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Usedom Schülerverkehr: Neuer Fahrplan kommt nicht
Vorpommern Usedom Schülerverkehr: Neuer Fahrplan kommt nicht
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00:00 10.09.2016

Den von Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) für Montag angekündigten neuen Busfahrplan auf der Insel Usedom wird es nicht geben. Das verdeutlichte gestern beim sogenannten Krisengipfel in der Koserower Grundschule Andreas Elfroth, Leiter Busbetrieb bei der Usedomer Bäderbahn (UBB). Nach massiven Problemen seit Schulbeginn im Schülerverkehr (die OZ berichtete) auf der Insel hatten sich gestern Vertreter von UBB, Schulen und Kindertagesstätten, Bürgermeister sowie Schulamt getroffen. Schüler mussten seit Montag lange Warte- und Fahrzeiten in Kauf nehmen. Auch Unterrichtsausfälle soll es gegeben haben, damit die Schüler es zu den Bussen überhaupt schaffen.

Warum hat man den alten Fahrplan nicht beibehalten? Da hat doch alles ganz gut funktioniert.“Gerd Gamradt, Bürgermeister Ückeritz
Unsere Kinder sind in Gefahr gewe- sen. Das muss anders laufen, sonst kann ich das nicht verantworten.“Peter Biedenweg, Schulleiter Ückeritz
Warum hat man den alten Fahrplan nicht beibehalten? Da hat doch alles ganz gut funktioniert.“Gerd Gamradt, Bürgermeister Ückeritz

„Ab Mittwoch wird es aber die eine oder andere Veränderung geben, so dass wir die Probleme dann hoffentlich auch gelöst haben“, sagte Elfroth den Anwesenden zu. Er betonte erneut, dass die Schuld am Chaos seit Wochenbeginn im Schülerverkehr bei der UBB liegt. „Die Kritik ist berechtigt“, so Elfroth, der aber einschränkte, dass es auf Usedom „einen reinen Schülerverkehr nicht mehr gibt. Wir reden hier vom Öffentlichen Personennahverkehr. Da zählen Schüler genauso zu unseren Fahrgästen wie Touristen und Einheimische.“

„Wir können doch unsere Schüler nicht einfach losschicken. Viele Kinder sind nicht aus dem Ort. Ich sehe da ein großes Sicherheitsproblem“, verdeutlichte Petra Dröse, Leiterin der Vineta-Grundschule Koserow , die dramatische Situation. Aufgebracht war auch Peter Biedenweg, Leiter der Ückeritzer Ostseeschule. „Ich kritisiere das Geschäftsgebaren der UBB. Unsere Kinder sind in Gefahr gewesen“, sagte Biedenweg rückblickend und schilderte den Fall eines Schülers, der durch den Wald zu Fuß von Ahlbeck nach Garz laufen musste. „Das muss anders laufen. Sollte etwas passieren, kann ich das nicht verantworten“, so Biedenweg. Den Wunsch, eine Lösung schon am Wochenende hinzubekommen, konnte ihm der UBB-Mitarbeiter nicht erfüllen.

Am Montag werde Elfroth mit Vertretern der Schulen in Ückeritz, Koserow und Zinnowitz das Gespräch suchen, „um die Einzelfälle zu betrachten. Sie dürfen bei aller Kritik aber nicht vergessen, dass es keinen freigestellten Schülerverkehr wie früher mehr gibt. Wir reden hier über den ÖPNV und einen Verkehr im Zwei-Stunden-Takt“, so der UBB-Mitarbeiter.

Die Usedomer Bäderbahn bedient seit Januar das Busliniennetz auf der Insel Usedom. Davor rollten die Fahrzeuge von Ostseebus über die Insel. „Warum hat man denn den alten Fahrplan, der vor den Ferien gültig war, nicht beibehalten? In der Vergangenheit hat es doch funktioniert“, wollte Gerd Gamradt, Bürgermeister von Ückeritz, wissen. „Da fand kein ÖPNV statt. jetzt haben wir wieder ein Liniennetz“, entgegnete Elfroth.

Enttäuschung gab es in der Runde, dass trotz Einladung kein Vertreter des Landkreises gekommen war. Christin Rose, Elternvertreterin der Koserower Grundschule, wollte nämlich wissen, warum der Kreis mit der Zustimmung zum neuen Fahrplan „gegen seine Satzung verstößt. Für Grundschüler ist eine Wartezeit auf den Bus von maximal 60 Minuten zumutbar. In Koserow ist 13 Uhr Schulschluss, 14.20 Uhr fährt aber erst der Bus.“

„Auch dafür werden wir Lösungen finden“, versprach Elfroth, der für die Zukunft ein Ticket für Schüler ankündigte, das für Bus und Bahn gelten soll. An der Schwierigkeit, das mitunter Schüler in den Bussen keinen Platz mehr bekommen haben, soll auch gearbeitet werden. „Wir wollen die ersten Reihen im Bus für Grundschüler reservieren“, so Elfroth.

Henrik Nitzsche

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