerant Gäste einlädt“, nicht gut zu Gesicht, habe jedoch auch laut TVIU-Chefin Beate-Carola Johannsen Ursachen in der vernachlässigten Entwicklung der ländlichen Region Vorpommerns. „Diejenigen, die für Krankenhaus und Gericht gekämpft haben, fühlen sich missachtet“, kritisiert sie die Minister und Verantwortlichen in Schwerin. Lars Bergemann (Linke) findet, dass trotz der Enttäuschung die politische Arbeit weitergehen sollte. Und zwar parteiübergreifend auf Usedom und in der Region. Ein Gedanke, den Falko Beitz (SPD) und Karl-Heinz Schröder (CDU) gut finden. Der Christdemokrat: „Wenn es uns gelingt, Projekte gemeinsam anzuschieben, zu diskutieren und zu gestalten, stelle ich mich nicht dagegen.“ Beitz kündigte jedenfalls an, die Verbandsgemeinde in Schwerin thematisieren zu wollen, ebenso das gemeinsame Erhebungsgebiet Insel Usedom und die Verkehrsmisere. Alle drei wollen ihr ehrenamtliches politisches Engagement fortsetzen. Dabei ist es für den SPD-Mann unstrittig, dass den Bürgern Politik künftig viel besser erläutert werden muss. Und Bergemann findet zudem, „dass wir über unseren Schatten springen müssen.“ Auch mit Blick darauf, was Ralph Weber nun in Schwerin für die Region vorantreiben will und wird. „Wir müssen reden“, findet Bergemann. „Jammern hilft nicht, und irgendjemanden zu verteufeln, auch nicht“, ist er überzeugt.

Steffen Adler und Katharina Degrassi

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