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„Postel“ erhält Ableger am Wolgaster Oberwall

Wolgast „Postel“ erhält Ableger am Wolgaster Oberwall

Berliner Investoren erwerben die seit zwei Jahren ungenutzte Immobilie / Bürgermeister Stefan Weigler: „Postel“ belegt innovatives Handeln der Betreiber

Wolgast. Mehr Jugend und damit auch mehr Leben in die Stadt bringen – das ist die auf Wolgast ausgerichtete Philosophie einer Berliner Investorengruppe, die sich mit der festen Absicht trägt, das dunkelrote Backsteingebäude am Oberwall zu erwerben und zu einem „Hostel“ umzugestalten. Die Stadtvertreter haben das bislang vorliegende Grob-Konzept offenbar mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen, es unter drei Angeboten favorisiert und dem Verkauf durch die Kommune im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung grünes Licht erteilt.

Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) freut sich nicht nur über die damit avisierte Einnahme für die Stadtkasse, immerhin 160 000 Euro. Vielmehr hebt er hervor, dass somit ein weiteres, zwischenzeitlich leer gezogenes Gebäude in der historischen Altstadt wieder mit Inhalt erfüllt wird. Und das um so mehr, als mit der durch Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) durchgedrückte Justizstrukturreform ein weiteres, an sich attraktives Backsteingebäude in der Breiten Straße herrenlos geworden ist.

Zurück zum Oberwall. Hier haben die Berliner Investoren – es sind die gleichen, die die alte Wolgaster Post erworben und zum „Postel“ umfunktioniert haben – ziemlich klare Vorstellungen. Vor allem für Schulklassen und Pädagogenteams sollen neue Übernachtungskapazitäten entstehen. Dazu kommen Räume, in denen gearbeitet, gestritten und kreativ gestaltet werden kann, was immer die künftigen Gäste des Hauses professionell oder während des Urlaubs und zum Schulabschluss auch umtreiben mag.

„Postel“-Geschäftsführer Martin Schröter: „Dieses Klientel reagiert schon jetzt auf unsere Angebote am Platz der Jugend mit viel Zuspruch. Mit dem zweiten Haus, das wir dann in Wolgast betreiben und das fußläufig vom ,Postel’ gut erreichbar ist, würden wir unsere Kapazitäten erweitern. Schließlich stoßen wir jetzt schon des öfteren an Grenzen.“ Sozialprojekte und Gruppenreisen, Bildungs- und Klassenfahrten sowie Ferienlager, die nützliches Tun mit Erholung am Inselstrand verbinden, kämen sehr gut in Frage. Der „Ableger“ des schicken „Postels“ solle etwas bescheidener werden, damit auch ein Stückchen preiswerter. Zugleich ließe sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Hotelbetrieb in beiden Häusern effizienter gestalten.

Die etwas längerfristige Perspektive der künftigen Hausbetreiber schließt den Soll-Zustand ein, wenn in einigen Jahren (hoffentlich) die Wolgaster Ortsumgehung dafür gesorgt haben wird, dass der Oberwall im Anschluss an die Stadtmauer eine nahezu kuschelige Ecke der Altstadt ist. Schröter weiter: „Wir fühlen uns hier in Wolgast sehr gut aufgenommen, haben jede Menge lebendige Kontakte mit den Menschen vor Ort.“

Das Kompliment gibt das Ortsoberhaupt gern zurück: Das „Postel“ sei ein Indiz für innovative Vorhaben; die Betreiber würden sich aktiv ins Stadtleben einbringen, auch mit eigenen Aktionen wie den Jazz-Sessions. Hinzu käme, dass die Herberge ganz neue Zielgruppen – wie etwa Rucksacktouristen – in die Stadt bringe.

Ob am Oberwall noch in diesem Jahr baulich etwas passiert, bleibt abzuwarten und hängt auch davon ab, wie schnell oder langsam die bürokratischen Mühlen mahlen. Die künftigen Besitzer müssen zunächst den Status quo detailliert aufnehmen, Planungsunterlagen erarbeiten lassen und ihre Nutzungsvorstellungen weiter vorantreiben. Möglichst alles zügig und parallel. Dabei könnten die „Postel“-Erfahrungen Gold wert sein.

Steffen Adler

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