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„Schön, dass Ihr an meinem Geburtstag da seid“

Heringsdorf „Schön, dass Ihr an meinem Geburtstag da seid“

Partner für gutes Benehmen auf Stippvisite bei Knigge: Das Steigenberger-Hotel bewirtet seine Patenklasse mit Pommes und Nuggets.

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Dennis versorgt zuerst Naomi mit Ketchup, dann nimmt er sich selbst.

Heringsdorf. „Boah — die haben für uns zum Essen eingedeckt!“ Staunend betreten die Kids der 3c von der Heringsdorfer Grundschule das Restaurant, in dem ihre Partner vom Steigenberger-Hotel eine festliche Tafel vorbereitet haben. Weniger stürmisch als zur Schulhofpause, hübsch langsam und pärchenweise nähern sie sich der Tafel. Kichernd lassen sie sich auf die Spielidee von Gastgeber Heiko Dilgner ein, der mit ihnen gutes Benehmen nach Knigge bei einem Restaurantbesuch trainieren will. Der F&B Manager outet sich gleich mal selbst als gastgebendes Geburtstagskind. Ab sofort hat er das Sagen. „Keiner setzt sich vor mir und wenn ich aufstehe, folgt Ihr mir.“ Wieder Gekicher.

Dann wird es ernst und die Jungen kommen ins Schwitzen. Sie helfen ihren Schulfreundinnen beim Setzen, rücken Stühle und reichen ihnen, bevor sie sich selbst auftun, Speisen und Getränke. Die Damen lächeln angetan. So haben sie die Jungs selten erlebt. Das Geburtstagskind klopft ans Glas und hält eine Rede: „Wie schön, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid“, sagt Dilgner, gnädig seinen Tafelgästen zunickend. Ein Schluck — und eine leichte Plauderei beginnt. Sachen, wie pupsen, popeln und brüllen, die man partout bei Tisch lassen sollte, zählen die Kinder flink und mit Begeisterung auf und ernten zustimmendes Gelächter ihrer Kumpels. „Ihr habt's aber witzig“, kommentiert Gastgeber Dilgner spitz und weniger angetan den Eifer. Was sonst noch bei Tisch zu beachten ist, wird deutlich zäher zusammen getragen: beim Niesen abwenden, die Hände auf dem Tisch lassen, das Besteck nach dem Essen parallel auf den Teller legen... Nachholebedarf wird deutlich. Dennoch wird jetzt serviert. Es gibt Nuggets und Pommes mit Mayo und Ketchup. Die Jungs vergessen auch diesmal nicht, zuerst ihre Tischdamen zu versorgen. Nur ein Gaudi? Etwas mehr. Klassenleiter Christof Golon:

„Gerade haben wir im Unterricht gesunde Ernährung gelernt, da passt das Üben von Verhaltensregeln richtig gut. Ich glaube, die Kinder haben Spaß. Aber man erlebt täglich beim Mittagessen in der Schule, dass sie noch viel lernen müssen.“

Die Eltern finden den Nachmittag klasse. „Vor dem Knigge-Kurs waren die Kinder im Fitness-Bereich, beim Zirkel-Training auf der sonnigen Dachterrasse und im Kinder-Krabbenclub“, sagt Christian Schneider, Hannes´ Vater. „Wir Eltern finden, dass Knigge nach wie vor eine Daseinsberechtigung hat und für eine gut funktionierende Gesellschaft wichtig ist. Standard-Benimmregeln am Tisch, aber auch im Alltag sind für einen respektvollen Umgang miteinander Voraussetzung. Die Kinder haben hier einiges gelernt.“ Und die Gäste? Verlassen satt und erheitert die Tafel.. Angelika Gutsche

 



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