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Usedom Pommersches Gedächtnis bleibt hier
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00:00 16.09.2016

Undichte Fenster, verschimmelte Akten – das Landesarchiv in der Kaserne am Nexöplatz ist ein Problemfall. Immer mehr Akten werden für Nutzer gesperrt. Seit Jahren wird das von Historikern und Archivaren kritisiert. Dabei wird in Greifswald ein bedeutender Teil der Überlieferung Pommerns verwahrt, beispielsweise die berühmten schwedischen Matrikelkarten aus dem 17. Jahrhundert. Besucher des Landesarchivtages 2016 in Greifswald berichteten von erschütternden Zuständen. Aus Anlass des Festaktes zum 65. Geburtstag der Vorsitzenden der Historischen Kommission für Pommern, Horst Wernicke, warf Festredner Haik Porada am 31. August Bildungsminister Mathias Brodkorb vor, die pommersche Geschichte und die pommerschen Archivalien zu vernachlässigen.

„Bei meinem Amtsantritt habe ich eine schwierige Lage im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege vorgefunden“, stellt Brodkorb dazu fest. Im Bereich Archäologie seien dank der ambitionierten, aber realistischen  Konzepte und der fleißigen Arbeit von Klaus Bednorz und Detlef Jantzen inzwischen die größten Probleme bewältigt. „Das würde ich mir auch im Landesarchiv wünschen“, sagt Brodkorb, ohne den Namen des Direktors Martin Schoebel zu nennen. „Das Landesarchiv hat nicht einmal die zur Verfügung stehenden Mittel für die Restaurierung von Akten ausgegeben. „Mir liegt bisher kein Konzept für die schrittweise Sicherung der vorpommerschen Archivbestände vor.“ Er habe jetzt angewiesen, dass gesperrte Greifswalder Akten schnellstmöglich wieder zugänglich gemacht werden sollen.

„Das Haus am Nexö-Platz ist nicht für die sachgerechte Unterbringung von Archivbeständen geeignet“, räumt Brodkorb ein. Akut gefährdet seien die Bestände nach Auskunft der Experten des Landesarchivs nicht, obwohl immer mehr Archivalien aus „konservatorischen Gründen“ gesperrt wurden.

Eine Ertüchtigung der Kaserne auf das heute nötige Niveau wäre viel zu teuer, so der Minister. Er persönlich würde in der Aufbewahrung aller Bestände des Landes in einem modernen Archiv in Schwerin kein Problem sehen. Diese Variante galt lange als Favorit des Ministers, zumal die Akten des Bezirkes Rostock 2013 bereits nach Schwerin verlagert wurden.

Mit uns ist die Verlagerung nicht zu machen, sagen die Greifswalder Landtagsabgeordneten der möglichen künftigen Partner der SPD, Egbert Liskow (CDU) und Mignon Schwenke (Linke). Das sei nicht geplant, sagt Brodkorb. Er habe sein Vorgehen schon mit Liskow abgestimmt, der 2014 den Bau eines Gebäudes für Land- und Stadtarchiv in Greifswald anregte. „Wir streben eine Kooperation mit einer vorpommerschen Stadt für einen gemeinsamen Archivbau an“, sagt Brodkorb jetzt. Im Klartext heißt das Greifswald oder Stralsund. „Wir prüfen bereits intensiv gemeinsam mit Finanzministerium und Betrieb für Bau und Liegenschaften Varianten.“ Gemeinsamer Lesesaal, gemeinsamer Nutzerdienst sind Argumente dafür. Wann der Neubau kommt, lässt Brodkorb offen. „Ich hätte als Minister in meiner zweiten Amtszeit das Projekt gern massiv vorangetrieben“, gibt er seinem Nachfolger auf den Weg.

Ein gemeinsames Projekt findet Greifswalds Bausenator Jörg Hochheim (CDU) gut. „Wir haben uns in der Vergangenheit erfolglos darum bemüht“, sagt er. Jetzt seien die Planungen fürs neue Stadtarchiv An den Wurthen weit fortgeschritten. Man habe angesichts der Probleme des Greifswalder Hauses nicht ewig warten können.

Eckhard Oberdörfer

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