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Usedom Reiterhof nahm viele Hürden
Vorpommern Usedom Reiterhof nahm viele Hürden
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00:00 13.04.2013
Ziemitz

Heute sehen die Jaddatz‘ wie eine zufriedene Familie aus. Zusammen sitzen sie beim Mittag und erzählen über die alten Zeiten, als es ihnen noch nicht so gut ging.

Als sie 1992 in Ziemitz ihr Großprojekt „Urlaub auf dem Bauernhof“ starteten, lief es zwar zunächst bei der Vermietung von Ferienzimmern extrem gut. „Wir waren von Anfang an voll ausgebucht“, erzählt Bärbel Jaddatz. Sie und ihr Mann Rudolf profitierten davon, dass sie sich schon zu DDR-Zeiten einen Namen gemacht hatten. Doch die Querelen um den gleichzeitig geplanten Bootshafenbau sollten diesen Erfolg zunächst überschatten und den Jaddatz‘ noch über Jahre zusetzen.

Sie hatten ja keine Ahnung: Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts? „Wir kannten uns mit so etwas nicht aus. Wir hatten ja nur unsere Erfahrungen aus der DDR“, sagt Bärbel Jaddatz. Sie vertrauten also dem Investor, der als Mitgesellschafter fünf Millionen Deutsche Mark in den Bau stecken wollte. „Doch als es dann losging, war der über alle Berge. Und wir standen blöd da“, erinnert sich Rudolf Jaddatz. Es folgte ein langer Kampf vor Gericht. Über mehrere Jahre.

Als wären das noch nicht genug Probleme, stellten sich auch die Behörden zeitweise quer. „Das war ja der erste private Hafen, der hier gebaut werden sollte. Da ging es bei der Genehmigung hoch her.

Mal mussten wir mit den Ämtern in Schwerin verhandeln, dann mit denen in Rostock“, sagt Bärbel Jaddatz. Danach stießen sie beim Bau im Wasser auch noch auf alte Waffen und Munition. Auch das kostete Geld und Nerven. „Wir haben aber nie aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft“, sagt die Rentnerin. Das Erfolgsrezept? Die jüngste Tochter, Madlen Jaddatz, die den Hof heute in Eigenregie führt, muss da nicht lange überlegen. „Wir haben ein sehr gutes Familienverhältnis und halten extrem zusammen.“ Für die 35-Jährige stand schon immer fest, dass sie eines Tages den Betrieb übernehmen wird. „Nur dass es so früh passiert, damit hatte ich nicht gerechnet.“ 2003 sprang Madlen Jaddatz als Chefin ein, nachdem ihr Vater einen Herzinfarkt erlitt. Und ihre Schwester Carmen Wolf-Jaddatz betreibt seither den Sportboothafen, wo Urlauber paddeln, Tretboot fahren und angeln können. Die Eltern sind also abgelöst, wirken aber noch immer im Hintergrund mit. „Meine Mutter verpflegt die Kinder bei den Reitferien. Und mein Vater packt mit an, wo er kann“, sagt Madlen Jaddatz. Selbst ihr Sohn Casper (13) hilft eifrig sowie ihre Schwester Katrin Schimnick von Rostock aus.

Der Familie fehlt nur noch eins: Einwohner, die sich ähnlich stark im Ort engagieren, um den Urlaubern noch mehr zu bieten. „Wir bräuchten zum Beispiel einen Biergarten oder ein Sommercafé für Fahrradtouristen“, sagt Bärbel Jaddatz. „Auch die ansässigen Banken sollten sich mehr einbringen, um dem ständig wachsenden Anspruch der Touristen gerecht zu werden.“ Sie hoffe zudem, dass bald ein neuer Radweg entsteht. Denn immer mehr Familien kämen mit ihren Kindern und Hunden ins Hinterland, um die Natur mit dem Fahrrad zu erkunden. Rudolf Jaddatz hat nicht mehr die Kraft, eine Kneipe aufzubauen. Aber eines ist klar: „Wenn ich 20 Jahre jünger wäre, würde ich das machen.“

André Wornowski

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