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Usedom Schülerfahrkosten bleibt Ärgernis
Vorpommern Usedom Schülerfahrkosten bleibt Ärgernis
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00:00 24.09.2016

Unmut im Kreiselternrat: Sein Vorstand – elf Mütter und Väter von Schulkindern – fürchtet um die vom Land garantierte freie Schulwahl. Anlass ist die vom Kreistag 2015 beschlossene und nun von der Kreisverwaltung verfügte Beteiligung von Eltern an den Schulbuskosten (die OZ berichtete).

Dass 229 Fünftklässler, die eine nicht für ihren Wohnort zuständige Schule besuchen, nur noch gegen anteilmäßige Bezahlung mit dem Bus zum Unterricht gebracht werden sollen, habe Unverständnis und Ärger ausgelöst, schildert die Vorsitzende des Kreiselternrats, Claudia Metz.

Die Kreisverwaltung hatte betroffene Eltern dieser Tage per Bescheid darüber informiert, dass sie sich an den Kosten für den Transport ihrer Kinder zur Schule beteiligen müssen. Grundlage dieser Entscheidung ist das Schulgesetz des Landes. Demzufolge müssen Landkreise die Schülerbeförderungskosten nur in dem Ausmaß übernehmen, wie sie für die örtlich zuständige Schule anfallen. Was im Umkehrbeschluss besagt, dass Eltern, die ihr Kind mit Klasse fünf in eine nicht für ihren Wohnort vorgesehene Schule schicken, für den Bustransport zur Kasse gebeten werden können (sofern jener teurer ist als der zur örtlich zuständigen Schule).

Bis zu 400 Euro jährlich und mehr sollen besagte Eltern in Vorpommern-Greifswald nun bezahlen. „Das werden sich nicht alle leisten können und allein deshalb von der ihnen gesetzlich eingeräumten freien Schulwahl keinen Gebrauch machen“, prophezeien Claudia Metz und andere. Die freie Schulwahl, befürchten sie, würde somit ausgehöhlt. Nicht wenige Eltern, gibt Metz zu bedenken, hätten triftige Gründe, ihr Kind an eine andere als die vom Landkreis für ihren Wohnort vorgegebene Schule zu geben. „Mitunter liegt diese, ,nicht zuständige’ Schule, auf dem Arbeitsweg der Eltern. Oder aber die Fahrt zu dieser Schule ist zeitlich deutlich kürzer.“ Metz widersprach der Annahme, die von der Kostenregelung betroffenen Eltern würden ihre Kinder in der Regel an Schulen in freier Trägerschaft unterrichten lassen. „Die allermeisten haben ihr Kind an einer staatlichen Schule.“

In dieser Woche appellierte der Rat an die neue Landesregierung, „die Landkreise finanziell so auszustatten, dass die freie Schulwahl nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig wird“.

Bisherige Bemühungen von Eltern, die Regelung der Schülerbeförderungskosten im Schulgesetz zu ändern, verliefen im Sande.

sj

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