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Usedom Reichlich Lob zum 20. Geburtstag
Vorpommern Usedom Reichlich Lob zum 20. Geburtstag
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00:00 13.09.2016
Der senegalesische Künstler Bassirou Sarr kommt seit 21 Jahren nach Benz und bietet jährlich eine Afrikawoche an. Zum Jubiläum reiste er extra aus Berlin an, um bei der Feier dabei sein zu können. Quelle: Dietmar Pühler

„Der Erfolg hat viele Väter“ heißt es landläufig. Im Falle des Benzer Kinderhauses waren es hingegen viele Väter und vor allem Mütter, die vor mehr als 20 Jahren den Mut hatten, aus einer Hortgruppe unter dem Schirm der evangelischen Kirchengemeinde einen Kindergarten werden zu lassen. 1991 war es, dass Anrut Schumacher über eine ABM-Stelle die Grundschulkinder im Benzer Hort betreute.

Ich bin total gerührt. Es ist wunderbar, dass wir uns heute hier alle wiedersehen.“

Pastor i.R. Martin Bartels

In jener Zeit wollte die Gemeinde den noch existierenden kommunalen Kindergarten in fremde Hände geben, und so kam zusammen, was zusammen gehört. Pastor Martin Bartels war damals „der Mutigste gewesen“, so dessen Nach-Nachfolgerin Annegret Möller-Titel. „Wir machen’s, wir schaffen das.“ Mit diesen Worten zitierte die Benzer Pastorin den Vater des Erfolgs. Sie versäumte aber auch nicht, Arndt Noack in einem Atemzug zu erwähnen, in dessen zehnjähriger Amtszeit als Benzer Pastor das Kinderhaus wuchs und der Neubau entstand.

Zu den Müttern des Erfolgs zählte Möller-Titel die Bürgermeisterinnen der damals noch selbständigen Gemeinde Benz, Monika Kopmann (1994-1999) und Andrea Moll (1999-2004), die in Vertretung von Bürgermeister Karl-Heinz Schröder Grüße der Gemeinde überbrachte. „Wir sind als Kommune unheimlich stolz, dass das geschafft wurde. Und ich hoffe, dass das noch ganz ganz lange weitergeht“, so die Gemeindevertreterin.

Um das 20-jährige Jubiläum gebührend zu feiern, versammelten sich die Gäste zunächst in der Petrikirche zu einer Andacht, in deren Mittelpunkt der Rückblick von Pastor i.R. Martin Bartels stand.

„20 Jahre Kinderhaus Himmelschlüsselchen! Ich bin total gerührt. Es ist wunderbar, dass wir uns heute alle wiedersehen“, gestand Bartels. Er erinnerte an die Nachwendezeit, als 1991/1992 „in unserer Gemeinde nur zwei Kinder geboren“ wurden, während es zuvor jährlich etwa 30 Neugeborene gewesen seien.

„Am Anfang war es wirklich nur ein Traum. Anrut (Schumacher, d.Red.) hatte ihn damals handschriftlich notiert: Ein Haus für Kinder, wo Kleine und Große erfahren können, was Kinder am allernötigsten brauchen: Zuwendung und dass man sich aufgenommen fühlt“, erzählte der frühere Gemeindepfarrer. Am 1. August 1996 war es dann so weit, dass der kommunale Kindergarten in die Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde überging. Die Leitung wurde Verena Kurze übertragen. Zum Team gehörten vor 20 Jahren Frau Schumacher und Frau Starker, die zwölf Kindergartenkinder und 14 Hortkinder betreuten.

Als wesentlichen Grund für den Erfolg bezeichnete Bartels, „dass wir keinen Unterschied gemacht haben, ob ein Kind getauft war oder nicht. Wir wollten niemanden ausgrenzen“. Dazu passt, dass mit Verena Kurze eine Kita-Leiterin eingestellt wurde, die Katholikin ist.

Dr. Tilman Beyrich hob als Vorsitzender des Fördervereins Benzer Kinder hervor, das der Begriff „Benzer Kinder“ eine Marke geworden sei. „Manche sind zehn, elf Jahre von der Krippe bis zur 6. Klasse hier gewesen“, zunächst im Himmelschlüsselchen und danach in der benachbarten Evangelischen Schule. Die „Benzer Kinder“ seien selbstbewusst und eigenständig. Das erfahre er in seiner Tätigkeit als Religionslehrer in Ahlbeck immer wieder.

Gründungsvater Martin Bartels verabschiedete im Rahmen der Feierlichkeiten zwei langjährige Mitarbeiterinnen. Zum einen die Frau der ersten Stunde: Anrut Schumacher, die jetzt in den Ruhestand geht.

„Danke, dass ich hier sein durfte“, sagte sie bescheiden und fügte an: „Es war mein Leben“. Auch Barbara Iven scheidet aus. „Ich hatte 15 Jahre eine ganz erfüllte Zeit“, beteuerte die in Labömitz beheimatete Hessin.

An den Feierlichkeiten in der Kirche und im Kinderhaus nahmen auch etliche ehemalige Benzer Kinder teil, die ebenso interessiert wie ihre Eltern die Chroniktafeln der ersten zehn Jahre studierten.

Auch die Fotoalben und Jahrgangsbücher der früheren Sternchen- und Sonnengruppe wurden aufmerksam durchgeblätter, frische Erinnerungen inklusive.

Dietmar Pühler

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