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Rebecca (18) startet jetzt durch

Seckeritz/Bansin Rebecca (18) startet jetzt durch

In einem Praktikum bei Foto-Messlin hat eine Schülerin der Wolgaster Produktionsschule ihre Berufung gefunden

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Was Gabriela Messlin (l.) der Praktikantin Rebecca Nüssemeyer (18) erklärt, versteht sie leicht.

Quelle: Angelika Gutsche

Seckeritz/Bansin. Drei Stunden Fahrzeit nimmt Rebecca Nüssemeyer (18) aus Seckeritz täglich in Kauf, um zum zweiten Mal ein Praktikum im Fotostudio von Gabriela Messlin in Bansin zu absolvieren. Morgens muss sie nach der Busfahrt sogar noch zusätzlich 20 Minuten auf den Zug warten. Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte sie nicht geglaubt, solchen Aufwand zu betreiben, um im Leben etwas zu werden.

Rebecca kann sich gut auf Kunden einstellen und ist technisch sehr begabt.“Gabriela Messlin, Fotografenmeisterin

Für die Schule fehlte ihr von Anfang an die Motivation. „Ich habe die Klassenziele immer mit Ach und Krach geschafft. Vor allem Mathe fiel mir schwer“ sagt Rebecca, die aber betont, nie sitzen geblieben zu sein. Das ist ihr wichtig. Irgendwann erwachte in ihr der Ehrgeiz, trotz der schlechten Zensuren die zehnte Klasse abzuschließen. „Den Abschluss wollte ich unbedingt. Mir war schon klar, dass ich damit bessere Chancen im Leben habe. Irgendwann wird man erwachsen, ob man will oder nicht“, sagt die 18-Jährige rückblickend. Sie bewarb sich beim Projekt „Produktives Lernen“ an der Wolgaster Kosegartenschule und war eine der ersten Absolventen.

Auch wenn sie stolz sein konnte, mit mäßigem Vorwissen den Abschluss geschafft zu haben – die Zeit des vielen Lernens und Nachholens von Lehrstoffen vergangener Schuljahre hat Tribut gefordert und ihre Gesundheit gekostet. „Es war mir nicht möglich, sofort nach der 10.Klasse eine Lehre zu beginnen“, sagt Rebecca rückblickend. So kam sie mit 17 Jahren an die Produktionsschule, wo sie auf eine Ausbildung vorbereitet wurde. „Das war für mich eine gute Überbrückungszeit, um zu gucken, was ich machen könnte.“ Ein Praktikum in einem potenziellen Ausbildungsbetrieb gehört dazu.

Über die Jobbörse des Arbeitsamtes wurde Rebecca auf das Angebot der Bansiner Fotografenmeisterin aufmerksam, eine Kauffrau im Einzelhandel auszubilden. „Das hat mich interessiert, auch weil ich in der näheren Umgebung meines Heimatortes bleiben und in keinem Großbetrieb landen wollte.“

Gabriela Messlin nimmt gern Praktikanten auf: „Ich finde, das ist für beide Seiten eine gute Möglichkeit des Kennenlernens. Außerdem haben die Praktikanten so die Chance, vor der eigentlichen Lehrzeit Tipps von älteren Azubis einzuholen.“ Von der Eignung Rebeccas war sie schnell überzeugt. „Ich habe schnell bemerkt, dass sie sich sehr gut auf verschiedene Kunden einstellen kann und technisch begabt ist“, sagt die Fotografin, die die Auffassungsgabe der Seckeritzerin lobt. „Dass sie aufgeschlossen und sehr interessiert ist, kommt Rebecca zugute. Außerdem ist sie sehr geduldig.

Kürzlich hat sie einem 84-jährigen Urlauber zweimal zwei Stunden lang dessen neues Smartphone erklärt.“ Rebecca sagt: „Ich finde den Beruf sehr interessant – vor allem, weil die Arbeit hier so vielseitig ist. Überhaupt – das Technische gefällt mir am besten.“ Ein paar Tage noch – dann sind erstmal Ferien. Ab 1. September startet Rebecca ihre Ausbildung im Fotostudio. Dass sie dann wieder viel mit Mathe zu tun haben wird, stört sie nicht mehr. Die Kollegen im Fotostudio freuen sich schon auf sie. Für die Woche will sie sich ein kleines Zimmer in Bansin suchen. Nach Hause zu ihren Eltern und ihrem Freund fährt sie dann nur an den Wochenenden. Ich bin froh, eine Ausbildung in der Nähe meiner Familie gefunden zu haben. Ich bin nunmal ein richtiger Familienmensch.“

Angelika Gutsche

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