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Usedom Rechtes Magazin auf Usedom sorgt für Unmut
Vorpommern Usedom Rechtes Magazin auf Usedom sorgt für Unmut
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11:08 05.12.2018
Zeitschriften wie "Schwerterträger" mit unkritischen und teilweise verherrlichenden Berichten über den Zweiten Weltkrieg empören die Usedomer. Quelle: Flemming Goldbecher
Zinnowitz

Vermehrt hatten sich in den vergangenen Monaten Personen bei der OZ gemeldet, die sich über ihre Post beschwerten. Immer war diese mit dem gleichen Inhalt versehen: Einer Zeitschrift und allerlei einschlägigem Werbematerial. Auf dem Titel des Magazins, das der OZ vorliegt, ist das Konterfei von Ludwig Heilmann abgebildet, dem „König von Monte Cassino“, wie er von den Autoren betitelt wird. Das Eiserne Kreuz als Anerkennung seiner militärischen Leistungen prangt an seinem Kragen.

„Schwerterträger“ lautet der Name der Zeitschrift, die vom Verlag der Deutschen Militärzeitschrift (VDMZ) herausgegeben wird. Im zweimonatigen Rhythmus veröffentlicht sie Porträts und Berichte über deutsche Offiziere der Wehrmacht und der SS. Nach eigener Aussage auf der ersten Seite verfolgen die Herausgeber das Ziel, „sich dieser beeindruckenden Männer und ihrer überragenden Leistungen zu erinnern“, damit auch unsere „Enkel und Urenkel eine Vorstellung von den Tapfersten der deutschen Militärgeschichte gewinnen.“ Auf 50 Seiten schreiben verschiedene Autoren in der Ausgabe unkritisch und unreflektiert über die Schlachten, die Generalmajor Ludwig Heilmann befehligte und die Orden, die er von Adolf Hitler persönlich überreicht bekam.

Politiker sehen Verbreitung kritisch

Nicht jeder, der damals im Krieg gekämpft hat, war gleichzeitig ein Kriegsverbrecher, gibt einer der Empfänger der Zeitschrift, ein Rentner, zu bedenken. Aber Heldenverehrung und Geschichtsrevisionismus gehen in eine Richtung, die schnell Gedanken über eine Verbindung zu rechtsextremen Kreisen aufkommen lassen. Davon ist die Landtagsabgeordnete der Linken, Jeannine Rösler, überzeugt. „Es war mir nicht bewusst, dass solche Zeitschriften im Umlauf sind, aber für mich geht so etwas gar nicht. Das sollte man auf jeden Fall überprüfen“, so Rösler. Ähnlich äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU): „Ich sehe es kritisch, dass solche Zeitschriften unaufgefordert verschickt werden. Welche Auswirkungen auf die Gesellschaft sie haben können, hängt stark von den jeweiligen Inhalten ab.“

Sowohl das Magazin „Schwerterträger“ als auch die Deutsche Militärzeitschrift sind offiziell nicht verboten in Deutschland. Dem Verfassungsschutz sind sie jedoch bekannt. Sie gehören zum Publikationsspektrum der „Lesen & Schenken Verlagsauslieferung und Versandgesellschaft mbH“. Deren Geschäftsführung ist der deutschlandweit bekannte Verleger rechtsextremer und geschichtsrevisionistischer Literatur, Dietmar Munier, der, zumindest in der Vergangenheit, der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) nahe stand.

Verlag verzichtet auf Stellungnahme

Die entscheidenden Fragen lauten: Wie gelangen die Zeitschriften in Umlauf und wieso müssen sich Menschen damit auseinandersetzen, die weder einen Abonnement abgeschlossen haben, noch zuvor in Kontakt mit derartigen Publikationen gekommen sind? Der Verlag selbst wollte sich zur Verteilung und Auswahl des Adressatenkreises nicht äußern. Von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie in MV (RAA) heißt es, man kenne durch die rechtsextremen Publikationen des „Pommerschen Buchdienstes“ ähnliche Fälle und versuche, in diesem Feld Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Zeitschrift „Schwerterträger“ sei jedoch etwas Neues, dessen Verbreitung man beobachten müsse.

Flemming Goldbecher

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