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Usedom „Sandmann“ zu Besuch beim Ahlbecker Skulpturenfestival
Vorpommern Usedom „Sandmann“ zu Besuch beim Ahlbecker Skulpturenfestival
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00:00 08.06.2017
Daniel Helber (l.) und Oliver Hartmann vom Sandskulpturenfestival Usedom präsentieren neben der Figur Captain Davy Jones das Probenglas. Quelle: Fotos: D. Pühler
Ahlbeck

Einen ganz besonderen Besucher konnte das Sandskulpturenfestival auf dem Ahlbecker Grenzparkplatz kürzlich begrüßen. Mit dem Stuttgarter Daniel Helber gab ein wahrer Sandexperte der Ausstellung „Maritime Abenteuer“ die Ehre. Denn Helber ist ein äußerst spezieller „Sandmann“. Er ist einer von nur rund 100 Sandsammlern in Europa und brachte ein ungewöhnliches Geschenk mit auf die Insel: Er hat Sandkörner aus aller Welt in einem Glas vereinigt, das nun die Sammlung in der Sandskulpturenausstellung bereichert.

Sandkörner aus aller Welt befinden sich in dieser kleinen Sammlung.

Bis 5. November

„Maritime Abenteuer“ lautet das Motto des 4. Usedomer Sandskulpturenfestivals auf dem Grenzparkplatz zwischen Swinemünde und Ahlbeck. Die Schau hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und ist bis zum 5. November zu sehen.

Ein Arenophiler ist jemand, der Sand mag

Daniel Helbers Sammlung, die er penibel katalogisiert in seinem Keller aufbewahrt, umfasst über 7000 Sandproben aus über 250 Ländern und von neun Meteoriten. Als sogenannter Arenophiler ist er jemand „der Sand mag“ und der Interesse an der Beschaffenheit, der Farbe, der Mineralogie und der Fundstelle der Probe hat. Er besitzt Sand vom Basiscamp des Mount Everest auf etwa 5500 Metern Höhe und Sand aus dem Arabischen Meer aus einer Tiefe von 2000 Metern.

Auf Usedom war der Hobby-Sandmann nun zum ersten Mal. Natürlich wanderten auch von hier etliche Proben in die kleinen Schnappdeckelgläschen, die er zuhause archiviert und über die einschlägigen Tauschbörsen anderen Sammlern anbietet. Die wiederum geben ihm Sandproben, die er noch nicht besitzt. „Ich mache das jetzt seit 20 Jahren. Ich sammle Sand von jedem Ort, von Flüssen, Seen, Wüsten und Stränden“, sagt er.

Auch von Usedom sind mehrere Sandarten dazugekommen, vom Strand und der Düne in Swinemünde. „Der Sand ist immer etwas anders. In der Düne ist er feiner und er enthält Partikel, die angeweht werden“, erklärt er. Mit Oliver Hartmann vom Sandskulpturenfestival ist er außerdem nach Pudagla gefahren, wo der „Bausand“ für die Skulpturen herkommt. „In der Kiesgrube haben wir acht verschiedene Proben gesammelt“, erläutert der Ausstellungsmacher.

Bei „Wetten, dass..?“ gewann er ein Fahrrad

Hartmann freut sich, dass ihm der Schwabe neben Proben auch zwanzig Elektronenmikroskop-Vergrößerungen von besonders schönen Sanden für die Ausstellung auf dem Grenzparkplatz zur Verfügung gestellt hat. Besonders faszinierend finden die beiden den „Sternensand“ aus Japan, der aus fossilen Foraminiferen (einzellige Lebewesen) besteht.

So speziell wie seine Sandsammlung ist auch der Stuttgarter „Sandmann“ selbst. Am 1. April 2006 wurde er zu „Wetten dass...?“ nach Halle/Saale eingeladen. Er sollte aus 250 Sandproben aus 70 Ländern vier von fünf Proben exakt geografisch zuordnen. Helber hatte dafür monatelang gebüffelt und die Wette souverän gewonnen. Zur Krönung wurde er an diesem Abend zum Wettkönig gekürt. „Damals gab es noch kein Auto zu gewinnen, aber immerhin ein Fahrrad“, erinnert sich der Sammler und passionierte Tourenradler.

Ausgangspunkt für seine Sammelleidenschaft war übrigens eine Fahrradtour, die er 1996 durch Kanada unternahm. Auf Vancouver Island begegnete er einem jungen Bären, der ihm einen gehörigen Schreck eingejagt hatte. Um eine Erinnerung an dieses Erlebnis mitzunehmen, füllte er abends am Strand von Pachena Bay Sand in ein Tütchen, das er mit nach Hause nahm. Der Sand stand danach lange auf seinem Schreibtisch, bis irgendwann die wahre Sammelleidenschaft entbrannte.

Dietmar Pühler

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