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Usedom Rettungsaktion für angestammten Treff
Vorpommern Usedom Rettungsaktion für angestammten Treff
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08:06 07.09.2013
Sie opfern so manche Freizeitstunde für ihren Treff: Inge Riemer, Jörg Reichert, Norbert Glende sowie Steffen und Kerstin Domke (v. l.). Fotos (5): I. Nadler
Gellenthin

Das war knapp. Um ein Haar wären die Gellenthiner ihren Freizeittreff losgewesen. Die Stadt Usedom, zu der das kleine Dorf mit seinen rund 50 Einwohnern gehört, muss irgendwie zu Geld kommen, weshalb verkauft wird, was irgendwie entbehrlich scheint. Der ehemalige „Konsum“, Anfang der 1970-er Jahre gebaut, war so ein in Frage kommendes Objekt. Der Laden war ja längst geschlossen. Eingekauft wird in Usedom.

Aber die in die Jahre gekommene Baracke war den Einwohnern trotzdem lieb und teuer. „Das war der Freizeittreff für den ganzen Usedomer Winkel“, erzählt Ingeborg Riemer. Der Anlaufpunkt war — nicht nur aus ihrer Sicht — einfach unverzichtbar. Deshalb wurde mit der Stadt nach einer Lösung gesucht.

Und so sieht sie aus: „Wir haben den Verein ,Usedomer Winkel' gegründet, haben das Gebäude zunächst gepachtet und werden es kaufen“, erzählt Norbert Glende. Der 49-Jährige ist der Vorsitzende der inzwischen 26 Mitglieder zählenden Gruppe. „Der Zusammenhalt ist sehr gut. Hier ist einer für den anderen da. Wir haben schon etliche Arbeitseinsätze geleistet und haben noch viel vor.“ Sobald der Notarvertrag unterzeichnet und der Verkauf perfekt ist, könne auch die noch hässliche Fassade saniert werden.

Zunächst haben die Enthusiasten das Außengelände verschönert, den verwilderten Garten aufgeräumt, den Zaun ausgebessert, Blumen gepflanzt und Blumenkübel aufgestellt. Manfred Gliesner aus Gneventhin hat auf eigene Kosten ringsum einen Gehweg pflastern lassen.

Und so kann drinnen das gesellige Leben wie gehabt weitergehen. Ingeborg Riemer ist glücklich, wie sich alles gefügt hat. Sie achtet streng darauf, dass in dem kleinen Club alles seine Ordnung hat;

die 74-Jährige ist „die Mutter der Kompanie“, sagen ihre Mitstreiter respektvoll. Eine große Bilderwand zeugt von vielen schönen Begegnungen schon zu DDR-Zeiten — etliche der darauf abgelichteten Kinder sind inzwischen längst erwachsen. Jörg Reichert erinnert sich gut an die früheren Zusammenkünfte. Er ist in Gellenthin geboren und ebenso wie Ingeborg Riemer froh, wie sich alles entwickelt hat. Für den Handwerker ist es selbstverständlich, dass er im Verein „Usedomer Winkel“ mitmacht. Wie auch für Steffen Domke und seine Frau Kerstin. Domke zeigt auf einen wandgroßen Kalender, auf dem sorgfältig alle Termine vermerkt sind, an denen die Räume entweder privat oder öffentlich genutzt werden. „Wir bieten den Treff auch anderen Vereinen für Veranstaltungen an“, sagt Norbert Glende. So eine Absprache gibt es zum Beispiel mit dem Usedomer Anglerverein.

Das nächste große Ereignis, bei dem es für die Mitstreiter des Vereins einmal mehr alle Hände voll zu tun gibt, wird am 21. September das 1. Erntedank- und Heimatfest sein.

Das war der Freizeittreff für den ganzen Usedomer Winkel.“Ingeborg Riemer, Vereinsmitglied

Ingrid Nadler

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