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Usedom Schiff gestrandet: Seenotretter bergen Segler und Hund
Vorpommern Usedom Schiff gestrandet: Seenotretter bergen Segler und Hund
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00:06 14.06.2018
Die Retter näherten sich dem gestrandeten Einhandsegler – mit großer Vorsicht, ohne selbst auf Grund zu laufen.

Ein Einhandsegler ist in der Nacht zum Dienstag auf das Riff bei der Insel Greifswalder Oie aufgelaufen. Erst am Morgen wurde er per Zufall von den Seenotrettern entdeckt und mit seinem Hund in Sicherheit gebracht.

Leck geschlagen, Maschine defekt, Handy im Wasser – DGzRS muss Segler retten. Die Notsignale in der Nacht wurden nicht gesehen. Verletzt wurde niemand.

„Irgendwann in der Nacht hatte es ganz gewaltig gekracht“, berichtet Antke Reemts, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). „Die schwere Grundberührung beschädigte das Unterwasserschiff der etwa zehn Meter langen Segelyacht so stark, dass Wasser ins Schiff eindrang.“

Die Folge: Maschine und die Bordelektrik fielen aus, das Funkgerät wurde unbrauchbar. Zu allem Unglück sei dem Skipper (74) auch noch sein Handy heruntergefallen und verschwand im eingedrungenen Wasser. „Daraufhin schoss der Einhandsegler mehrere Seenotraketen ab, die jedoch ungesehen am Nachthimmel verglühten“, sagt Reemts. Erst am frühen Morgen entdeckten die Seenotretter der Greifswalder Oie von der Brücke ihres Seenotrettungskreuzers aus die südlich der Insel gestrandete Yacht.

Mit dem Arbeitsboot des 20 Meter langen Seenotrettungskreuzers „Berthold Beitz“ arbeiteten sich die Seenotretter an die Yacht heran, die im Flachwasserbereich des Riffs festgekommen war. Das letzte Stück stakten die Seenotretter mit Bootshaken und Paddel, um den Motor des Arbeitsbootes im extremen Flachwasserbereich nicht zu gefährden. Schließlich brachten sie eine Schleppleine über und konnten so die gestrandete Yacht freischleppen.

Da sich die Schäden an der Yacht mit Bordmitteln nicht beheben ließen, schleppte der Seenotrettungskreuzer den Segler Richtung Kröslin. Unterwegs übernahm die Freiwilligenbesatzung der Station Freest mit dem Seenotrettungsboot „Heinz Orth“ den Segler. „Nur unter ständigem Einsatz der Lenzpumpen gelang es, die Yacht schwimmfähig zu halten“, erklärt DGzRS-Sprecherin Reemts. Im Hafen von Kröslin versorgten die Seenotretter zunächst Herrchen und Labradormischling und unterstützten dann dabei, die beschädigte Yacht aus dem Wasser zu holen.

Die Greifswalder Oie liegt südöstlich von Rügen. Das Naturschutzgebiet ist für die Öffentlichkeit nur sehr eingeschränkt zugänglich. Wassersportler in Not dürfen den Schutzhafen aber jederzeit anlaufen. Auch die „Berthold Beitz“ liegt dort.

Die Seenotretter

84500 Menschen hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nach eigenen Angaben mindestens seit ihrer Gründung im Jahr 1865 gerettet. Allein 2017 war die Organisation 2050 mal auf Nord- und Ostsee im Einsatz.

17 Stationen der DGzRS gibt es in Mecklenburg–Vorpommern, an beiden deutschen Küsten sind es zusammen 54. 1000 Retter sind für die Organisation im Einsatz. In Warnemünde steht das Informationszentrum der DGzRS.

OZ

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