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Usedom Pulower See braucht dringend Hilfe
Vorpommern Usedom Pulower See braucht dringend Hilfe
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00:00 09.03.2017
Der Pulower See ist ein besonderes Ausflugsziel. Ein Wanderweg führt rund um den von einem Gehölzgürtel gesäumten Rinnensee. Quelle: Foto: Tom Schröter
Pulow/Lassan

Zurzeit ist das Wasser des Pulower Sees (Siehe: Karte) vergleichsweise klar. Aber sobald die Temperaturen steigen, setzt alljährlich eine deutliche Trübung ein – ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Gewässer zu reich an Nährstoffen ist, was zu verstärkter Planktonbildung führt. „Eigentlich handelt es sich um einen Klarwassersee, der keine oder kaum Eutrophierungserscheinungen zeigt“, berichtet Holger Schabelon vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern. Seit 1997 vorgenommene Messungen zur Nährstoffbelastung zeigten aber deutliche Abweichungen vom ursprünglichen Gewässertypus. Angesichts des ermittelten zwischen 4,3 und 3,53 schwankenden Trophie-Index sei der See heute als eutroph bis polytroph einzustufen.

Staatliches Amt bietet Restaurierung des Gewässers an / Lassaner Bauausschuss begrüßt Vorhaben

Vor dem Hintergrund, dass der etwa zehn Hektar große und bis zu 14,4 Meter tiefe Pulower See auch als Angel- und Badegewässer genutzt wird, besteht laut Schabelon besonderer Handlungsbedarf. Bereits 2002 sei der idyllisch gelegene Rinnensee limnologisch untersucht worden. An die Ergebnisse dieser Begutachtung könne man jetzt mit erneuten Messungen anknüpfen, um schließlich geeignete Maßnahmen für eine Sanierung beziehungsweise Restaurierung des Sees festlegen zu können.

Als interne Maßnahmen im Interesse eines wirksamen Nährstoffaustrags schlägt der Sachgebietsleiter eine Tiefenwasserableitung und/oder eine Phosphatfällung vor. Eine Sedimententnahme sei auf Grund der Gewässergröße und des daraus resultierenden Arbeitsaufwandes hingegen kaum möglich. Externe Maßnahmen beinhalteten eine ordnungsgemäße dezentrale Entsorgung der in den Pulower Haushalten anfallenden Abwässer, eine Ableitung von Oberflächenwasser weg vom See und eine Verbreiterung des am Gewässerrand vorhandenen Gehölzgürtels als natürliche Barriere für den Nährstoffeintrag von angrenzenden Äckern. „Auch ist in diesem Rahmen sicherzustellen, dass die Güllebecken der früheren Pulower Schweinemastanlage dicht sind“, so Schabelon weiter.

In dieser Woche ließen sich die Mitglieder des Bauausschusses der Lassaner Stadtvertretung das Angebot des Stalu erläutern. Ausschusschef Dirk Eckloff, der das Ansinnen grundsätzlich begrüßte, fragte angesichts der angespannten kommunalen Finanzlage allerdings an, ob die Stadt Lassan an der Finanzierung beteiligt würde. Schabelon verneinte dies. Die Untersuchungen des Sees würden vom Stalu und die daraus abgeleiteten Sanierungsmaßnahmen aus Fördertöpfen bezahlt. Und: „Wenn die internen und externen Maßnahmen greifen, dann erreichen wir mit dem Vorhaben auch eine hohe Nachhaltigkeit“, erklärte der Stalu-Mitarbeiter. Mit positiven Effekten sei innerhalb von ein bis sieben Jahren zu rechnen. Der Lassaner Abgeordnete Johannes Heimrath empfahl, die limnologischen Untersuchungen auch auf den Streitsee in Klein Jasedow auszudehnen. Holger Schabelon wartet nun auf ein positives Signal der Stadtvertretung, um das Gesamtvorhaben anschieben zu können.

Tom Schröter

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