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Schutz für seltene Arten an der Küste

Wolgast Schutz für seltene Arten an der Küste

Das Staatliche Amt lässt Managementplan für Peenestrom, Peene, Achterwasser und Kleines Haff erarbeiten

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Landschaftsökologin Dr. Silke Freitag erläuterte in Wolgast den Stand und die Ziele der Managementplanung für das FFH-Gebiet.

Wolgast. Bis Ende 2017 soll die Managementplanung für das Flora- Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Peenestrom, Peeneunterlauf, Achterwasser und Kleines Haff“ abgeschlossen sein.

OZ-Bild

Das Staatliche Amt lässt Managementplan für Peenestrom, Peene, Achterwasser und Kleines Haff erarbeiten

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Am Dienstagabend erläuterte Dr. Silke Freitag vom Institut UmweltPlan in Stralsund vor zahlreichen Landwirten, Fischern, Landschaftsführern und Vertretern von Umweltverbänden in Wolgast das Gesamtvorhaben und dessen Bearbeitungsstand. UmweltPlan arbeitet dabei im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern.

Das FFH-Gebiet (Siehe: Info-Kasten), so erfuhren die Zuhörer, ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Es soll dem nachhaltigen Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen. „Das Gebiet ist von beeindruckender landschaftlicher Schönheit. Und wir finden hier sehr selten gewordene, typische Tier- und Pflanzenarten sowie ein weites Spektrum mariner Lebensräume und Küstenlebensräume“, erklärte Dr. Freitag.

Die Kartierung der marinen Lebensraumtypen, wie etwa Flussmündungen, Lagunen und Süßwasser-Fließgewässer mit flutender Wasservegetation, wurde im Februar dieses Jahres fertiggestellt, so die Landschaftsökologin. Die Bestandserfassung und Bewertung der landseitigen Lebensraumtypen, wie Fels- und Steilküsten, Atlantische Salzwiesen, Pfeifengraswiesen sowie renaturierungsfähige degradierte Hochmoore, war bereits 2014/15 erfolgt. Im Ergebnis wurden das Sumpf-Glanzkraut, die Bauchige Windelschnecke, die Schmale Windelschnecke, der Menetries-Laufkäfer, der Eremit-Käfer, der Große Feuerfalter, Meer-, Fluss- und Bachneunauge, die Finte, der Lachs, der Rapfen, der Bitterling, der Steinbeißer, der Schlammpeitzger sowie der Biber und der Fischotter als besonders schützenswert eingestuft.

Anhand der Kartierung und eines Vergleichs mit der Situation im Jahr 2004 kann festgestellt werden, ob und wo die vorgenannten Tier- und Pflanzenarten in ihrem Dasein eingeschränkt sind. Bis Ende 2017 geht es jetzt darum, im Rahmen des Managementplans Maßnahmen vorzuschlagen, mit denen eventuellen Defiziten entgegen gewirkt werden kann. Im Fachdeutsch gehören hierzu Erhaltungs-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen – also Eingriffe in die Kulturlandschaft mit dem Ziel, die Lebensbedingungen für die FFH-Arten nachhaltig zu verbessern und somit den Schwund der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Wie Silke Freitag und Stalu-Mitarbeiter Frank Tessendorf informierten, soll die Umsetzung dieser Maßnahmen stets mit den Nutzern der Gebiete, wie Forst- und Landwirte, Fischer, Jäger, Angler und touristische Anbieter, besprochen werden. „Der Managementplan ist kein Folterinstrument für den ländlichen Raum, sondern wir wollen gemeinsam mit den Nutzern Lösungen finden“, betonte Tessendorf. Im Internet sollen die Beteiligten über den Planungsprozess stets auf dem Laufenden gehalten werden. Am Dienstag wurden kaum Fragen gestellt. Der nächste Info-Abend ist für Frühjahr 2017 geplant.

• www.stalu-mv.de

www.lung.mv-regierung.de

Zweitgrößtes FFH-Gebiet in MV

53197 Hektar , davon etwa 3500 Hektar Landfläche umfasst das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Peeneunterlauf, Peenestrom, Achterwasser und Kleines Haff“ mit dem EU-Code DE 2049-302. Es handelt sich, nach dem FFH-Gebiet „Greifswalder Bodden, Teile des Strelasundes und Nordspitze Usedom“ mit 59970 Hektar, um das zweitgrößte FFH-Gebiet innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern.

Das Areal des FFH-Gebiets beinhaltet den Unterlauf der Peene östlich von Anklam, den Peenestrom mit den Inseln Großer Wotig und Kleiner Wotig/Großer Rohrplan, das Achterwasser mit den Inseln Görmitz, Böhmke und Werder, das Kleine Haff als westlichen Teil des Stettiner Haffes und angrenzende Landflächen.

Tom Schröter

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