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Usedom Ryanair-Streik: Ückeritzer Schüler saßen am Gardasee fest
Vorpommern Usedom Ryanair-Streik: Ückeritzer Schüler saßen am Gardasee fest
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00:00 29.09.2018
Am Donnerstag verbrachten die Ückeritzer Schüler einen Tag in Venedig. Quelle: Foto: Natascha Iden
Ückeritz/Pescheria del Garda

So haben sich die Mädchen und Jungen von der Ückeritzer Ostseeschule ihre Rückreise nach einer eindrucksvollen Woche am Gardasee in Italien sicherlich nicht vorgestellt. Ihr Flieger sollte gestern eigentlich um 19 Uhr vom Mailänder Airport abheben und etwa zwei Stunden später in Berlin landen. Doch der Flug wurde gecancelt: Grund ist der Streik der Piloten der irischen Billigfluglinie Ryanair. Sechs europäische Länder sind betroffen, darunter auch Italien.

Flug von Mailand gestrichen / Usedomer Bäderbahn reagiert schnell: Doppeldeckerbus holt Schülergruppe aus Italien ab

„Am Mittwochabend teilte uns der Jugendreiseveranstalter mit, dass unser Rückflug am Freitagabend gestrichen wurde. Das war schon ein Schock, zumal der Veranstalter von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machte“, sagt Natascha Iden. Sie begleitet als Mutter die 67-köpfige Reisegruppe (55 Schüler) von der Insel Usedom. Das ist die Abschlussfahrt der beiden zehnten Klassen der Ostseeschule.

Untergebracht waren sie in einem Feriencamp in Pescheria del Garda am Südostufer des Gardasees. „Noch am Abend haben wir eine Krisensitzung einberufen und bis tief in die Nacht überlegt, wie wir nach Hause kommen“, sagt die Gothenerin. „30 000 Menschen waren für die Rückflüge gesperrt, da bekamen wir auch keinen Zug mehr, zumal das mit so einer großen Gruppe auch schwierig ist“, sagt Yvonne Sdunek aus Ückeritz, die ebenfalls als Elternteil die Gruppe begleitet. Angebote vom Reiseveranstalter, die Schüler und Betreuer mit Bus und Fliegern einer italienischen Airline zurückzubringen, lehnten die Ückeritzer ab. „Die Flüge waren ohne Transfer zum Flughafen, der Bus ab Venedig ebenfalls. Einige wären erst am Dienstag weggekommen. Außerdem hätten nur 18 Personen einen Platz im Flieger bekommen. Wem gibt man da das Vorrecht? Wir hätten auch erheblich draufzahlen müssen“, sagt Natascha Iden.

Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr dann der entscheidende Anruf bei der Usedomer Bäderbahn (UBB): „Innerhalb von 40 Minuten stand fest, dass die UBB einen Bus schickt und uns aus dieser misslichen Lage rausholt. Wir sollten uns keine Sorgen um dem Preis machen – Hauptsache, wir kommen mit den Schülern wieder nach Hause. Das war so unkompliziert“, sagt Yvonne Sdunek zum Telefonat mit dem UBB-Verantwortlichen.

In der Heimat verfolgte Schulleiter Peter Biedenweg das Tohuwabohu um den Rücktransport seiner Schüler. „Die UBB hat uns ein sehr günstiges Angebot gemacht, dafür ein dickes Dankeschön. Ich finde das gut, dass die Gruppe jetzt gemeinsam zurückkommt. Wir haben alle Eltern telefonisch informiert, wie nun der Rücktransport erfolgt“, sagt Biedenweg. Die Flugkosten sollen vom Reiseunternehmen erstattet werden, so der Schulleiter.

Am Donnerstagvormittag machten sich zwei Fahrer mit dem Bus, der 70 Plätze hat, auf den Weg nach Italien. Eigentlich sollte der die Schüler am Freitag vom Flughafen in Berlin abholen. „Der Doppeldeckerbus war zum Glück frei. Deshalb konnten wir den Schülern jetzt helfen“, sagt UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße, der mit einer Fahrzeit von rund 18 Stunden rechnet. Am Freitagmorgen kam der Bus am Gardasee an. „4 Uhr – wir haben uns gefreut“, so Natascha Iden.

Die Gruppe war vor sechs Tagen in der Nacht von Sonntag zu Montag mit Ryanair von Berlin nach Mailand geflogen und besuchte in der Woche unter anderem Venedig und Verona. „Viele Schüler waren aufgeregt, weil es ihr erster Flug war. Einige waren deshalb jetzt auch enttäuscht, dass es nicht mit dem Flieger zurückgeht. Wir sind aber glücklich, dass wir nun gemeinsam nach Hause fahren können“, so Natascha Iden.

Wenn sie planmäßig gestern um 16 Uhr vom Gardasee losgekommen sind, dürften sie heute gegen Mittag mit dem Bus auf Usedom wieder ankommen.

Henrik Nitzsche

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