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Preisträgertalent spielt Kolossalwerk

Heringsdorf Preisträgertalent spielt Kolossalwerk

Gotlands Blåsarkvintett musiziert im Schwedischen Salon im Swinemünder Kulturhaus

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Gotlands Blåsarkvintett (v.l.): Lars Linna (Flöte), David Nisbel (Oboe), Magnus Dungner (Klarinette), Zbigniew Jakubowski (Fagott) und Tomas Danielsson (Horn).

Quelle: Ludwig Labahn

Heringsdorf. Kurt Masur, Ehrenschirmherr des Usedomer Musikfestivals und großer Humanist hinterließ Spuren auf Usedom: 1994 stellte er auch den Kontakt zur renommierten Stiftung Young Concert Artists (YCA) her. Seit 1995 zählen deren Preisträgerkonzerte zu den jährlichen Höhepunkten des Usedomer Musikfestivals.

OZ-Bild

Gotlands Blåsarkvintett musiziert im Schwedischen Salon im Swinemünder Kulturhaus

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Festivalsplitter

Einer der bedeutendsten schwedischen Komponisten der Romantik ist Franz Berwald. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Leiter einer Glaswerkes in Nordschweden. Erst ein Jahr vor seinem Tod wird er zum Professor für Komposition in Stockholm ernannt.

So erleben Festivalbesucher morgen den hochtalentierten israelischen Pianisten Tomer Gewirtzman um 19.30 Uhr im Heringsdorfer Hotel Esplanade im YCA-Preisträgerkonzert. Die Washington Post umjubelte bereits seine „ungeheure Virtuosität und stilistische Sensibilität“. Auch Festivaldramaturg Jan Brachmann zeigt sich beeindruckt von dem Spitzentalent: „Mit Liszts h-Moll-Sonate und Schumanns C-Dur-Fantasie stellt er sich zwei Kolossalwerken der Klavierliteratur“.

Tomer Gewirtzman begann bereits mit acht Jahren das Klavierspiel. Jetzt ist er noch keine dreißig und spielte bereits mit herausragenden internationalen Orchestern, gewann eine Vielzahl an renommierten Preisen und debütierte in London und Moskau. Zurzeit führt er seine Studien an der renommierten New Yorker Juilliard School of Music fort.

„Liszts h-Moll-Sonate, die er zum Usedomer Musikfestival spielt, gehört zu den großen Marksteinen der Klavierliteratur", sagt Brachmann. Auch das Manuskript der Sonate würde zeigen, wie heftig der Arbeitsprozess noch während der Niederschrift war: Passagen sind wild durchgestrichen, große Abschnitte mit Korrekturen überklebt, mit roter Tinte sind Artikulationen und Vortragsbezeichnungen hineingekritzelt – ein virtuoser, pianistischer Höhepunkt des Usedomer Musikfestivals.

Von Gotland in die weite Welt Eines der renommiertesten Bläserensembles Schwedens, das Gotlands Blåsarkvintett, gastiert bereits heute um 19.30 Uhr im Swinemünder Kulturhaus. Die schwedische Insel Gotland ist die zweitgrößte der Ostsee. Das Blåsarkvintett verwandelt das Kulturhaus in einen „Schwedischen Salon“. Gemeinsam mit dem polnischen Pianisten Wojciech Waleczek, der bereits mehrfach zum Usedomer Musikfestival auftrat, präsentieren die Gotländer Werke von Beethoven bis Mozart, von Lindh und Ullén bis van Tour und Poulenc.

„Auf dem polnischen Teil Usedoms erinnert das Gotlands Blåsarkvintett auch daran, dass Polen über das gemeinsame Herrscherhaus Wasa mit Schweden verbunden war“, sagt der Festivaldramaturg.

Die fünf Musiker sind Grenzüberschreiter mit Sinn für spannende Programme. Vom Musical bis zur Kammermusik spielen sie ein breites Repertoire. Ausgedehnte Tourneen führten das Ensemble bereits zu vielen großen Musikfestivals in Europa und bis nach Brasilien. Zuhause sind sie aber auf Gotland, wo die fünf Musiker um Lars Linna (Flöte), David Nisbel (Oboe), Magnus Dungner (Klarinette), Zbigniew Jakubowski (Fagott) und Tomas Danielsson (Horn) Konzerte in Schulen, Bibliotheken, Gemeindezentren und Kirchen geben, aber auch eng mit lokalen Chören und Solisten zusammenarbeiten.

Einer der Höhepunkte des Abends wird die Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Fantasie f-moll KV 608, die eigens von dem israelischen Fagottisten und Arrangeur Mordechai Rechtman für Bläserquintett arrangiert wurde. Das Werk schrieb Mozart für einen kuriosen Anlass: 1790 starb der populäre Feldmarschall Gideon von Laudon. Zum Gedenken wurde in einem Raritäten-Museum in Wien eine Wachsfigur Laudons aufgestellt. Um die Wirkung im Ausstellungsraum zu erhöhen, sollte von einem mechanischen Uhrwerk mit Orgelpfeifen eine Musik erklingen. Mozart erhielt den Auftrag, diese Musik zu schreiben, und schuf besonders mit der Fantasie KV 608, ein eindrucksvolles Stück. Noch einmal verwendet Mozart die alte Form der Fuge, kombiniert sie aber mit der melodischen Eleganz der Klassik.

Info / Karten unter ☎ 038378 / 34647 oder www.usedomer-musikfestival.de erhältlich.

Ludwig Labahn

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