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Pudagla will Wohnungen vom Bund kaufen

Pudagla Pudagla will Wohnungen vom Bund kaufen

Aus sozialen Gründen will die Gemeinde 72 Wohnungen in der Lindenstraße erwerben und einen Kredit aufnehmen

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Auch diesen Block in der Lindenstraße will die Gemeinde lieber selbst kaufen als Spekulanten überlassen.

Quelle: Angelika Gutsche

Pudagla. Die Gemeinde will das vom Bund eingeräumte Vorkaufsrecht für die 72 Wohnungen in der Pudaglaer Lindenstraße wahrnehmen. Das beschlossen die Gemeindevertreter in dieser Woche einhellig. „Wir sind uns einig, dass wir einen Verkauf an Privatleute und eine damit höchstwahrscheinlich verbundene Stückelung der Blöcke verhindern müssen“, sagt Bürgermeister Fred Fischer.

Es wäre schlimm, wenn die Blöcke an Privatleute verkauft würden und uns womöglich Einwohner verloren gingen.“Fred Fischer, Bürgermeister Pudagla

Günstiges Wohnen

72 Wohnungen will die Gemeinde Pudagla vom Bund erwerben und damit das angebotene Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen.

2,5 Millionen Euro Kredit will die Gemeinde für den Kauf aufnehmen. Die Refinanzierung ist durch die Mieteinnahmen gewährleistet.

4,75 Euro pro Quadratmeter kostet die Miete in den jetzt zum Kauf angebotenen Bundeswohnungen aktuell.

Wichtige Argumente für den Kauf sind die Nähe zu den Ostseebädern und die mit der Mieterklientel verbundenen sozialen Gründe. Die Amtsverwaltung hatte ermittelt, dass sich diese zumeist aus sozial schwachen Schichten, wie Erwerbslosen, Rentnern, Alleinerziehenden, Beschäftigten aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe und anderen Geringverdienenden zusammensetzt, die sich diesen Grundmietpreis von 4,75 Euro pro Quadratmeter, nicht aber die Mieten in den Ostseebädern leisten könnten.

Kita gut ausgelastet Dagegen spielen die Mieter im Gemeindeleben eine wichtige Rolle. Unter anderem ist durch sie die vom Elternverein „Kückenhorst“ betriebene Kita gut ausgelastet und viele Jugendliche engagieren sich in der Feuerwehr. Fischer und seinen Abgeordneten ist klar, dass – sollte die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht nicht wahrnehmen können – deren Verbleiben in der Gemeinde in Frage stehen würde.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat bereits angemerkt, dass es ein reges Interesse an den Blöcken gibt. Deshalb wird in Pudagla davon ausgegangen, dass bei einem Verzicht der Gemeinde ein Bieterverfahren eingeleitet werden müsste, das den Kaufpreis in die Höhe treibt. Dennoch wäre das Geschäft wegen der Nähe zu den Seebädern lukrativ.

„Wenn der Kaufpreis in die Höhe getrieben wird, sind die Mieten nicht mehr zu halten“, mutmaßt der Bürgermeister, dass dann in Folge einer möglichen Privatisierung viele Mieter ihre Wohnungen verlieren würden. Der Grund: Der Gemeinde fehlt ein Flächennutzungsplan, der die Verwendung von Grundflächen regelt, so dass die jetzigen Mietwohnungen leicht zum Beispiel zu Ferienwohnungen umgenutzt werden könnten.

Haushalt in Gefahr Die Folge des Einwohnerverlustes wären weniger Schlüsselzuweisungen, Einkommensteuer und Umsatzsteuer für die Gemeinde und ein Abrutsch in ein noch tieferes Finanzloch. Bereits seit Jahren arbeitet die Gemeinde mit defizitären Haushalten und Haushaltssicherungskonzepten. 2015 lagen sämtliche Investitionen auf Eis und die Schlosssanierung wurde unterbrochen. Die Nutzung des Vorkaufsrechts soll einen weiteren Absturz verhindern. „Wir planen einen Kredit in Höhe von 2,5 Millionen Euro aufzunehmen, der durch die Mieteinnahmen gedeckt ist. Die zurzeit noch günstigen Zinssätze kommen uns entgegen“, sagt Fischer. Hilfreich bei der Entscheidung sei gewesen, dass der Bund die Wohnungen vor rund zehn Jahren grundsaniert hat: „Wir müssen also nur gründlich abwägen, was an Reparaturen zu leisten ist.“

Bei der Vermietung will sich die Gemeinde einer der Wohnungsgesellschaften auf Usedom bedienen. „Aber bei der Auswahl lassen wir uns Zeit. Erstmal muss die kommunale Ebene der Kreditaufnahme zustimmen“, sagt der Bürgermeister.

Angelika Gutsche

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