Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Salmonellenfall sorgt für Krankenhaus-Ärger
Vorpommern Usedom Salmonellenfall sorgt für Krankenhaus-Ärger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:40 11.06.2016

Christina Pachali aus Karlshagen ärgerte sich vor Kurzem über das Wolgaster Kreiskrankenhaus. Ihr Problem: Sie wurde mitten in der Nacht abgewiesen, weil kein Bett mehr frei war. Doch der Reihe nach.

In der Woche vor Herrentag klagte die Köchin über Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber – 38,9 Grad Celsius zeigte ihr Thermometer an. Noch in der Nacht machte sie sich mit gepackter Tasche auf den Weg ins Krankenhaus nach Wolgast. Immer in der Hoffnung, dass sie dort aufgenommen wird und die weitere Nacht in der Klinik verbringen kann. „So schlimm hatte es mich noch nie erwischt. Ich habe mehrere Kilogramm abgenommen dabei“, sagt sie.

Um 4 Uhr hing sie dann an einem Schmerztropf. „Ich wollte ja nur einen Abstrich machen lassen, um zu prüfen, woran ich erkrankt bin. Doch die diensthabende Ärztin erklärte mir, dass dafür keine Zeit sei. Es würde ihr zu lange dauern“, sagt sie. Knapp drei Stunden hing sie am Tropf und verließ noch am Morgen das Krankenhaus. „Kurz nach 7 Uhr war ich wieder zu Hause. Die Tage danach war ich krankgeschrieben“, erklärt sie.

Nach sieben Tagen und einem Marathon durch verschiedene niedergelassene Ärzte hatte sie ihre Diagnose schwarz auf weiß in den Händen. „Es waren Salmonellen“, sagt sie. Christina Pachali empört sich, dass in der Klinik nicht schneller reagiert wurde. „Salmonellen sind doch ansteckend.“

Das Kreiskrankenhaus Wolgast bedauert, dass die Hilfe der medizinischen Mitarbeiter in der Nacht für eine Beschwerde sorgte. Dr. Thorsten Wygold, ärztlicher Geschäftsführer des Wolgaster Kreiskrankenhauses, erklärte auf OZ-Nachfrage: „Die Patientin stellte sich in der Nacht in der Notaufnahme im Kreiskrankenhaus vor. Ihr Zustand war stabil, eine stationäre Aufnahme war nicht erforderlich. Die Patientin erhielt eine Flüssigkeitsinfusion in Kombination mit einem Schmerzmittel. In den frühen Morgenstunden wurde sie im gebesserten Zustand in die weitere hausärztliche Behandlung entlassen.“

Laut Thorsten Wygold dient die ambulante Behandlung in der Notaufnahme der Stabilisierung des Patienten, so dass dieser in der Lage ist, im Rahmen der üblichen Praxisöffnungszeiten den Hausarzt aufzusuchen und die Behandlung dort fortgesetzt werden kann. „Stuhluntersuchungen auf Salmonellen und andere Keime müssen in ein Speziallabor geschickt und dort mehrere Tage kultiviert werden, bevor das Ergebnis feststeht“, sagt er. Da der Befund anschließend auch besprochen werden muss, ist es für ihn sinnvoll, dass die Stuhlprobe durch den Hausarzt abgenommen, verschickt und ihr Ergebnis dann vom Hausarzt mit dem Patienten besprochen wird, damit er gezielt weiterbehandelt werden kann.

„Die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Wolgast ist dafür nicht ausgelegt. In diesem Zusammenhang ist auch die zitierte Äußerung zur fehlenden Zeit zu verstehen. Eine Stuhlprobe selbst ist schnell abgenommen. Im vorliegenden Fall ging es der Patientin, nachdem sie bei uns behandelt worden war, deutlich besser“, sagt der ärztliche Geschäftsführer.

Hannes Ewert

Mehr zum Thema

Polen sammelten innerhalb von nur zehn Tagen 200 000 Zloty für eine Immuntherapie in einer Kölner Klinik

07.06.2016

Mit einem kleinen Chip können manche Blinde wieder sehen - rund 300 Menschen weltweit haben die Technik bereits im Auge. Doch es gibt noch Verbesserungspotential bei Auflösung, Energieversorgung und Handhabung.

19.06.2016

Das enge Einwickeln mit Tüchern bis zum Hals soll Säuglinge beruhigen. Es kann nach Angaben einer Expertin jedoch auch zu Hüftschäden führen. Eltern sollten beim Pucken daher auf eine bestimmte Bewegungsfreiheit der Kinder achten.

21.06.2016

Auf der Insel Usedom werden an Bundes- und Landesstraßen in absehbarer Zeit keine nennenswerten Neupflanzungen von Alleen entstehen.

11.06.2016

Im Rahmen des Jubiläumsjahres anlässlich des 800. Geburtstages der Lieper Kirche, der ältesten auf Usedom, laden der Förderverein Dorfkirchen am Lieper Winkel und ...

11.06.2016

Wenn Eltern oder Großeltern plötzlich Hilfe brauchen oder Familienmitglieder auf Grund von Krankheit oder Unfall gepflegt werden müssen, stehen Betroffene und Angehörige vor vielen Fragen.

11.06.2016
Anzeige