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Usedom Rodung in der Düne: Seebad droht Ärger
Vorpommern Usedom Rodung in der Düne: Seebad droht Ärger
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13:13 02.03.2016
(Zu viel) Durchblick? Auf der Zinnowitzer Düne sind Hunderte Bäume und Sträucher verschwunden. Nur in Höhe des Hotels Asgard (rechter Teil des Bildes) ist ein Teil der alten Sträucher stehen geblieben, damit Vögel Nistplätze behalten. Quelle: Alexander Loew
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Zinnowitz

Massive Rodungen in den Strand-Dünen bescheren der Gemeinde Zinnowitz auf Usedom Ärger. Das zuständige Forstamt Neu Pudagla hat ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren nach Landeswaldgesetz eingeleitet, wie der Leiter der Behörde, Felix Adolphi, am Dienstag sagte. „Hier ist Wald beseitigt worden, ohne dass ein entsprechender Antrag auf Waldumwandlung vorlag. Wir prüfen nun, wie das passieren konnte", betonte der Forstamtschef.

Das Seebad hatte seit Dezember 2015 Hunderte Bäume und Sträucher in der Düne abholzen lassen. Zunächst scheinbar ohne großen Widerstand. Doch in den vergangenen Tagen zeigten sich zunehmend Urlauber vom Ausmaß der Fällungen betroffen. Auch Usedomer Naturschützer übten Kritik. Für Nabu-Mitglied Wolfgang Nehls steht fest: „Beim Abholzen wurde übertrieben.“

Aus Sicht von Sven Gundlach, der als Zinnowitzer Bauhofchef die Arbeiten der Gemeinde koordinierte, lief alles sauber: Man habe die nötige Genehmigung vom Eigentümer der Flächen – dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (Stalu) – erhalten, betont er. Allerdings, so räumt auch Stalu-Mitarbeiter Karsten Müller sinngemäß ein: Der Zinnowitzer Antrag könne im Nachhinein nicht als formvollendet betrachtet werden. „Es gab eine E-Mail, in der es hieß, die Maßnahme wurde mit allen Zuständigen abgestimmt. Inzwischen weiß ich, dass die Forst das anders sieht“, gibt Stalu-Mann Müller zu. Forstamtschef Adolphi sagt: „Einer unserer Förster wurde lediglich darauf hingewiesen, dass etwas geplant ist. Das in einer E-Mail als Zustimmung darzustellen, ist so nicht korrekt.“

Bauhof-Chef Gundlach kontert: „Die Maßnahmen seien längst fällig und wichtig für den Küstenschutz gewesen: „Die Düne war enorm vermüllt, zum Beispiel mit Plastetüten, Zelten oder Teppichen. Wir mussten da rein, um die Widerstandsfähigkeit weiter zu gewährleisten.“

Ein Beigeschmack entsteht aber, da die Auslichtungen (sie kosteten einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich) von Zinnowitzer Hoteliers bezahlt wurden, die nun durch die Auslichtungen auch in unteren Etagen besseren Seeblick vorweisen können. Unternehmer-Interessen dürften allerdings nicht Maßstab für die Bewertung einer solchen Maßnahme sein, meint Felix Adolphi. Es gebe nicht einmal eine Auflistung, wie viele und welche Bäume gefällt wurden, noch die notwendige Festlegung der Forstbehörde, welche Ausgleichspflanzungen oder -Zahlungen das Seebad dafür leisten müsse. Seine Behörde werde nun Gemeinde und Stalu zu Stellungnahmen auffordern, dann müsse abgewogen werden. Möglich, dass Zinnowitz das forsche Einschreiten in der Düne noch mit einem saftigen Bußgeld bezahlt.

OZ

Von Loew, Alexander

Die Forst hat ein Prüf-Verfahren gegen die Gemeinde Zinnowitz auf Usedom eingeleitet. Vorwurf: Für das Abholzen von Hunderten Bäumen und Sträuchern wurde keine ausreichende Genehmigung eingeholt. Nun droht ein saftiges Bußgeld.

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