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Usedom Pommersche Keramik zwischen Tradition und Zeitgeist
Vorpommern Usedom Pommersche Keramik zwischen Tradition und Zeitgeist
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00:00 16.02.2017
Mellenthin

Susi Erler, Inhaberin der Mellenthiner Werkstatt für Pommernkeramik, freut sich auf den Tag der offenen Töpferei 2017. Wie der Korswandter Keramiker Daniel Graf hält auch sie am 11. und 12. März die Werkstatt und ihr vielseitiges Keramikgeschäft geöffnet. Das Motto der deutschlandweiten Initiative, in der das Kunsthandwerk ein besonderes Podium erhält, hat sie noch erweitert. Am Morgenitzer Berg in Mellenthin heißt es nicht nur „schauen, anfassen, staunen“ – in ihrer Werkstatt sind die Besucher drei Tage lang eingeladen, selbst Keramik zu bemalen. „Wir haben schon eine Menge Rohlinge vorbereitet und produzieren in den nächsten Wochen weiter“, sagt die 37-Jährige. An drei Tagen werden jeweils acht Stunden lang Gefäße und mit Ton angemischte Farben bereitgehalten. Eine Woche nach der Aktion können die fertig gebrannten Stücke in der Werkstatt abgeholt werden „Wir nehmen uns immer Zeit, um mit unseren Kunden zu reden. Aber an diesen Tagen geht es ausschließlich um Kontaktpflege“, kündigt die Keramikerin an. Neben den üblichen Gefäßen werden passend zur Jahreszeit Frühlings- und Osterangebote vorbereitet.

Die Lausitzerin war ursprünglich nur auf Zeit auf die Insel Usedom gekommen, weil ihr Töpfermeister die Werkstatt von Daniela Schulz, Wiederentdeckerin der Pommernkeramik, gekauft hatte und sie seine Werkstatt führen sollte. Irgendwann war ihr die Pommernkeramik so ans Herz gewachsen, dass Usedom ihre neue Heimat und die Werkstatt ihre eigene wurde.

Die einst aus kleinen Werkstätten in Pommern von Stettin aus in den gesamten Ostseeraum geschickte Keramik mit dem Beinamen Stettiner Zeug oder Stettiner Ware hatte ihr Herz erobert.

Auch wenn sie weiterhin nebenbei Lausitzer Ware, Keramik von Katharina Hesse-Noack (früher Benz), bunte Unterglasmalerei aus eigener Produktion und anderes anbietet, ist die Pommernkeramik das Herzstück ihres Unternehmens geblieben. Für die sechs überlieferten Motive, die schon Daniela Schulz auf die Scherben malte, hat Susi Erler mit ihrer Mitarbeiterin Liane Schwengbeck weitere Formen und Gefäße gefunden. Längst gibt es nicht mehr nur den klassischen Kaffeepott, Henkelschalen und Schüsseln. Mit Perlen-, Pusteblumen-, Rohrkolben- und Wellenmustern und den Sonderdekoren Springender Hirsch und Täubchen werden inzwischen nicht mehr nur klassische Gefäße, sondern auch Bestecktöpfe, Wasserbutterdosen, Espressotassen, Eitrenner, Stabvasen und anderes verziert. „Ich finde, dass Pommernkeramik viele Möglichkeiten hergibt, dem Zeitgeist zu entsprechen. Sie ist schlicht und einfach und überzeugt durch eine hohe Qualität“, sagt Susi Erler, die ihr Angebot auch auf Gartengefäße ausgedehnt hat. „Sehr viele Leute haben nicht mehr viel Platz für Keramik in ihren Schränken, aber im Garten geht immer noch was.“

Ihr kleines Team, zu dem neben Keramikmalerin Liane Schwengbeck auch „Töpperbüttel“ Rainer May zählt, hat sich voll und ganz auf die Produktion für die eigene Werkstatt konzentriert. „Uns ist es am wichtigsten, dass die Regale hier gut gefüllt sind und immer eine große Auswahl vorhanden ist. Großkunden können wir leider nur noch beliefern, wenn der Auftrag unsere Kapazitäten nicht überschreitet und der Preis fair bleibt.“

Der Tag der offenen Töpferei ist für Susi Erlers Team so etwas wie der Start in eine neue Saison. Aus den Gesprächen mit den Keramikfreunden zieht sie Anregungen und Motivation für neue Kreationen.

Angelika Gutsche

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