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Usedom Sauberes Fest im Seebad: Waschen wie vor 100 Jahren
Vorpommern Usedom Sauberes Fest im Seebad: Waschen wie vor 100 Jahren
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00:00 17.05.2016
Hatten beim Waschfest viele Sauf-, Rauf- und Liebeslieder im Repertoire: das Spielmannsduo „Tancredo und Lothar“.

Mit dem bekannten Volkslied „Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh “ luden die Kinder der Kita „Zwergenland“ das entzückte Publikum zum Pfingstfest ein, den fleißigen Waschfrauen bei ihrer Arbeit zuzusehen. Aber nicht nur zusehen war bei der zweiten Auflage von „Koserow wäscht an“ angesagt.

Pia Förster (6) war begeistert von dem Waschfest in Koserow, das für viele ältere Besucher zum Fest der Erinnerungen wurde. Fotos (2): Beate Rother

Früher war das Waschen sehr umständlich.“Elke Podhorska, Kurverwaltung Koserow

Bei dem Mitmach-Event auf dem Wäschegeschmückten Gelände der Freiwilligen Feuerwehr bezogen am Samstag ebenso freiwillige Waschfrauen in historischen Gewändern Groß und Klein gern in die Abfolge der einzelnen Waschgänge mit ein.

Vom Weichen, Kochen, Schrubben, Stärken, Wringen, Trocknen bis hin zum Mangeln und Bügeln, unter dem Motto: „Waschen wie vor 100 Jahren“ erfuhren vorrangig Weißwäsche und Handtücher aus Omas Zeiten in einer Demoversion eine Reinigung ganz ohne elektrische Waschmaschine. Für die Jüngsten eine schöne Gelegenheit, einmal – unter dem Blitzlichtgewitter der Eltern - die Bekanntschaft mit Rubbelbrett und Kernseife zu machen. Ob mit oder ohne hochgekrempelte Ärmel spielte dabei weniger eine Rolle. Spaß und Begeisterung sowie der Aha-Effekt standen bei dem Familienfest hoch im Kurs. Für die kleine Pia Förster (6) aus Sachsen-Anhalt stand es außer Frage, die Waschvorgänge bis zum Aufhängen, Bügeln und Kaltmangeln selbst mit zu erledigen. Auch wenn das kleine, aber umso schwerere Bügeleisen nur mit zwei Händen zu stemmen war, Pia hielt durch.

„Und das war nur ein Handtuch“, gab der Papa zu bedenken und schob damit den Gedanken an die Verschrottung des Waschautomaten daheim weit weg. Der dampfende Waschkessel und der leicht gekrümmte Wäscheheber lösten dagegen eher bei dem älteren Publikum eine Flut an Erinnerungen aus. Dass einst das Badewasser der Familie am samstäglichen Badetag letztendlich auch noch zum Einweichen der Wäsche genutzt wurde und wie umständlich und tagfüllend Wäschewaschen damals überhaupt war, erfuhren die Gäste durch die ergänzenden Erläuterungen, welche Elke Podhorská von der Kurverwaltung von Zeit zu Zeit gab. Angesichts der schweren Arbeit war der Ansturm auf Erbsensuppe oder Kaffee und Kuchen nachvollziehbar und umrahmt von den Sauf-, Rauf- und Liebesliedern des Spielmannsduos „Tancredo und Lothar“ ein wahrer Genuss.

Beate Rother

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