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Usedom Sallenthiner Gärtner schmückt sein Dorf mit eigenen Blüten
Vorpommern Usedom Sallenthiner Gärtner schmückt sein Dorf mit eigenen Blüten
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00:00 05.11.2016

Blumenampeln und -rabatten in den Seebädern – und im Ortsteil Alt Sallenthin nicht eine einzige Blume. Benjamin Kühn (34), seit 2015 Inhaber der Inselgärtnerei Kühn, hat das gewurmt. „Wir sind doch auch Teil der Gemeinde. warum gibt es bei uns nichts Blühendes?“, hat er sich gefragt.

Benjamin Kühn hat entlang der Dorfstraße in Alt Sallenthin in Eigenintiative gepflanzt. Sogar die Ortseingangsschilder bekamen bunte Füße. Im Winter macht er eine Pause, weil die Pflanzen mit dem Winterdienst kollidieren. Im Frühjahr 2017 wird wieder gepflanzt. Fotos (2): Angelika Gutsche
Zehn Kübel haben schon Herbst-/Winterschmuck.
Benjamin Kühn hat entlang der Dorfstraße in Alt Sallenthin in Eigenintiative gepflanzt. Sogar die Ortseingangsschilder bekamen bunte Füße. Im Winter macht er eine Pause, weil die Pflanzen mit dem Winterdienst kollidieren. Im Frühjahr 2017 wird wieder gepflanzt. Fotos (2): Angelika Gutsche
Zehn Kübel haben schon Herbst-/Winterschmuck.

Wir sind zum sechsten Mal Prämiengärtnerei. Das macht uns stolz.“Benjamin Kühn (34), Gärtner

Der 34-jährige Gärtner, der gerade mitten in seiner Meisterausbildung steckt, beließ es nicht dabei, sich zu ärgern. Er wurde selbst aktiv. „Der letzte Anstoß kam vom Geschichtsverein“, erklärt er, wie die Ortseingangsschilder und die Hinweistafel auf den 750. Geburtstag Sallenthins im Jahre 2004 zu Blühendem an ihren Füßen kamen.

Statt Beschlüsse der Gemeinde oder Aktivitäten der Verwaltung abzuwarten, wurden gemeinsam mit Karin Buchholz vom Geschichtsverein der Kaiserbäder und Brigitte Will von der Wählergemeinschaft InKa zunächst die Ortseingangsschilder gesäubert und repariert. Danach pflanzte Kühn dort Fleißige Lieschen, die er regelmäßig goss und vom nachwachsenden Gras freischnitt.

Außerdem stellte die Gärtnerei neben jede der zehn Straßenlaternen einen Pflanzkübel, der saisonal bestückt wurde. „Gerade haben wir die Kübel auf Herbst und Winter eingestellt – fünf bekamen floristische Gebinde aus Tannengrün und Trockengestecken und die anderen fünf Blattschmuck und Gräser, die bis zum Frühjahr halten“, sagt der Gärtner, der sein Dorf 2017 auf jeden Fall wieder mit Blumen schmücken wird. „Ich habe das natürlich mit der Verwaltung abgesprochen. Vielleicht klappt es ja auch mal mit Blumenampeln – aber die sind echt teuer.“ Die Leute vom Geschichtsverein der Kaiserbäder sind sich einig: „Dieser Anblick ist eine reine Freude. Wir finden, solch privates Engagement verdient nicht nur Erwähnung, sondern auch Anerkennung und Lob.“

Benjamin Kühn und seine fünf Mitarbeiter freut das. Der Juniorchef hat die Gärtnerei von Mutter Astrid Kühn übernommen und plant, sie auch in deren Sinne mit speziellen Aktivitäten weiter im Dorfleben zu verankern. Blumen sind nicht das Einzige, mit dem er Gäste nach Alt Sallenthin lockt. „Wir haben uns auf Zierpflanzen vom Stiefmütterchen bis zur Staude spezialisiert. Für 2017 wurden schon 25000 Stiefmütterchen vorbereitet.“

Übers Jahr gibt es schon jetzt verschiedene Aktionen, die Gärtnerei und Dorf bekannt machen. Neben dem Tag der offenen Tür zur besten Pflanzzeit veranstalten Kühn und seine Mitarbeiter eine Kräuterwoche und beteiligen sich am Kräutermarkt in Liepe. Im Juni präsentiert die Gärtnerei bei den Staudenwochen ihr breites Sortiment – im Juli gibt es einen speziellen Showtag für Balkon- und Beetpflanzen. Besonders stolz ist der angehende Gärtnermeister auf die Tomatenzucht. „Wir bieten aus eigenem Anbau über 70 Sorten als Pflanzen und Früchte an. Viele Gäste fahren nicht nach Hause, ohne bei uns nochmal Tomaten einzukaufen“, sagt er stolz. Der kleine Kürbismarkt, der kürzlich von der besonders ertragsreichen Ernte 2016 profitieren konnte, hat schon Tradition. Für Totensonntag wird am 14. November ein Extraverkaufstag angeboten und am 19. November lädt die Gärtnerei zum Adventsbasteln ein.

„Die Atmosphäre bei den Märkten in den Gewächshäusern ist so gemütlich, dass wir in diesem Jahr den ersten Weihnachtsmarkt planen. Noch feilen wir am konkreten Programm für den 10. Dezember. Aber soviel wissen wir schon: Wir wollen für ein stilvolles Ambiente sorgen, in dem sich Familien gemeinsam und entspannt ihren Weihnachtsbaum aussuchen können.“ Dafür wird das Gewächshaus kräftig beheizt.

Auch Fachleute wissen die Arbeit der Alt Sallenthiner Gärtner zu schätzen. Kürzlich wurde der Betrieb zum sechsten Mal als Prämiengärtnerei ausgezeichnet. Die Ehrung resultiert aus einer Qualitätskontrolle von Fachleuten, der man sich freiwillig unterzieht. Kühn: „Immerhin tragen nur vier Betriebe im Land die Urkunde des Zentralverbandes Gartenbau. Da macht uns die Auszeichnung natürlich richtig stolz.“

Angelika Gutsche

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