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Usedom Pulower See: Behörde legt erste Vorschläge für Sanierung vor
Vorpommern Usedom Pulower See: Behörde legt erste Vorschläge für Sanierung vor
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01:20 09.12.2017
Der Pulower See ist ein besonderes Ausflugsziel. Ein Wanderweg führt rund um den von einem Gehölzgürtel gesäumten Rinnensee. Außerdem nutzen Badegäste und Angler das Gewässer. Quelle: Foto: Tom Schröter
Es ist das Ziel,

Die Bemühungen um eine Sanierung beziehungsweise Restaurierung des idyllisch im Lassaner Winkel gelegenen Pulower Sees gehen weiter. „Uns liegen jetzt konkrete Konzeptvorschläge vor. Diese sollen in der nächsten Bauausschusssitzung beraten werden“, teilte auf Anfrage der Lassaner Bürgermeister Fred Gransow (CDU) mit. Der Termin steht indes noch nicht fest.

Wichtig für Tourismus und Naherholung

im Idealfall wieder einen mesotrophen Klarwassersee herzustellen. Dies hat positive Effekte für die Nutzung als Bade- und Freizeitgewässer. Für die Region um Lassan sind Tourismus und Naherholung wesentliche Ziele der gemeindlichen Entwicklung, die durch Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes des Pulower Sees unterstützt werden.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Stralsund (Stalu) hatte den Lassanern angeboten, für sie in der Angelegenheit beratend tätig zu sein und geeignete Möglichkeiten für eine nachhaltige Verbesserung des Gewässerzustandes zu ermitteln. Daten zur Gewässergüte, die in den Jahren 1997, 2002, 2005 und 2010 gewonnen wurden, belegten laut Stalu einen eutrophierten Zustand des Gewässers.

Der ursprüngliche Klarwassersee weise einen für seinen Gewässertypus viel zu hohen Nährstoffgehalt auf und sei mit einem zwischen 4,3 und 3,53 schwankenden Trophie-Index als eutroph bis polytroph einzustufen. Damit werde der See, der auch als Bade- und Angelgewässer genutzt wird, zunehmend von Algenblüten bestimmt.

„Wir empfehlen der Stadt Lassan nun, zur Finanzierung unserer vorgeschlagenen Maßnahmen einen Förderantrag beim Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt zu stellen“, sagte jetzt Holger Schabelon, Sachgebietsleiter des Stalu. Im Ministerium in Schwerin gingen aktuell ähnliche Anträge aus dem gesamten Land ein. Dennoch stünden die Chancen zur Gewährung der für den etwa zehn Hektar großen Pulower See erforderlichen Mittel gut.

„Wir schlagen vor, das Vorhaben zweigeteilt anzugehen“, so der Stalu-Mitarbeiter. Unterschieden werde zwischen so genannten „Sanierungsmaßnahmen“, die sich auf den Einzugsbereich des Sees außerhalb des Gewässers beziehen, und „Restaurierungsmaßnahmen“, die im See direkt erfolgen. Der vom Amt in Stralsund empfohlene Förderantrag beziehe sich auf „Sanierungsmaßnahmen“, die auf eine Reduzierung der Nährstoffeinträge aus dem Umfeld des Rinnensees abzielen.

Um außerdem eine Restaurierung des bis zu 14,40 Meter tiefen Sees angehen zu können und eine hierfür geeignete Strategie festzulegen, seien 2018 zusätzliche Untersuchungen im Gewässer erforderlich.

Vermutlich, so sagte Schabelon, seien in den See zu DDR-Zeiten von der Schweinemastanlage in Pulow in Größenordnungen Nährstoffe eingeleitet worden, die sich im Sediment konzentriert haben. „Was die Rücklösung der Nährstoffe aus dem Sediment anbetrifft, gibt es noch Wissenslücken. Diese Prozesse müssen untersucht werden, bevor gezielt gegengesteuert wird“, so der Sachgebietsleiter.

Wirksame Gegenmaßnahmen könnten eine Tiefenwasserableitung und/oder eine Phosphatfällung sein. Entscheidend ist, wie sich die Lassaner Stadtvertreter zu den vorliegenden Konzeptvorschlägen positionieren werden.

Tom Schröter

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