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SPD-Kreisparteitag fordert Lösung für Kinderstation

Pasewalk SPD-Kreisparteitag fordert Lösung für Kinderstation

Im Streit um die Kinderstation am Krankenhaus Wolgast wird sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bis Anfang Dezember mit den Beteiligten treffen.

Pasewalk. Im Streit um die Kinderstation am Krankenhaus Wolgast wird sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bis Anfang Dezember mit den Beteiligten treffen. Das hat Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Sonnabend auf dem SPD-Kreisparteitag in Pasewalk angekündigt. „Ich selbst werde mit dem Vorstand der Bürgerinitiative am Dienstag in Wolgast sprechen“, sagte der 28- Jährige, warnte aber vor zu hohen Erwartungen: „Ein einfaches Zurückdrehen ist nicht möglich“. An der bisherigen Entscheidung seien auch die Uni-Klinik Greifswald und die Ameos-Klinikgruppe Ueckermünde beteiligt gewesen.

Die Kinderstation Wolgast war nach langen Debatten vor einem Jahr geschlossen und nach Anklam verlegt worden. Seither gab es immer wieder Proteste, am vergangenen Donnerstag demonstrierten rund 800 Menschen. Vize-Bundesvorsitzende der SPD und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte in Pasewalk, es sei gut, „dass die Entscheidung noch einmal überprüft wird. Wir müssen die Sorgen der Bürger ernst nehmen, aber es darf keinen Schnellschuss geben.“

Schwesig und Dahlemann forderten die Bürgerinitiative aus Wolgast auf, sich von der Bürgerbewegung „Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit“ zu distanzieren, die dem rechten Spektrum zugerechnet wird. Ohne eine Abgrenzung erteile man diesen Kräften „eine Legitimation, die für Vorpommern tödlich ist“, so Dahlemann. Diese Leute schürten Ängste, warnte Schwesig und erklärte: „Das kennen wir schon von NPD und Co.“

„Politische Entscheidungen tun manchmal weh, aber man muss den Mut haben, sich den Themen zu stellen“, erwiderte Dahlemann auf Kritik von der Basis. „Es ist eine politische Katastrophe, dass die SPD nicht alles für kranke Kinder tut“, tadelte zuvor Günther Jikeli, Ortsverbandsvorsitzender der Insel Usedom. Und er fragte: „Wieso hat es unser Kreisverband nicht geschafft, den Ministerpräsidenten zu einem Dialog mit uns und den Bürgern zu zwingen?“

Der Kreisverbandsvorsitzende Bernd Nabert äußerte indes, dass man die Kliniken im Kreis nicht gegeneinander ausspielen dürfe. „Machen wir Wolgast stark, würde in Anklam ’was sterben. Deshalb haben wir uns ein wenig zurückgenommen.“ Nabert erklärte aber auch während des mehr als sechsstündigen Parteitages, dass er mit seiner eigenen Arbeit in der Vergangenheit „überhaupt nicht zufrieden“ sei.

Manuela Schwesig forderte am Ende das Uniklinikum Greifswald auf nachzudenken, ob es nicht wieder eine gemeinsame Lösung mit Wolgast geben könnte, wie in der Vergangenheit. Insgesamt habe die SPD Vorpommern jetzt stärker im Blick. Diese Region habe nicht so von der positiven Entwicklung im Nordosten profitieren können, wie andere Landesteile. Es sei schwerer für Vorpommern, sich an eine Metropolregion wie Stettin oder Berlin anzuhängen, als für Mecklenburg. „Man darf das Lebensgefühl der Menschen nicht ignorieren“, sagte Schwesig zur Entscheidung für einen Vorpommern-Staatssekretär.

Petra Hase/winfried Wagner

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