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Usedom Schnäppchen aus dem Fundbüro
Vorpommern Usedom Schnäppchen aus dem Fundbüro
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00:00 29.08.2018
Wolgast

Die Mitarbeiter von Rainer Koch müssen auf dem großen Firmengelände in Hohendorf nun nicht mehr so viel laufen. Der Chef hat seinen Leuten Fahrräder besorgt – fünf Stück für insgesamt 29 Euro. Ein Schnäppchen. Darauf hofften auch die rund 30 Interessierten, die sich eine Bieterkarte holten bei der Fundsachenversteigerung des Amtes Am Peenestrom in Wolgast. Auf dem Hof in der Burgstraße wurden knapp 60 Fundstücke durch Eric Witt vom Fachdienst öffentliche Ordnung aufgerufen. Handys gab es nicht – „aus datenschutzrechtlichen Gründen“, wie Witt betonte. Und noch einen Hinweis gab es zu Beginn: „Nur Bares zählt.“ Und für vier Euro ging auch gleich eine schwarze Sporttasche weg. Beim ersten Fahrrad für drei Euro – ein blaues Mountainbike – hielten sich die Bieter noch zurück. Der Auktionator packte ein grünes Fahrradschloss dazu und ging auf zwei Euro runter – Zuschlag!

In Wolgast kamen Fundsachen unter den Hammer: Fahrräder, Luftkissenbett, Ring und Stiefeletten

Für Annett Kneisel war noch nicht das richtige Fahrrad dabei gewesen. Sie wollte ein Herrenrad ersteigern. Ihre Obergrenze? „Verrate ich nicht“, sagte sie. Inzwischen hielt Chantal Desireé Schmidt, Auszubildende im Rathaus, ein Paar schwarze Stiefeletten hoch – 50 Cent waren aufgerufen. Kein Interesse. Na gut, legte die Stadt halt ein grünes Damnenfahrrad drauf für insgesamt drei Euro.

Verkauft. Was schleppend begann, steigerte sich aber bei einem silberfarbenen Damenrad der Marke City Star. Um das gut erhaltene Stück entwickelte sich ein Bietergefecht. Für 50 Euro wurde es verkauft. „Ein weiteres Fahrrad haben wir für 44 Euro versteigert. Das waren die Höchstgebote“, so Elke Bohl, Mitarbeiterin des Fachdienstes Öffentliche Ordnung. Der Erlös aus der Versteigerung – 525 Euro – geht in den Stadthaushalt. 14 Euro steuerte die 13-jährige Eva bei, die mit ihrer Mutter ein Damenfahrrad ersteigerte. „100 Euro wollten wir für ein Fahrrad ausgeben. Nun haben wir noch 86 Euro über, um das Rad auf Vordermann zu bringen“, rechnete die Mama vor, die auch noch zum Schnäppchenjäger wurde. Für 21 Euro leistete sie sich einen goldenen Ring.

Quasi die Katze im Sack kaufte ein Bieter, der für neun Euro einen großen Hartschalenkoffer ergatterte. Das Besondere daran: „Wir haben den Koffer nicht aufbekommen. Ich weiß nicht, was da drin ist“, sagte Eric Witt. Der Koffer war auf jeden Fall sehr schwer. Und ging weg wie das Luftkissenbett oder eine goldene Damenarmbanduhr, die zwei Euro brachte. Sogar ein Damenfahrrad ohne Sattel fand einen Abnehmer.

„Wir sind froh, dass alle 33 Fahrräder weggegangen sind. Überrascht hat mich, dass niemand die gut erhaltene Babyschale für einen Euro haben wollte“, resümierte Elke Bohl. Als Ladenhüter erwiesen sich auch eine Handkreissäge (5 Euro) und eine Spielzeugpuppe (50 Cent). Viele zufriedene Gesichter nach 75 Minuten Versteigerung: Auch das von Annett Kneisel, die ein Fahrrad für vier Euro bekam.

Henrik Nitzsche

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