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Usedom Schwerer Abschied von einem Visionär und Kümmerer
Vorpommern Usedom Schwerer Abschied von einem Visionär und Kümmerer
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00:00 14.05.2016

Trauriger Abschied von Dietmar Gutsche (62). Dem früheren Kurdirektor und Vize-Bürgermeister der Gemeinde Heringsdorf, der am 26. April einem vierjährigen, schweren Krebsleiden erlegen war, hat gestern Vormittag eine große Öffentlichkeit von der gesamten Insel Usedom die letzte Ehre erwiesen. Bei strahlendem Sonnenschein, fröhlichem Vogelgezwitscher und unter einem Laubdach aus frischem Maigrün füllten nahezu 250 Menschen die katholische Kirche Stella Maris in Heringsdorf. Die einfühlsame Trauerrede hielt der evangelische Pastor Tilman Beyrich. Und das für den konfessionslosen Dietmar Gutsche – dies hätte dem gebürtigen Gubener, der so gern lachte und immer einen Loriot-Spruch auf den Lippen hatte, so recht gefallen.

Beyrich würdigte den Verstorbenen als einen, dem die Insel Usedom als Tourismusstandort „viel zu verdanken hat“. Er sei ein Kurdirektor gewesen, der dem Wesen des aus dem Lateinischen stammenden „cura“ im Sinne von Sorgen für sich selbst und Fürsorgen für die anderen gerecht wurde – „stets herzlich, zugewandt und klar in der Aussage.“ Gutsche, der 1985 mit seiner Frau Angelika auf die Insel zog, wurde neun Jahre später zum ersten Mann in Sachen Tourismus in den drei Kaiserbädern. Eine Zeit der Neuregelungen und voller Gestaltungschancen, die er energisch ergriff. Da blieben Querelen und Enttäuschungen, die womöglich auch seiner Gesundheit abträglich waren, nicht aus.

Der Verstorbene war Familienmensch durch und durch und mochte besonders seine Enkel heranwachsen sehen. Er, im gemütlichen Schwedenhaus am Schloonsee zu Hause, war gern auf dem Wasser, auf Reisen, und besonders mochte er das benachbarte Schweden. Das war quasi sein zweites Zuhause – wie auch etliche Trauergäste aus dem Norden bekundeten. Mit Gutsche ist der ZDF-Fußballstrand 2012 ebenso verbunden wie Baltic Fashion. Kein Wunder, dass viele ehemalige Kollegen und heutige Verantwortliche aus dem Tourismusbereich, Gemeindevertreter, Mitarbeiter aus dem Eigenbetrieb und der Verwaltung, Hoteliers und Sportfreunde gekommen waren, um – viele sichtlich bewegt – ihm noch ein letztes Mal Respekt und Dank zu bekunden. Besonders anrührend, wie die Trauergemeinde musikalisch Abschied nahm:

mit einem kräftig-sinnlichen „Hallelujah“, einem von seiner Tochter gesungenen Psalm und einem typisch eingängigen Udo Lindenberg-Liebeslied.

Zu den von weiter her angereisten Gästen gehörten neben den engen schwedischen Freunden der Familie unter anderem das Ehepaar Acksteiner von der gleichnamigen Berliner Agentur, Bernd Fischer (Landesvorsitzender des Tourismusverbandes von Mecklenburg-Vorpommern) und Stiftungsvorstand Heinz-Egon Achterkerke aus Braunschweig.

Im engen familiären Kreis wurde am Nachmittag die Asche des Verstorbenen auf seinen Wunsch hin dem Wasser des Greifswalder Boddens übergeben.

Steffen Adler

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