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Rankwitz: Stabwechsel bei Reschkes

Rankwitz Rankwitz: Stabwechsel bei Reschkes

Die Alte Fischräucherei wird nun von Tochter Christin geleitet

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Ein eingeschworenes Team: Christin Reschke mit ihren Eltern Gudrun und Bernd und mit ihrem Lebenspartner Andreas Gall. i

Quelle: Foto: Ingrid Nadler

Rankwitz. Die „Alte Fischräucherei“ in Rankwitz erlebt gerade einen Generationswechsel. Nachdem Gudrun und Bernd Reschke das Steuer der Fischgaststätte 26 Jahre fest in der Hand hielten, haben sie es am 1. Mai ihrer Tochter Christin übergeben.

Stammbesucher werden die Veränderung gleich beim Betreten der Lokalität bemerken. Nicht nur der Kamin im Gastraum ist neu. Busreisende, die in der Regel wenig Zeit zum Verweilen haben und oft mit einem Fischbrötchen vorlieb nehmen, werden nun in einem separaten Raum empfangen. Ein Fenster erlaubt einen direkten Blick auf den Räucherofen. Selbst Familienfeiern lassen sich jetzt bei laufendem Gaststättenbetrieb gut unterbringen. Auch das ist neu.

Die frischgebackene Chefin ist 32 Jahre alt und ein echtes Kind der Insel. Sie hat sich im Maritim-Hotel in Heringsdorf zur Hotelfachfrau ausbilden lassen, dann 18 Monate in der Schweiz Erfahrungen gesammelt und später noch ihren Restaurantmeister gemacht. Die Eltern hätten sie zu dieser Laufbahn nicht gedrängt, versichert die junge Frau. Der nette Umgang mit Gästen indes sei ihr vorgelebt worden. „Ich wollte auf jeden Fall mit Menschen zu tun haben und bin nach reiflicher Überlegung 2009 als Gesellschafterin mit eingestiegen“, erzählt Christin Reschke. Sie freue sich, unter den 18 Angestellten ältere und jüngere Mitarbeiter zu wissen. Auch wenn es ihr mitunter komisch vorkomme, die Vorgesetzte von Frauen zu sein, die sie schon als kleines Mädchen gekannt haben. Gudrun Reschke (60) ist sich sicher, dass ihre Tochter das hinkriegt. „Sie ist gut ausgebildet und hat eine nette Art im Umgang mit Menschen.“ Sie und ihr Mann wollen der Tochter weiter zur Seite stehen, jedoch von der zweiten Reihe aus, denn die vergangenen gut zweieinhalb Jahrzehnte seien nicht ohne gewesen.

Der Stabwechsel ist Anlass, auf den schweren Anfang des Familienbetriebes zurückzublicken: Rankwitz war einer der drei Standorte für die industrielle Forellenproduktion in Aquakultur im Norden der DDR. Hier hatten 40 Leute Arbeit. Die Netzkäfiganlagen vor der Hafeneinfahrt im Peenestrom waren schon von weitem sichtbar. „In der Wendezeit wurden die staatlichen Betriebe abgewickelt; sprich, sie mussten in Liquidation gehen“, erzählt Bernd Reschke (63). Und dass die Wende den idyllischen Lieper Winkel mit all seiner Härte getroffen und von seinen Bewohnern ein Umdenken gefordert habe.

Reschke war zu dieser Zeit Bereichsleiter der Rankwitzer Forellenproduktion und fest entschlossen, seine Kompetenz als Diplom-Biologe zu nutzen und ein neues Unternehmen aufzubauen. Mit Hilfe der Familie konnte das nötige Startkapital aufgebracht und der Treuhand ein konkretes Angebot unterbreitet werden.

Am 9. März 1991 wurde Bernd Reschke zum alleinigen Geschäftsführer der neuen „Usedomer Feinfisch GmbH“. Der Anfang war alles andere als ermutigend. „Wir mussten im ersten Produktionsjahr sämtliche Fischbestände übernehmen und haben uns bankenmäßig hoch verschuldet. Forellen wollte hier zu dieser Zeit keiner mehr haben. Wir haben dann Absatzmärkte im Westen gefunden und ein Jahr darauf mit der Traditionsräucherei über offenem Feuer begonnen. Es folgte der erste kleine Laden.“

„Was dann im Laufe der Jahre daraus wurde, haben eigentlich unsere Gäste bestimmt“, ergänzt Gudrun Reschke. Ab 1994 haben Reschkes ihren Imbiss erweitert und ihr Unternehmen drei Jahre später vollständig auf Gastronomie umgestellt. Die Räume wurden grundlegend umgebaut, durch einen Wintergarten erweitert, vier Ferienhäuser kamen hinzu, 2010 eine Teichlandschaft. So ist aus dem ehemaligen Industriegebiet ein beliebter Erholungsraum geworden. Dem Fisch sind sie immer treu geblieben – und so soll es auch bleiben, versichert die junge Chefin.

Ingrid Nadler

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