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Usedom Rentnerehepaar auf Polenmarkt attackiert
Vorpommern Usedom Rentnerehepaar auf Polenmarkt attackiert
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18:07 09.01.2019
Viele deutsche Touristen kaufen auf dem Grenzmarkt in Swinemünde auch Zigaretten. Allerdings gab es bereits mehrfach Betrugsversuche durch einige Verkäufer. Quelle: Henrik Nitzsche
Swinemünde/Bansin

Marina und Werner B. aus Berlin (der vollständige Name ist der Redaktion bekannt) sind treue Usedom-Urlauber. Seit Jahren verbringt das Rentnerehepaar im Dezember kurz vor Weihnachten ein paar erholsame Tage in Bansin, denn am 18. Dezember ist ihr Hochzeitstag. 2018 stand ein Besuch in Swinemünde auf dem Plan – doch der Tag verlief ganz anders als geplant. Denn für die beiden Senioren wurde er zum Albtraum ...

Gegen Mittag besuchten Marina und Werner, sie ist 74 und er 73 Jahre alt, an diesem 18. Dezember den „Polenmarkt“ in Swinemünde. Gern wollten sie ihren Kindern den Wunsch nach Zigaretten erfüllen. Sie hatten von den Rauchern extra eine alte Schachtel mitgenommen, „damit wir die richtige Sorte kaufen, denn wir sind beide Nichtraucher und in diesem Metier überhaupt nicht bewandert“, schildert die Berlinerin. An einem der Stände kam das Paar mit dem Verkäufer ins Gespräch. „Wir trugen unseren Wunsch vor, zeigten die Schachtel. Der Verkäufer war sehr beflissen und kam mit Zigarettenstangen an. Die sahen aber anders aus als unsere mitgebrachte Schachtel“, schildert Marina. Auf ihren Hinweis sagte der Verkäufer, dass alles in Ordnung sei, es würde dauernd die Verpackung gewechselt und sie könnten sich darauf wirklich verlassen, darin sei genau die gewünschte Farbe der Schachtel und Zigaretten.

Verkäufer zur Rede gestellt

Die Eheleute zogen beruhigt weiter über den Markt. „Meinem Mann kam aber die Sache irgendwie unwirklich vor. Er riss eine Stange auf und fand darin nicht die gewünschten Zigaretten. Machte dann noch eine Schachtel auf und sah, dass da lose, von Hand gestopfte Zigaretten drin waren“, berichtet die Marktbesucherin. Die Urlauber gingen zum Stand zurück und stellten den Verkäufer zur Rede. „Doch der ignorierte uns völlig, schaute nicht mal hoch und spielte mit einem Handy. Dann meinte er, wir hätten die Zigaretten nicht bei ihm gekauft. Mein Mann sagte, er möchte diese Zigaretten zurückgeben und forderte das Geld zurück“, so die Frau. Der Verkäufer habe „Nein“ geantwortet.

Faustschläge gegen den Kopf

Marina B. zückte ihr Handy und fotografierte den Mann. „Da ist er völlig ausgerastet. Er stand von seinem Stuhl auf und verpasste mir so einen starken Hieb gegen den Oberkörper, dass ich zwei bis drei Meter über die Straße zurückgeschleudert wurde. Dann ging er unvermittelt auf meinen Mann zu, verpasste ihm mehrere Faustschläge gegen den Kopf, seine Brille flog im hohen Bogen weg“, erinnert sie sich. Werner B. war auf diesen Angriff überhaupt nicht vorbereitet, bestätigt er. Es seien verbale Beschimpfungen gefolgt, dann habe der Verkäufer über Funk Verstärkung angefordert. Die Männer hätten nach Aussage des Ehepaares laut und unmissverständlich gedroht: „Verschwindet, sonst schlagen wir euch zusammen!“

Marina B. sagt, dass sie und ihr Mann vor Angst wie erstarrt und in einem Schockzustand waren. „Wir waren nicht in der Lage zu irgendeiner vernünftigen Handlung. Deshalb haben wir wohl auch keine Polizei gerufen. Noch immer finden wir keinen Schlaf. Auf den Markt werden wir nie wieder gehen“, ist ihr Resümee. Das Ehepaar möchte aber andere Menschen warnen, damit ihnen nicht Ähnliches widerfährt.

Kripo ermittelt nun wegen Körperverletzung

Die Polizeiinspektion Anklam hat nun wegen des Vorfalls eine Anzeige von Amts wegen aufgenommen. Hilfreich dabei war, dass das geschädigte Ehepaar auf die Kontaktaufnahme per E-Mail reagiert und die Frau das Handyfoto des Verkäufers zur Verfügung gestellt hat. „Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei, denn es handelt sich zweifelsfrei bei den geschilderten Vorfällen um Körperverletzung“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Gemeinsam mit den polnischen Polizisten und der Staatsanwaltschaft werde ermittelt.

Unwissenheit der Senioren ausgenutzt

Falkenberg verweist aber in diesem Zusammenhang darauf, dass es schon mehrfach Betrugsfälle mit Zigaretten auf dem Swinemünder Markt an der polnischen Grenze gegeben habe. Er rät deshalb, vor dem Bezahlen immer erst die Ware zu kontrollieren. Noch besser sei es, Tabakwaren in regulären Läden in der Stadt zu kaufen. Wie in Deutschland werde dort beschädigte Ware zurückgenommen. „Der geschilderte Fall von Marina und Werner B. zeigt zudem, dass die Unbedarftheit der beiden Nichtraucher gnadenlos ausgenutzt wurde. Wir raten daher immer wieder, in Betrugsfällen unverzüglich die Polizei zu rufen. Die polnischen Kollegen kommen sofort“, so Falkenberg.

Cornelia Meerkatz

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