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Pro und Contra zur Fusion der Schulen in Karlshagen

Karlshagen Pro und Contra zur Fusion der Schulen in Karlshagen

Rund 60 Eltern kamen am Donnerstagabend in das „Haus des Gastes“, um sich über den aktuellen Stand der geplanten Schulzusammenlegung zu informieren

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Karlshagen. Fusion mit der Regionalschule oder doch die bisherige Eigenständigkeit? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Donnerstagabend ein Gremium, bestehend aus Schulvertretern und Eltern der Grundschule Karlshagen im Haus des Gastes. Rund 60 Eltern folgten der Einladung. Sinn und Zweck des Abends war es, Gedanken auszutauschen und Unklarheiten zu beseitigen. Bürgermeister Christian Höhn wünschte sich eine sachliche und nicht emotionsgeladene Info-Veranstaltung. Und so kam es auch.

Es gibt bei einer Fusion immer Vor- und Nachteile. Ich weiß nicht, wo hier der Schuh drückt.“Ulf Hadrath, Schulleiter Peenetalschule

Neben Vertretern der Regionalschule und des Amtes Usedom Nord erschien auch Ulf Hadrath, Leiter der Peenetalschule in Gützkow. Dort werden die Jungen und Mädchen der Grundschule sowie der Regionalschule unter einem Dach und einer Leitung unterrichtet. „Es gibt, das ist nicht ungewöhnlich, überall Vor- und Nachteile“, erklärte Hadrath. Einen entscheidenden Vorteil sieht er darin, dass die Lehrer ihre Schüler von der ersten Klasse bis zum Austritt aus der Schule kennen und genau deren Stärken und Schwächen wissen. „Zum Beispiel gibt es auch nur einen Tag der offenen Tür und eine Schulkonferenz. Das erspart jede Menge Arbeit. Energien werden gebündelt“, sagte er. Als Gast dieser Veranstaltung konnte er nicht ganz verstehen, wo genau in Karlshagen „der Schuh drückt“. Sein Modell, dass Regional- und Grundschule aus einer Hand geleitet werden, funktioniere seit August 1990 sehr gut. „An der Schule habe ich bisher nichts anderes kennengelernt“, sagte er. „Nicht jeder Kollege hat sofort Hurra geschrien. Das hängt damit zusammen, dass sie eine andere Ausrichtung lehren als die damals studiert haben“, sagte er. Einen Nachteil sieht Ulf Hadrath unter anderem darin, dass die Doppelstundenzeiten der älteren Schüler nicht an das Unterrichtsregime der Grundschule angepasst werden können: „Das haben wir leider nie hinbekommen.“

Moderiert wurde der Abend von Matthias Crone, Jurist und Bürgerbeauftragter von MV. „Ich musste mich vor dem Abend richtig tief in die Materie einlesen“, meinte er. „Bei Grundschuleltern gibt es den Trend zur Eigenständigkeit; andererseits möchte man Grund- und Regionalschulen zusammenführen.“ Bürgermeister Höhn räumte ein, dass der Ablauf der letzten Wochen ein wenig unruhig war: „Man hätte alle Parteien vom ersten Tag an mit einbeziehen müssen. Das ist leider nicht geschehen.“

„Jetzt kommt es zur Abstimmung über die Grundschule. Es heißt, dass 2800 Karlshagener darüber entscheiden, was etwa ,nur’ 300 Eltern und Kinder angeht“, beklagte Christian Koys aus Bannemin, selbst Vater eines Kindes, und verdeutlichte ein weiteres Dilemma: „Viele Eltern von Grundschülern kommen ja aus den umliegenden Gemeinden und dürfen darüber nicht abstimmen.“ Berit Junghanß, Mutter eines Grundschulkindes, wünscht sich unterdessen, dass jetzt endlich wieder Ruhe in den Schulalltag einziehen möge. Jedoch: „Ich bin für die Eigenständigkeit der Grundschule. Die Probleme eines Erstklässlers sind andere als die eines pubertierenden Jugendlichen. Darauf müssen die Lehrer eingehen.“

„Ich verstehe diese Aufregung nicht. Die Schulen sind räumlich kaum voneinander getrennt. Eine Zusammenlegung bringt in meinen Augen mehr Vor- als Nachteile“, argumentierte Marlies Schönberg, Schulleiterin der Regionalschule. „Ich denke, dass die Schüler davon nur sehr wenig mitbekämen.“ Auf Anregung der Bürgerinitiative und einer damit einhergehenden Unterschriftensammlung kommt es am 8.

Januar 2017 zur Abstimmung. „Es wird kein pädagogischer Untergang für die Gemeinde Karlshagen werden, egal wie die Entscheidung ausfällt“, ist sich Matthias Crone sicher.

So geht es jetzt weiter in Karlshagen

2. November: Gesprächsrunde der Bürgerinitiative zum Erhalt der Eigenständigkeit der Grundschule Karlshagen ab 19 Uhr im Haus des Gastes 17. November, 19 Uhr: Einwohnerversammlung im Haus des Gastes. Themen u. a.: Schulzusammenlegung

8. Dezember: Gemeindevertretung in Karlshagen Am 8. Januar 2017 soll das Bürgerbegehren stattfinden. Rund 2800 Karlshagener sind aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Derzeit befinden sich die Unterlagen bei der Kommunalaufsicht des Landkreises. Sie wurden vom Amt Usedom Nord zuvor geprüft. Mindestens 800 Einwohner müssen für oder gegen den Erhalt der Selbstständigkeit der Grundschule stimmen, damit die Wahl ihre Wirksamkeit entfaltet.

Hannes Ewert

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